Ein Bitcoin Fork ist eine Änderung, Abspaltung oder Weiterentwicklung des Bitcoin-Protokolls. Dabei kann entweder die bestehende Bitcoin-Blockchain aktualisiert werden oder es entsteht eine neue Kryptowährung mit eigener Blockchain.
Bekannte Beispiele sind Bitcoin Cash, Bitcoin Gold und Bitcoin SV. Aber nicht jede Änderung an Bitcoin erzeugt automatisch einen neuen Coin. SegWit und Taproot waren zum Beispiel Bitcoin Soft Forks, während Lightning kein Fork ist, sondern eine Layer-2-Lösung auf Bitcoin.
In diesem Artikel erfährst du:
- was ein Bitcoin Fork ist
- worin sich Hard Fork und Soft Fork unterscheiden
- welche Bitcoin Forks besonders bekannt sind
- ob SegWit, Taproot und Lightning Forks sind
- wann der nächste Bitcoin Fork kommen könnte
- ob du Anspruch auf Fork Coins haben könntest
- wie du mit dem Bitcoin Fork Finder prüfen kannst, welche Forks für dich relevant waren
Was ist ein Bitcoin Fork?
Ein Fork bedeutet wörtlich übersetzt „Gabelung“. In der Softwareentwicklung beschreibt ein Fork eine Kopie eines bestehenden Open-Source-Projekts, die verändert und eigenständig weiterentwickelt wird.
Da Bitcoin Open Source ist, kann jeder den Code einsehen, kopieren und verändern. Genau daraus entstehen viele Bitcoin Forks.
Bei Bitcoin kann ein Fork aber unterschiedliche Dinge bedeuten:
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Software Fork | Der Bitcoin-Code wird kopiert und verändert |
| Chain Fork | Die Blockchain teilt sich vorübergehend oder dauerhaft in zwei Pfade |
| Soft Fork | Die Bitcoin-Regeln werden verschärft, ohne dass ein neuer Coin entstehen muss |
| Hard Fork | Die Regeln ändern sich so stark, dass alte und neue Version nicht mehr kompatibel sind |
| Codebase Fork | Ein neues Projekt nutzt Bitcoin-Code, startet aber mit eigener Blockchain |
Wichtig ist: Nicht jeder Bitcoin Fork erzeugt automatisch eine neue Kryptowährung.
Warum gibt es Bitcoin Forks?
Forks entstehen, weil sich Entwickler, Miner, Node-Betreiber, Unternehmen und Nutzer nicht immer einig sind, wie sich Bitcoin weiterentwickeln soll.
Typische Gründe für Bitcoin Forks sind:
- mehr Transaktionen pro Block
- niedrigere Gebühren
- neue Signaturverfahren
- bessere Privatsphäre
- Änderungen am Mining
- neue Script-Funktionen
- Sicherheitsverbesserungen
- ideologische Streitfragen innerhalb der Community
Der bekannteste Streit drehte sich um die Skalierung von Bitcoin. Ein Teil der Community wollte größere Blöcke, um mehr Transaktionen direkt auf der Blockchain zu ermöglichen. Ein anderer Teil wollte Bitcoin möglichst dezentral halten und setzte stärker auf Lösungen wie SegWit und Lightning.
Aus diesem Konflikt entstand 2017 Bitcoin Cash.
Hard Fork vs Soft Fork: Der wichtigste Unterschied
Der wichtigste Unterschied liegt in der Kompatibilität.
Was ist ein Hard Fork?
Ein Hard Fork ist eine Regeländerung, die nicht rückwärtskompatibel ist. Alte Nodes akzeptieren die neuen Regeln nicht automatisch. Wenn ein Teil des Netzwerks die neuen Regeln nutzt und ein anderer Teil bei den alten Regeln bleibt, können zwei getrennte Blockchains entstehen.
Ein Hard Fork kann deshalb zu einem neuen Coin führen.
Beispiele:
- Bitcoin Cash
- Bitcoin Gold
- Bitcoin SV
- Bitcoin Diamond
Ein Hard Fork ist besonders relevant für Nutzer, weil sie unter bestimmten Bedingungen neue Coins erhalten können. Wer zum Zeitpunkt des Forks die Private Keys kontrolliert hat, konnte bei manchen Forks Coins auf der neuen Blockchain besitzen.
Was ist ein Soft Fork?
