Bitcoin: Währung & Technologie

Bitcoin einfach erklärt

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist eine Kryptowährung. Bitcoin ist komplett digital. Bitcoin ist ein innovatives Zahlungsnetzwerk und eine neue Art von Geld. Es gibt unzählige Möglichkeiten, das digitale Gold zu beschreiben. Und irgendwie ist jede Beschreibung unpassend aber doch zutreffend.

Das Problem einer einheitlichen Beschreibung von Bitcoin besteht darin, dass sich Bitcoin aus zwei übergeordneten Komponenten zusammensetzt:

  1. Technologie
  2. Währung

Damit du die digitale Währung nutzen kannst, benötigst du lediglich einen digitalen Geldbeutel, einen sogenannten Bitcoin Wallet. Mit diesem kannst du Bitcoin bzw. eine Teileinheit von Bitcoin empfangen und versenden.

Mehr müsstest du über Bitcoin eigentlich nicht wissen, um die digitale Währung zu nutzen. Und wenn du nicht mehr erfahren möchtest, dann ist das vollkommen legitim. Achte jedoch darauf, dass du einen regulierten Broker nutzt, der eine Einlagensicherung anbietet. Nur dann erhältst du einen ähnlichen Schutz wie bei deinem Aktien- oder ETF-Broker.

Bitcoin Ueberblick
Bitcoin im Überblick: Währung & Technologie

Falls du einen eigenen Wallet nutzen möchtest oder falls später irgendwelche Probleme auftreten, dann wirst du um die Komponente “Technologie” nicht herumkommen. Es werden Begriffe wie “Blockchain”, “Blockgröße”, “Nodes” fallen, die dich überfordern werden, wenn du nicht aus dem IT-Bereich stammst. Ich kenne das Gefühl und es ist kein schönes.

Aus diesem Grund ist es auch wichtig, die technische Komponente von Bitcoin im Ansatz zu verstehen. In diesem Beitrag erkläre ich dir leicht verständlich, was Bitcoin ist, wie es funktioniert und ich zeige dir auch die essentiellen Dinge im Umgang mit Bitcoin.

Informationen auf einen Blick

Satoshi Nakamoto gilt als Erfinder der Kryptowährung. Bis heute ist nicht bekannt, wer hinter diesem Pseudonym steckt.

Bitcoin ist die weltweit größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung und sie besteht seit 2009.

Die Kryptowährung ist volatil. Kursschwankungen von mehr als 30 Prozent sind bei der digitalen Währung keine Seltenheit.

Der Erfolg von Bitcoin inspirierte Entwickler dazu, weitere Kryptowährungen zu erstellen. Bitcoin konnte bisher jedoch nicht entthront werden.

Erkläre mir Bitcoin, als wäre ich fünf Jahre alt

Um Bitcoin zu verstehen, musst du verstehen, wieso Bitcoin heute so ist, wie es ist.

Ich schnappe mir im Supermarkt einen Apfel, gehe damit zur Kasse und zahle ihn. Anschließend kann ich damit tun und lassen, was ich will. Ich weiß sicher, dass dieser Apfel mir gehört.

In der digitalen Welt, in der sich Bitcoin (Abkürzung: BTC) befindet, wird das schon etwas komplexer. Um die Erklärung einfach zu halten, bleibe ich beim Apfel. Wir gehen davon aus, dass ich es irgendwie geschafft habe, den Apfel zu digitalisieren. Ich habe ihn gescannt, abfotografiert, in mein Laufwerk gelegt – auf jeden Fall ist der Apfel jetzt digital auf meinem Computer abgespeichert.

Ich bin so begeistert, dass du BitcoinBasis liest, deswegen möchte ich NUR dir den digitalen Apfel senden. Du hast sicherlich eine E-Mail-Adresse? Dann sende ich dir den Apfel als E-Mail-Anhang. Ich kann ihn dir natürlich auch per WhatsApp senden.