Ein Soft Fork ist eine rückwärtskompatible Regeländerung. Genauer gesagt werden die Regeln verschärft. Neue Nodes prüfen die neuen Regeln, während alte Nodes weiterhin der gleichen Blockchain folgen können, solange die Mehrheit des Netzwerks die neuen Regeln einhält.
Ein Soft Fork erzeugt normalerweise keinen neuen Coin.
Beispiele:
- SegWit
- Taproot
Soft Forks sind bei Bitcoin besonders wichtig, weil sie technische Verbesserungen ermöglichen, ohne das Netzwerk dauerhaft aufzuspalten.
Hard Fork und Soft Fork im Vergleich
| Merkmal | Hard Fork | Soft Fork |
|---|---|---|
| Kompatibilität | Nicht rückwärtskompatibel | Rückwärtskompatibel |
| Neuer Coin möglich? | Ja | Normalerweise nein |
| Risiko einer Spaltung | Hoch | Niedriger |
| Beispiel | Bitcoin Cash | SegWit |
| Wirkung | Neue Regeln sind mit alten Regeln unvereinbar | Neue Regeln schränken alte Regeln ein |
| Nutzer müssen handeln? | Häufig ja | Meist nicht direkt |
Die wichtigsten Bitcoin Forks in der Übersicht
Im Laufe der Jahre gab es viele Bitcoin Forks. Einige waren relevant, andere sind heute kaum noch bekannt.
| Name | Jahr | Typ | Ursprung | Neuer Coin? | Hauptidee |
|---|---|---|---|---|---|
| Bitcoin Cash | 2017 | Hard Fork | Bitcoin | Ja | Größere Blöcke |
| Bitcoin Gold | 2017 | Hard Fork | Bitcoin | Ja | Mining mit GPUs statt ASIC-Fokus |
| Bitcoin Diamond | 2017 | Hard Fork | Bitcoin | Ja | Größere Blöcke und andere Parameter |
| Bitcoin SV | 2018 | Hard Fork | Bitcoin Cash | Ja | Sehr große Blöcke |
| Bitcoin Private | 2018 | Fork / Merge-Konzept | Bitcoin und ZClassic | Ja | Fokus auf Privatsphäre |
| SegWit | 2017 | Soft Fork | Bitcoin | Nein | Effizientere Transaktionsstruktur |
| Taproot | 2021 | Soft Fork | Bitcoin | Nein | Schnorr-Signaturen und bessere Script-Privatsphäre |
| Litecoin | 2011 | Codebase Fork | Bitcoin-Code | Ja | Eigene Blockchain, andere Parameter |
| Lightning | Kein Fork | Layer 2 | Bitcoin | Nein | Schnelle Off-Chain-Zahlungen |
Bitcoin Fork Stammbaum
Viele Nutzer denken, dass Bitcoin SV oder Bitcoin Gold direkt in einer gemeinsamen Fork-Linie stehen. Tatsächlich ist die Struktur anders.
Bitcoin
├── Bitcoin Cash
│ └── Bitcoin SV
├── Bitcoin Gold
├── Bitcoin Diamond
├── Bitcoin Private
└── weitere kleinere Forks
Bitcoin-Code
└── Litecoin
Bitcoin Cash entstand direkt aus Bitcoin. Bitcoin SV entstand später aus Bitcoin Cash. Bitcoin Gold entstand dagegen direkt aus Bitcoin und nicht aus Bitcoin Cash oder Bitcoin SV.
Litecoin ist ein Sonderfall. Litecoin nutzt den Bitcoin-Code als Grundlage, teilt aber nicht die Bitcoin-Blockchain-Historie wie Bitcoin Cash. Deshalb ist Litecoin besser als Codebase Fork einzuordnen.
Bitcoin Cash: Der bekannteste Bitcoin Hard Fork
Bitcoin Cash entstand am 1. August 2017 als Hard Fork von Bitcoin.
Der Hintergrund war der Streit um die Skalierung von Bitcoin. Ein Teil der Community wollte größere Blöcke, damit mehr Transaktionen direkt auf der Blockchain verarbeitet werden können. Bitcoin Cash erhöhte deshalb das Blockgrößenlimit.
Bis zum Fork hatten Bitcoin und Bitcoin Cash dieselbe Blockchain-Historie. Wer zum Zeitpunkt des Forks Bitcoin kontrollierte, konnte unter bestimmten Bedingungen auch Bitcoin Cash besitzen.
Bitcoin Cash steht bis heute für die Idee, mehr Transaktionen direkt auf der Blockchain abzuwickeln. Bitcoin selbst setzte dagegen stärker auf SegWit, effiziente Blocknutzung und Layer-2-Lösungen wie Lightning.
Bitcoin SV: Fork von Bitcoin Cash
Bitcoin SV entstand 2018 durch eine Abspaltung von Bitcoin Cash.
Der Streit drehte sich erneut um die Frage, wie groß Blöcke sein sollten und welche technische Richtung Bitcoin Cash einschlagen sollte. Das Lager hinter Bitcoin SV wollte deutlich größere Blöcke und berief sich auf eine eigene Interpretation der ursprünglichen Bitcoin-Vision.
Wichtig: Bitcoin SV ist kein direkter Fork von Bitcoin. Bitcoin SV ist ein Fork von Bitcoin Cash.
Das bedeutet: Wer Bitcoin am 1. August 2017 hielt, konnte grundsätzlich Bitcoin Cash erhalten. Bitcoin SV wurde aber erst später für Nutzer relevant, die zum Zeitpunkt des Bitcoin-Cash-Forks im Jahr 2018 Bitcoin Cash hielten.
Bitcoin Gold: Bitcoin Mining mit anderem Algorithmus
Bitcoin Gold entstand 2017 als Hard Fork von Bitcoin.
Das Ziel war, Mining wieder stärker für normale Nutzer mit Grafikkarten zugänglich zu machen. Während Bitcoin stark von ASIC-Minern geprägt ist, setzte Bitcoin Gold auf einen anderen Mining-Algorithmus.
Die Idee dahinter war mehr Dezentralität im Mining. In der Praxis konnte Bitcoin Gold jedoch nie die Bedeutung von Bitcoin erreichen. Außerdem gab es bei kleineren Fork-Coins immer wieder Sicherheitsprobleme, geringe Liquidität und schwache Akzeptanz.
Bitcoin Diamond: Größere Blöcke und andere Parameter
Bitcoin Diamond entstand ebenfalls 2017.
Das Projekt änderte mehrere Parameter im Vergleich zu Bitcoin. Dazu gehörten unter anderem eine größere Blockgröße und eine höhere maximale Coin-Menge.
Bitcoin Diamond ist ein Beispiel dafür, dass nicht jeder Fork langfristig relevant bleibt. Viele Bitcoin Forks wurden zwar kurzfristig stark beachtet, verloren aber später an Bedeutung.
Bitcoin Private: Fokus auf Privatsphäre
Bitcoin Private entstand 2018 und verband Elemente aus Bitcoin und ZClassic.
Das Ziel war mehr Privatsphäre bei Transaktionen. Auch Bitcoin Private konnte sich langfristig nicht als ernsthafte Bitcoin-Alternative etablieren.
Dieser Fork zeigt gut, dass ein bekannter Name allein nicht ausreicht. Entscheidend sind Sicherheit, Entwickleraktivität, Nutzerinteresse, Liquidität und Vertrauen.
Bitcoin XT, Bitcoin Classic und Bitcoin Unlimited
Nicht alle bekannten Bitcoin Forks führten zu dauerhaft erfolgreichen neuen Coins.
Bitcoin XT, Bitcoin Classic und Bitcoin Unlimited waren wichtige Projekte in der Blockgrößen-Debatte. Sie versuchten, Bitcoin durch größere Blöcke oder flexiblere Blockgrößen zu verändern.
Langfristig konnten sie sich nicht als dominante Bitcoin-Variante durchsetzen.
Trotzdem sind diese Projekte historisch wichtig. Sie zeigen, wie intensiv die Bitcoin-Community über Skalierung, Dezentralität und Governance gestritten hat.
Ist SegWit ein Bitcoin Fork?
Ja, SegWit war ein Bitcoin Soft Fork.
SegWit steht für „Segregated Witness“. Dabei wurde die Struktur von Bitcoin-Transaktionen verändert. Signaturdaten wurden anders behandelt, wodurch Blöcke effizienter genutzt werden konnten.
SegWit war außerdem wichtig, weil es die sogenannte Transaction Malleability entschärfte. Dadurch wurden Lösungen wie das Lightning Network praktikabler.