Vielleicht bist du bei dem Wörtchen “NUR” schon etwas misstrauisch geworden. “Diesen Artikel lesen doch sicherlich mehrere Leser?”, könntest du dir jetzt denken. Wie also kannst du dir sicher sein, dass NUR du und kein anderer den originalen digitalen Apfel erhältt? Das kannst du nicht. Und genau das ist bei digitalen Objekten ein Problem.

Dieses Problem wird das „Double-Spending“ (deutsch: doppelte Ausgabe) – Problem genannt. Sobald etwas digital abgespeichert wird, besteht die Gefahr, dass eine eigentlich einzigartige Sache an mehrere Empfänger verschickt wird. Dadurch kann der Besitzer den digitalen Apfel mehrmals ausgeben und der Markt für digitale Äpfel wird falsch abgebildet, wodurch der digitale Apfel wertlos wird.

Bei meinem digitalen Apfel ist das kein sonderlich großes Problem. Bei einer Währung wie Bitcoin, die im Jahr 2017 einen Höchststand von knapp 20.000 US-Dollar erreichte, wäre das ein gewaltiges Problem.

Aus diesem Grund wird etwas benötigt, das dokumentiert, wer den digitalen Apfel gerade besitzt, wer ihn besaß und an wen dieser verschickt wurde. Ich denke an ein Transaktionsbuch, ein Hauptbuch für alle Transaktionen.

Es sollte kein physisches Hauptbuch sein, das könnte verbrennen oder Kaffee könnte unabsichtlich auf diesem landen. Deshalb entscheiden wir uns an dieser Stelle für ein digitales Hauptbuch, in dem alle Transaktionen und alte und neue Kontostände einer jeden Person aufgezeichnet werden.

Ich öffne ein neues Dokument und schreibe in dieses, dass ich den digitalen Apfel per E-Mail an dich gesendet habe. Mein neuer Kontostand ist 0 digitale Äpfel, dein neuer Kontostand ist 1 digitaler Apfel. Alles notiert und dokumentiert.

Du bist natürlich clever und willst aus dem Apfel Profit schlagen. Deshalb sagst du dir: “Ich halbiere den digitalen Apfel und verkaufe ihn an Person A und Person B.” Da der Apfel digital ist, kannst du den Apfel beliebig oft unterteilen. Die kleinste Apfel-Einheit in dem System habe ich auf 0.00000001 Äpfel gesetzt.

Und weil ich jetzt merke, dass ich keine Zeit für die Pflege des Hauptbuches habe und wie zeitaufwendig es werden könnte, gebe ich das Hauptbuch an Schlitzohr Stefan weiter, der das digitale Buch auf seinem alten Windows98-PC speichert. Er soll die Transaktionen dokumentieren und das Transaktionsbuch weiterführen.

Wahrscheinlich spielen sich in deinem Kopf bereits mehrere Szenarien ab.

  1. Was ist, wenn Stefan die Transaktionen so verfälscht, dass er der neue Besitzer des digitalen Apfels ist? Muss ich das Geld dann an Person A und Person B zurückzahlen?
  2. Könnte Stefan nicht einfach 20 digitale Äpfel als Ausgangswert in das Hauptbuch eintragen?
  3. Wieso speichert Stefan die Datei auf einem alten PC, der wird bestimmt gehackt?!
  4. Warum hat BitcoinBasis die alleinige Kontrolle über das Hauptbuch? Und wieso übertragen sie Stefan die Verantwortung?

Alle diese Szenarien sind möglich und die daraus folgenden Bedenken sind vollkommen legitim. Wieso solltest du dem Schlitzohr in diesem Fall Geld anvertrauen? Ich hoffe, dass du das nicht machst.

Dieses Beispiel sollte ein weiteres grundlegendes Problem aufzeigen: Das Vertrauen in eine dritte Partei. In diesem Beispiel das Vertrauen in Schlitzohr Stefan.