Wichtig: Durch SegWit entstand kein neuer Coin. Bitcoin blieb Bitcoin.
Ist Taproot ein Bitcoin Fork?
Ja, Taproot war ein Bitcoin Soft Fork.
Taproot wurde 2021 aktiviert und brachte mehrere technische Verbesserungen. Dazu gehören Schnorr-Signaturen, Taproot und Tapscript.
Taproot verbessert vor allem die Möglichkeiten komplexerer Bitcoin-Transaktionen. Bestimmte Script-Bedingungen können effizienter und privater dargestellt werden. Für normale Nutzer wirkt Taproot nicht wie ein neuer Coin, sondern wie ein technisches Upgrade im Bitcoin-Netzwerk.
Auch hier gilt: Taproot erzeugte keinen neuen Bitcoin-Coin.
Ist Lightning ein Bitcoin Fork?
Nein. Lightning ist kein Bitcoin Fork.
Das Lightning Network ist eine Layer-2-Lösung auf Bitcoin. Nutzer können Zahlungskanäle öffnen und viele Transaktionen außerhalb der Bitcoin-Blockchain durchführen. Nur das Öffnen und Schließen eines Kanals wird direkt auf der Bitcoin-Blockchain gespeichert.
Lightning soll schnelle und günstige Bitcoin-Zahlungen ermöglichen, ohne die Bitcoin-Blockchain selbst durch größere Blöcke zu verändern.
Kurz gesagt:
| Technologie | Fork? | Neuer Coin? |
|---|---|---|
| SegWit | Ja, Soft Fork | Nein |
| Taproot | Ja, Soft Fork | Nein |
| Lightning | Nein, Layer 2 | Nein |
| Bitcoin Cash | Ja, Hard Fork | Ja |
| Bitcoin SV | Ja, Hard Fork von BCH | Ja |
| Bitcoin Gold | Ja, Hard Fork | Ja |
Wann ist der nächste Bitcoin Fork?
Derzeit gibt es keinen offiziell terminierten nächsten Bitcoin Fork, der sicher aktiviert wird.
Bei Bitcoin werden technische Änderungen lange diskutiert. Ein Vorschlag allein reicht nicht aus. Selbst wenn ein Bitcoin Improvement Proposal existiert, bedeutet das nicht automatisch, dass die Änderung breit akzeptiert ist oder kurz vor der Aktivierung steht.
Aktuell werden unter anderem mögliche Soft-Fork-Ideen diskutiert, zum Beispiel:
- Consensus Cleanup / BIP54
- OP_CAT
- CTV
- OP_VAULT
- weitere Covenant-Vorschläge
- langfristige Post-Quantum-Überlegungen
Diese Themen sind wichtig, aber sie sind nicht gleichbedeutend mit einem feststehenden nächsten Bitcoin Fork.
Für Nutzer bedeutet das: Es gibt derzeit keinen Termin, an dem du automatisch mit neuen Bitcoin-Fork-Coins rechnen solltest.
Bekomme ich bei einem Bitcoin Fork neue Coins?
Das hängt vom Fork ab.
Neue Coins entstehen normalerweise nur bei bestimmten Hard Forks. Bei Soft Forks wie SegWit oder Taproot entstehen keine neuen Coins.
Du konntest bei manchen Hard Forks neue Coins besitzen, wenn folgende Bedingungen erfüllt waren:
- Du hattest zum Zeitpunkt des Forks Bitcoin oder die relevante Ausgangswährung.
- Du hattest Kontrolle über die Private Keys.
- Die neue Chain existierte tatsächlich dauerhaft weiter.
- Es gab keine technischen oder sicherheitsrelevanten Hindernisse beim Zugriff.
- Falls deine Coins auf einer Börse lagen, musste die Börse den Fork unterstützen.
Beispiel:
Wenn du am 1. August 2017 Bitcoin in einer eigenen Wallet gehalten hast, konntest du grundsätzlich auch Bitcoin Cash besitzen.
Wenn deine Bitcoin damals auf einer Börse lagen, hattest du selbst keine Kontrolle über die Private Keys. Dann hing es von der Börse ab, ob du Fork-Coins erhalten hast.
Bitcoin Fork Coins claimen: Vorsicht vor Risiken
Das Claiming alter Fork-Coins kann riskant sein.