Aber wie wird das Vertrauen in eine Währung hergestellt? Bei einer staatlichen Währung vertrauen die Menschen in das System, oder wie Georg Simmel es zutreffend formulierte: “Geld ist die vielleicht konzentrierteste und zugespitzteste Form und Äußerung des Vertrauens in die gesellschaftlich-staatliche Ordnung.” In Europa vertrauen die Menschen darauf, dass die Zentralbanken die gemeinsame Währung bewahren und stärken.

Sollten die Menschen jedoch das Vertrauen in die Institutionen (dritte Parteien) und die Währung verlieren, dann wird es ungemütlich. Es kommt zur Hyperinflation, die staatliche Währung verliert aufgrund des fehlenden Vertrauens an Wert und Ausschreitungen der Massen sind keine Seltenheit. Das beste Beispiel hierfür ist Venezuela, wo Geld aufgrund des Wertverlustes sogar verbrannt wird.

Aber was bedeutet das für unsere digitalen Äpfel und für Bitcoin? Bitcoin war und ist keine staatliche Währung, die von einer funktionierenden gesellschaftlich-staatlichen Ordnung ausgegeben wurde und wird. Die neuartige Währung darf deshalb nicht von einer zentralen Institution wie dem Schlitzohr Stefan abhängig sein. Sie muss unabhängig von einem staatlichen-System und einer zentralen Institution sein, um das unerschütterliche Vertrauen der Menschheit zu gewinnen.

Anstatt das Hauptbuch nur einer Person oder einer Institution zu übergeben, wird dieses Transaktionsbuch an alle Menschen verteilt, die an dem System teilnehmen (möchten). Jeder Mensch auf der Welt hat das digitale Transaktionsbuch auf dem Computer und alle Transaktionen, die jemals getätigt wurden und werden, sind darauf gespeichert.

Zusätzlich zu der Kopie erhält jeder Computer ein integriertes Überprüfungssystem, das durchgehend prüft, ob alle Regeln eingehalten werden. Eine Regel ist zum Beispiel, dass die digitalen Äpfel (Bitcoin) nur versendet werden können, wenn man diese besitzt. Falls jemand schummeln möchte, schlagen die anderen Teilnehmer sofort Alarm.

Diese Überprüfungsregeln könnten nur überlistet werden, wenn alle Transaktionsbücher der weltweit verstreuten Teilnehmen gleichzeitig gegen ein gefälschtes Transaktionsbuch ausgetauscht werden würde. Und das ist eigentlich unmöglich.

Jetzt besteht aber noch eine letzte Hürde. Wir benötigen Teilnehmer, die alle weltweiten Apfel-Transaktionen einsammeln und gebündelt an die Teilnehmer senden, damit sie diese überprüfen und verifizieren können. Aber wie wird gewährleistet, dass die Sammler ehrlich bleiben und wie wird gewährleistet, dass sie nicht einfach ihre Arbeit niederlegen?

Ganz einfach: Es wird ein finanzieller Anreiz geboten, der so verlockend ist, dass die Sammler immer weiterarbeiten möchten. Wer zuerst von den digitalen Apfelpflückern 100 Transaktionen einsammelt und zur Überprüfung weitergibt, der erhält einen digitalen Apfel für seine Mühen, der vom Apfel-System automatisch ausgeschüttet wird.

Jeder Teilnehmer kann Nutzer sein und digitale Äpfel empfangen und versenden, jeder kann ein “Apfelpolizist” sein, der die Regeln überprüft und jeder kann ein Apfelpflücker sein. Denn das digitale Apfel-System ist öffentlich zugänglich, ähnlich wie Wikipedia.

Könnte so ein System funktionieren? Natürlich wurde alles ziemlich vereinfacht. Aber ja, dieses System besteht bereits und man nennt es das Bitcoin-Protokoll. Und die digitalen Äpfel namens “bitcoins” befinden sich in diesem System.

Du verstehst Bitcoin besser, als du denkst

Durch die Äpfel-Geschichte hast du Kernpfeiler und Grundprinzipien des Bitcoin-Protokolls bereits kennengelernt.

Das digitale Transaktionsbuch ist eine Sammlung von Informationen. Es sammelt eingehende und ausgehende Transaktionen, Kontostände und weitere Informationen, wodurch daraus ein Datensatz bzw. eine Art Datenbank entsteht. Und weil das Transaktionsbuch verteilt ist, ist es keine zentralisierte Datenbank.

Dieses Transaktionsbuch in unserem Beispiel entspricht also der Bitcoin-Blockchain, einer dezentralen Datenbank.

Die digitalen Apfelpflücker in unserem System werden für ihre harte Arbeit belohnt. Erst wenn Sie beweisen, dass sie etwas geleistet haben (Arbeitsnachweis bzw. Englisch: Proof-of-Work), dann erhalten Sie eine Belohnung. In unserem Beispiel mussten sie zuerst 100 Transaktionen finden, die sie dann an das Überprüfungssystem weitergeben.

Im Bitcoin-System sind das die Bitcoin-Miner, die alle zehn Minuten versuchen, ein mathematisches Rätsel zu lösen, um eine Vielzahl an Transaktionen und Informationen zu finden. Bei Bitcoin spricht man von Blöcken. Diese Transaktionen und Informationen sind alle schön in einem Block zusammengepackt.

Und sobald ein Bitcoin-Miner einen Block gefunden hat, hängt er diesen an die bestehenden Blöcke an, wodurch eine Kette von Blöcken, eine Blockkette oder anders ausgedrückt, eine Blockchain entsteht. Natürlich nur dann, wenn das Überprüfungssystem den Block verifiziert.

Jeder Teilnehmer des Apfel-Systems erhält eine synchronisierte Kopie des Transaktionsbuches und ein integriertes Überprüfungssystem, das durchgehend überprüft, ob alle Regeln eingehalten werden.

Bei Datenbanken werden solche Teilnehmer, die alles überprüfen und verifizieren, Knotenpunkte (Englisch: Nodes) genannt. Im BTC-Protokoll nennt man diese deshalb logischerweise Bitcoin-Nodes. Sie laden alle Blöcke herunter und überprüfen, ob diese regelkonform sind. Zum Beispiel verhindern sie, dass ein bösartiger Teilnehmer einen Bitcoin doppelt ausgeben kann (Double-Spending-Problem).

Wie funktioniert Bitcoin?

Wenn du den Artikel bis hierhin aufmerksam verfolgt hast, dann weißt du bereits, wie Bitcoin funktioniert. Am Anfang steht die Bitcoin-Transaktion, also die Überweisung eines BTC bzw. eines Teilbetrages von BTC von Person A an Person B.

Um eine Überweisung tätigen und empfangen zu können, benötigen die beiden Personen einen Zugang zum Bitcoin-Netzwerk. Und diesen Zugang erhalten die beiden Personen über einen Bitcoin-Wallet, der mit dem Netzwerk verbunden ist.

Ein Bitcoin-Wallet entspricht deinem Online-Banking, das dir einen Zugang zum staatlichen Geldsystem ermöglicht. Das Online-Banking enthält unter anderem:

  • Einen Zugangscode (Anmeldedaten)
  • Deine Kontonummer/IBAN
  • Und ein TAN-Verfahren für das Versenden

Beim Bitcoin-Wallet erhältst du einen privaten Schlüssel (dein Zugangscode), eine bzw. mehrere Bitcoin-Adressen (deine Bitcoin-Kontonummer) sowie (teilweise optional) ein eigenes Passwort für das Versenden deiner Bitcoins (dein TAN-Code).

Person B gibt Person A nun die Bitcoin-Adresse, damit Person A einen Betrag in Höhe von 0,01 BTC überweist. Person A nutzt diese Adresse, fügt sie in den Bitcoin-Wallet ein, passt den Betrag an und klickt auf Senden.