Die wichtigste Regel lautet:
Gib niemals deine Seed Phrase oder Private Keys in ein unbekanntes Claiming-Tool ein.
Bevor du alte Fork-Coins claimst, solltest du verstehen, was du tust. Viele Fork-Coins sind heute kaum noch liquide, technisch schwach gepflegt oder sicherheitskritisch.
Wichtige Sicherheitsregeln:
- Gib niemals deine Seed Phrase weiter.
- Nutze keine unbekannten Wallets oder Claiming-Websites.
- Bewege deine heutigen BTC zuerst auf eine neue Wallet.
- Prüfe, ob Replay Protection vorhanden ist.
- Informiere dich über Liquidität, Börsenunterstützung und Risiken.
- Frage dich, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt.
Gerade bei kleinen oder alten Bitcoin Forks ist der mögliche Wert oft geringer als das Sicherheitsrisiko.
Welche Bitcoin Forks sind heute noch relevant?
Aus heutiger Sicht sind nur wenige Bitcoin Forks wirklich relevant geblieben.
Bitcoin Cash ist der bekannteste Bitcoin Hard Fork und hat weiterhin eine eigene Community, Börsenlistings und Infrastruktur. Bitcoin SV existiert ebenfalls, ist aber deutlich umstrittener. Bitcoin Gold, Bitcoin Diamond und viele kleinere Forks haben stark an Bedeutung verloren.
Für Bitcoin selbst waren SegWit und Taproot deutlich wichtiger als die meisten Hard Fork Coins. Sie verbesserten Bitcoin, ohne einen neuen Coin zu erzeugen.
Deshalb sollte man Bitcoin Forks nicht nur nach Bekanntheit bewerten, sondern nach:
- Sicherheit
- Netzwerkaktivität
- Entwickleraktivität
- Liquidität
- Börsenunterstützung
- Wallet-Unterstützung
- tatsächlicher Nutzung
- langfristiger Relevanz
Sind Bitcoin Forks gut oder schlecht?
Bitcoin Forks sind weder automatisch gut noch automatisch schlecht.
Sie zeigen, dass Open-Source-Systeme frei weiterentwickelt werden können. Jeder kann den Code kopieren, verändern und eine eigene Version starten.
Gleichzeitig zeigen Forks auch die Grenzen solcher Systeme. Wenn sich eine Community nicht einigen kann, entstehen konkurrierende Netzwerke. Das kann Innovation fördern, aber auch Verwirrung, Spekulation und Sicherheitsrisiken verursachen.
Für Bitcoin selbst hatten Forks einen wichtigen Nebeneffekt: Sie machten deutlich, dass die wirtschaftliche Mehrheit, Nutzer, Nodes, Entwickler, Miner, Börsen und Unternehmen nicht einfach beliebig ersetzt werden können. Bitcoin ist mehr als nur Code. Bitcoin ist auch ein soziales, wirtschaftliches und technisches Netzwerk.
Fazit: Bitcoin Forks einfach erklärt
Ein Bitcoin Fork ist eine Änderung oder Abspaltung rund um Bitcoin.
Bei einem Hard Fork können neue Coins entstehen, zum Beispiel Bitcoin Cash, Bitcoin Gold oder Bitcoin SV. Bei einem Soft Fork wird Bitcoin selbst aktualisiert, ohne dass ein neuer Coin entstehen muss. SegWit und Taproot sind die wichtigsten Beispiele dafür.
Lightning ist dagegen kein Fork, sondern eine Layer-2-Lösung auf Bitcoin.
Der bekannteste Bitcoin Fork ist Bitcoin Cash. Bitcoin SV entstand später aus Bitcoin Cash, während Bitcoin Gold direkt von Bitcoin abgespalten wurde. Litecoin ist kein klassischer Bitcoin-Blockchain-Fork, sondern ein eigenständiges Projekt auf Basis des Bitcoin-Codes.
Derzeit gibt es keinen offiziell terminierten nächsten Bitcoin Fork. Es gibt zwar technische Diskussionen über mögliche Soft Forks, aber ein Vorschlag ist noch kein Konsens.
Wenn du wissen willst, welche Forks dich betreffen könnten, nutze den Bitcoin Fork Finder. Dort kannst du prüfen, welche Bitcoin Forks nach deinem Kaufdatum stattfanden und worauf du beim Umgang mit alten Fork-Coins achten solltest.