Eine Bitcoin-Adresse sieht übrigens wie folgt aus:

  • 1MKjTh6r1AEbqGhrH5KsamAHxc8WK1VSVE
  • 3Gfbu1ygRsWq8TZ3Z5G22xREMsjFyafAcP
  • bc1qar0srrr7xfkli5l643lydnw9re59gtzzwf5mdq

Auf den ersten Blick scheint die lange Zahlenfolge vielleicht abschreckend. Aber eigentlich entspricht diese Abfolge deiner IBAN – mit dem Unterschied, dass die IBAN für einen Menschen schöner anzusehen ist.

Einem Computer bzw. einer App ist die längere Zeichenfolge natürlich vollkommen egal.

Die BTC-Transaktion wurde jetzt dem Netzwerk gemeldet und wartet darauf, in einen Bitcoin-Block aufgenommen zu werden.

Alle nicht eingesammelten Transaktionen werden in einen Warteraum verfrachtet und warten – wie im Arztzimmer – darauf, endlich an der Reihe zu sein. Dieses Wartezimmer nennt man korrekt übrigens Memory Pool oder abgekürzt Mempool.

Mit der Transaktion im Netzwerk gelangt die Bitcoin-Maschinerie also ins Rollen: Das Bitcoin-Mining beginnt. Alle zehn Minuten generiert das Protokoll einen neuen Block, den Miner finden können, indem sie ein vorgegebenes mathematisches Rätsel lösen.

Wer den Block zuerst findet, der erhält die Belohnung für den gefundenen Block (Block-Belohnung) und außerdem die Transaktionsgebühren von allen Transaktionen, die der Miner mit in den Block aufgenommen hat.

Wie viel ist ein Bitcoin Wert?

Im Jahr 2017 stieg der Wert eines Bitcoins von etwas unter 1.000 US-Dollar auf ca. 20.000 US-Dollar an. Dieser Höchststand konnte bis heute nicht mehr erreicht werden. Nach dem höchsten Stand folgte ein Einbruch und der Preis für einen Bitcoin fiel im Jahr 2019 auf ca. 3.500 US-Dollar.

Heute ist der Bitcoin so viel wert:

bitcoin

Bitcoin (BTC)

USD
$9.084,82
EUR
8.069,77
GBP
£7.278,12

Da Bitcoin keine Aktie ist, kein Unternehmen und nicht physisch ist, fällt es manchen Menschen schwer, Bitcoin einen Wert zuzuschreiben. Die Kryptowährung ist ein neuartiges Konzept.

Es gibt diverse Experten, die verschiedene Thesen zu der Preisbildung aufstellen. Bisher folgte die digitale Währung jedoch keinem Trend und keiner These.

Meiner Meinung nach sind Bitcoins wertvoll, weil sie nützlich sind und Menschen der neuen Form von Geld vertrauen und sie diese akzeptieren. In dem Artikel „Wie entsteht der Wert von Bitcoin“ gehe ich darauf genauer ein.

Und der Preis von Bitcoin setzt sich ganz einfach aus Angebot und Nachfrage zusammen.

In Bitcoin investieren

Bitcoin ist die Zukunft, eine Revolution, ein Spekulationsobjekt, digitales Gold, ein Wertspeicher, eine Alternative, eine Blase. All das und mehr ist Bitcoin, wenn man sich die verschiedenen Meinungen durchliest.

Eines ist Bitcoin auf jeden Fall: Handelbar. Das bedeutet, obwohl Bitcoin nicht staatlich unterstützt ist, kann man die Kryptowährung mit staatlichen Währungen (USD, EUR, usw.) einkaufen.

Risiken bei einem Investment

Durch die sprunghaften Anstiege des Bitcoin Kurses in den Jahren 2011 und 2013 wurden etliche Spekulanten und Investoren auf die Kryptowährung aufmerksam.

Diese Kurssprünge brachte auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dazu, mehrere Statements zu der digitalen Währung zu veröffentlichen.

Im Dezember 2013 qualifizierte die BaFin BTC “rechtlich verbindlich als Finanzinstrumente in der Form von Rechnungseinheiten”. Und gleichzeitig stellte die BaFin fest, dass für Nutzer mehrere Risiken bestehen.

Auch das Risiko eines Totalverlustes sei nicht auszuschließen. Diese Warnungen sind vollkommen legitim und sollten bei einem potentiellen Anleger keine Emotionen auslösen.

Das Konzept einer Kryptowährung ist selbst nach mittlerweile mehr als zehn Jahren noch neu – im Vergleich mit bekannten Anlagen. Bitcoin muss die jahrzehntelange Erfolgsbilanz erst noch beweisen.

Barry Silbert, CEO der Digital Currency Group, die Bitcoin- und Blockchain-Unternehmen aufbaut und in diese investiert, meinte treffend, dass Bitcoin das Investment mit dem höchsten Risiko und gleichzeitig der höchsten Rendite sei.

Die Gier sollte jedoch niemals den gesunden Menschenverstand trüben. Es bestehen etliche Risiken bei einer Investition. Die BaFin rät deshalb:

Jeder potenzielle Nutzer muss sich daher sorgfältig mit dem Netzwerk und seinen Möglichkeiten und Risiken befassen. [...] Eine zentrale staatliche Aufsicht oder Regulierung gibt es nicht.

Regulatorische Risiken

Mit Bitcoins kann man Geld waschen, illegale Aktivitäten bezahlen oder fördern, die Steuer hinterziehen und mehr. Und obwohl Bitcoin eher pseudonym statt anonym ist, geschieht das in einigen Einzelfällen.

Deswegen könnten Regierungen versuchen, die Verwendung, den Ein- und Verkauf zu regulieren oder im schlimmsten Fall zu verbieten.

New York verabschiedete 2015 z.B. eine Vorschrift, die heutzutage als BitLicense bekannt ist. Diese Vorschrift führte dazu, dass etliche Bitcoin-Händler aus New York umziehen (mussten).

Sicherheitsrisiken

Der Handel und die Verwendung von Bitcoins ist vollständig digital. Dadurch bestehen wie bei jedem virtuellen System die üblichen Sicherheitsrisiken: Hacker, Malware, Störungen oder falsch programmierter Code.

Das gilt für den eigenen Bitcoin Wallet genauso wie für Bitcoin Börsen. Bestes Beispiel ist der Börsenhack im Jahr 2014. Die damalige Börse Mt. Gox mit Sitz in Japan musste schließen, nachdem Bitcoin in Millionenhöhe gestohlen wurden.

Betrugsrisiken

Dadurch dass Bitcoin nicht einheitlich reguliert ist, befindet man sich im Wilden Westen. Ein gefundenes Fressen für Betrüger.

Schneeballsysteme, Trading-Roboter mit garantierten Gewinnen und mehr bringen neue Benutzer in Versuchung.

Marktrisiken

Bitcoin-Werte schwanken nicht nur, sie springen. Wer sich bisher nur mit Aktienkursen auseinandergesetzt hat, muss sich auf eine Achterbahnfahrt einstellen. Kursgewinne und -verluste in Höhe von 30 Prozent an einem Tag sind keine Seltenheit.

Deine Emotionen werden deine Investitionen höchstwahrscheinlich beeinflussen. Um diese schlechte Eigenschaft loszuwerden benötigst du Zeit und Erfahrungen. Deshalb ist für den Anfang ein kostenloses Demokonto sehr sinnvoll.

Eine weitere Gefahr in diesem Zusammenhang ist, dass die Markenbekanntheit von Bitcoin in Zukunft nicht mehr ausreichen könnte. Ein technischer Durchbruch in Form einer anderen virtuellen Währung stellt immer eine Bedrohung dar.

Bitcoin und die Steuer

Wer mit Bitcoin handelt, muss unter Umständen Steuern zahlen. Der Handel mit Kryptowährungen wird als „private Veräußerungsgeschäfte“ eingestuft und damit steuerlich so behandelt, wie der private Handel mit Kunstgegenständen oder Edelmetallen.