FAQ: Häufige Fragen zu Bitcoin Forks
Was ist ein Bitcoin Fork?
Ein Bitcoin Fork ist eine Änderung, Abspaltung oder Weiterentwicklung des Bitcoin-Protokolls. Dabei kann Bitcoin selbst aktualisiert werden oder es entsteht eine neue Kryptowährung mit eigener Blockchain.
Was ist der Unterschied zwischen Hard Fork und Soft Fork?
Ein Hard Fork ist nicht rückwärtskompatibel und kann eine neue Blockchain mit neuem Coin erzeugen. Ein Soft Fork ist rückwärtskompatibel und verändert Bitcoin, ohne normalerweise einen neuen Coin zu erzeugen.
Was war der bekannteste Bitcoin Fork?
Der bekannteste Bitcoin Fork ist Bitcoin Cash. Bitcoin Cash entstand am 1. August 2017 durch eine Hard Fork von Bitcoin.
Ist Bitcoin Cash ein Bitcoin Fork?
Ja. Bitcoin Cash ist ein Hard Fork von Bitcoin. Bis zum Fork hatten Bitcoin und Bitcoin Cash dieselbe Blockchain-Historie.
Ist Bitcoin SV ein Bitcoin Fork?
Bitcoin SV ist ein Fork von Bitcoin Cash, nicht direkt von Bitcoin. Bitcoin SV entstand 2018 aus einem Streit innerhalb der Bitcoin-Cash-Community.
Ist Bitcoin Gold ein Bitcoin Fork?
Ja. Bitcoin Gold ist ein Bitcoin Hard Fork aus dem Jahr 2017. Ziel war ein anderer Mining-Algorithmus, der Mining mit Grafikkarten erleichtern sollte.
Ist Litecoin ein Bitcoin Fork?
Litecoin ist kein klassischer Bitcoin-Blockchain-Fork wie Bitcoin Cash. Litecoin basiert auf dem Bitcoin-Code, startete aber mit eigener Blockchain. Deshalb ist Litecoin besser als Codebase Fork einzuordnen.
Ist SegWit ein Bitcoin Fork?
Ja. SegWit war ein Bitcoin Soft Fork. Es entstand dadurch kein neuer Coin.
Ist Taproot ein Bitcoin Fork?
Ja. Taproot war ein Bitcoin Soft Fork. Taproot wurde 2021 aktiviert und verbesserte unter anderem Script-Möglichkeiten und Privatsphäre bei komplexeren Transaktionen.
Ist Lightning ein Fork?
Nein. Lightning ist kein Fork. Lightning ist eine Layer-2-Lösung auf Bitcoin für schnelle und günstige Zahlungen außerhalb der Bitcoin-Blockchain.
Wann ist der nächste Bitcoin Fork?
Derzeit gibt es keinen offiziell terminierten nächsten Bitcoin Fork. Es gibt Diskussionen über mögliche Soft Forks, aber keine sichere Aktivierung mit festem Datum.
Bekomme ich bei einem Bitcoin Fork neue Coins?
Nur bei bestimmten Hard Forks können neue Coins entstehen. Außerdem musst du zum Zeitpunkt des Forks die relevante Kryptowährung gehalten und idealerweise die Private Keys kontrolliert haben.
Was passiert, wenn meine Bitcoin beim Fork auf einer Börse lagen?
Dann hattest du selbst keine Kontrolle über die Private Keys. Ob du Fork-Coins erhalten hast, hing von der jeweiligen Börse ab.
Kann ich alte Bitcoin Fork Coins noch claimen?
Teilweise ja, aber es kann riskant sein. Gib niemals deine Seed Phrase in unbekannte Tools ein und prüfe vorher, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt.
Sind Bitcoin Fork Coins genauso sicher wie Bitcoin?
Nicht automatisch. Viele Fork Coins haben weniger Miner, weniger Entwickler, weniger Nutzer und geringere Liquidität. Dadurch können sie riskanter sein als Bitcoin.
Warum gab es so viele Bitcoin Forks?
Viele Forks entstanden aus Streit über Skalierung, Blockgröße, Mining, Gebühren, Privatsphäre oder technische Weiterentwicklung. Da Bitcoin Open Source ist, kann jeder den Code kopieren und eigene Änderungen ausprobieren.