Versteuert wird der Veräußerungsgewinn, also der Gewinn, der sich nach Abzug des Kaufpreises aus dem Verkaufspreis ergibt. Es kommt der Einkommensteuersatz zur Anwendung. Die privaten Veräußerungsgeschäfte werden in der Anlage SO eingetragen.

Unter Umständen musst Du aber keine Steuern zahlen. So gibt es für private Veräußerungsgeschäfte eine Haltefrist von einem Jahr.

Wer seine Bitcoin ein Jahr lang hält, ohne sie zu verkaufen oder sie zu verleihen, der muss anschließend keine Steuern mehr für den Verkauf bezahlen. Der Gewinn aus dem Handel bleibt steuerfrei.

Das gilt auch, wenn Du Deine Bitcoin zum Kauf irgendwelcher Waren oder Dienstleistungen verwendest. Um die Haltefrist geltend machen zu können, muss man den Zeitpunkt des Kaufs und Verkaufs der Bitcoin eindeutig belegen können.

Zum Beispiel in Form von Zahlungsbestätigungen von den Börsen.

Eine weitere Möglichkeit, Steuern zu sparen, besteht in der Freigrenze. Sollte der Veräußerungsgewinn unter 600 Euro liegen, dann bleibt der Betrag steuerfrei. Du musst also keine Steuern zahlen, wenn Dein Gewinn unter dieser Grenze liegt.

Das gilt allerdings für alle Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften eines Jahres.

Alle Gewinne werden für die Freigrenze zusammengerechnet, also auch die Gewinne aus Veräußerungsgeschäften mit anderen Gütern wie Edelmetallen. Sobald die Freigrenze auch nur um einen Cent überschritten wird, wird der gesamte Gewinn steuerpflichtig.

Interessante Daten & Fakten

Die Historie

  1. August 2008: Die Domain bitcoin.org wurde via anonymousspeech.com anonym gebucht registriert.
  1. Oktober 2008: Eine Person mit dem Namen Satoshi Nakamoto veröffentlicht auf metzdowd.com das “Bitcoin P2P e-cash paper”. Nakamoto schreibt, dass er an einer neuen Form von elektronischem Bargeld gearbeitet hätte, die Peer-to-Peer ist und keine Drittpartei benötige. Der angehängte Link führt zu einem PDF, das heute als das Bitcoin-Whitepaper bekannt ist.
  1. Januar 2009: Der erste Bitcoin-Block wurde von Nakamoto geschürft. Dieser Block, der Block 0, ist auch als Genesis-Block bekannt. Satoshi Nakamoto versteckt in diesem Block die Botschaft “The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks”. Entweder wollte Nakamoto bestätigen, dass der Block an diesem Tag generiert wurde oder – was wahrscheinlicher ist – er wollte einen politischen Kommentar zu der Finanzkrise hinterlassen.
  1. Januar 2009: Die erste Version der Bitcoin-Software wird veröffentlicht.

Satoshi Nakamoto

Satoshi Nakamoto ist der Name des Bitcoin-Erfinders. Dieser Name ist jedoch ein Pseudonym, niemand weiß, ob sich hinter diesem eine Person oder eine Gruppe versteckt.

Nakamoto entschied sich, anonym zu bleiben. Die Motive dafür liegen auf der Hand. Einerseits wollte Satoshi die Privatsphäre wahren und andererseits wird das Bitcoin-Vermögen auf bis zu 700.000 Bitcoins geschätzt.

Ein weiterer Grund, wieso Satoshi anonym bleiben muss, ist, dass Menschen gerne einen Anführer haben, einen Verantwortlichen. Das wiederum würde ihn jedoch zu einer zentralen Anlaufstelle machen, zu einer Art Institution.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Im Jahr 2140 wird es ungefähr 21 Millionen Bitcoin geben. Die genaue Summe lautet 2.099.999.997.690.000 Satoshis (kleinste Bitcoin-Einheit), das sind 20.999.999,97690000 Bitcoin. Wieso der Bitcoin Erfinder diese Summe ausgewählt hat, ist unbekannt.

In dem Artikel “Wie viele Bitcoins gibt es?” zeige ich, wie sich die Summe zusammensetzt.

Einheit
Abkürzung
Dezimal in BTC
Bitcoin
1 BTC / 1 XBT
1,00
Milli-Bitcoin
1 mBTC
0,001
Micro-Bitcoin
1 μBTC
0,000001
Satoshi
1 sat
0,00000001

Worauf basiert Bitcoin?

Vires in numeris ist ein bekannter lateinischer Leitsatz der Bitcoin-Community, der übersetzt Stärke in Zahlen bedeutet. Dieser zeigt eigentlich deutlich auf, worauf Bitcoin basiert: auf Mathematik.

Menschen vertrauen keiner Institution, keiner Drittpartei, sie haben Vertrauen in (komplexe) mathematische Formeln.

Die wichtigsten Eigenschaften

Das größte Hindernis konnte überwunden werden. Keine zentrale Institution kontrolliert Bitcoin. Jeder Computer, der ein Teil des Netzwerks sein möchte, der kann das auch. Und unabhängig davon, wie der Bitcoin Kurs gerade steht: Das Internet-Geld fließt weiter.

Jede Transaktion wird auf der Blockchain gespeichert. Jeder kann einsehen, wie viele Bitcoins von einer Adresse auf eine andere Adresse gesendet wurden.

Allerdings weiß niemand, wem die Adresse gehört. Wer einen BTC-Wallet nutzt, der benötigt keinen Namen, keine Adresse oder andere persönliche Informationen.

Deine Adresse ist dann quasi dein Pseudonym im Bitcoin-Netzwerk. Solange keine Daten von dir mit der Adresse in Verbindung gebracht werden, bist du anonym.

In der Realität werden Bitcoin jedoch über Börsen gekauft, bei denen man Informationen zu der eigenen Person angeben muss. Bei strafrechtlichen Auffälligkeiten wird eine Verbindung zum Beispiel auf diese Weise festgestellt.

Sobald eine Bitcoin-Transaktion in der Blockchain ist, kann diese nicht mehr rückerstattet werden. Der Empfänger müsste die Bitcoin dann zurücküberweisen.

Einerseits ist das von Vorteil, da der Empfänger nicht behaupten kann, dass er das Geld nicht erhalten hätte.

Andererseits ist es von Nachteil, da du die Gefahr der Überweisung trägst. Falls du eine falsche Adresse eingibst, erhältst du deine Bitcoin nicht zurück.

Innerhalb von wenigen Minuten können Bitcoins von Berlin nach New York überwiesen werden. Die Geldsumme spielt dabei keine Rolle und die Gebühren für die Transaktion bleiben gleich (niedrig).

Kein Finanzdienstleister überprüft die Transaktion (über mehrere Tage) und keiner kann die Überweisung stoppen oder dein Konto einfrieren. Die Überweisung erfolgt ohne Umwege von einer zur anderen Person.

Vorteile und Risiken

Vorteile der Kryptowährung

Die maximale Anzahl ist auf fast 21 Millionen BTC festgelegt.

Durch die Knappheit kann Bitcoin ein alternativer Wertspeicher werden.

Die Blockchain-Technologie gilt als sehr sicher.

BTC ist weltweit verfügbar und länderübergreifend gültig.

Nachteile & Schwächen

Extreme Kursschwankungen sind keine Seltenheit.

Nur eine begrenzte Anzahl an Unternehmen akzeptieren Bitcoin als Zahlungsmittel.

Es wird vermutet, dass der Bitcoin-Markt aufgrund fehlender Regulierung stark manipuliert ist.

Bei Bitcoin bist du deine eigene Bank und für Verluste und die Sicherheit selbst verantwortlich.

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