XRP sendet aktuell ein Warnsignal, das es in dieser Form noch nie gegeben hat. Der monatliche Relative Strength Index (RSI) ist auf 41,64 gefallen und markiert damit den niedrigsten Wert seit Bestehen des Tokens.
Selbst während des Corona-Crashs im März 2020 lag der Indikator mit 43,75 höher. Für Anleger wird damit eine Frage immer wichtiger: Handelt es sich um eine seltene Kaufchance oder um den Vorboten weiterer Verluste?
Warum der aktuelle RSI-Wert jetzt Aufmerksamkeit bekommt
Der RSI misst die Stärke und Dynamik vergangener Kursbewegungen. Je niedriger der Wert, desto stärker gilt ein Vermögenswert als überverkauft. Zwar liegt XRP mit 41,64 noch oberhalb der klassischen Überverkauft-Zone bei 30 Punkten, für XRP selbst ist dieser Wert jedoch historisch einmalig.
Auf die Entwicklung aufmerksam gemacht hat XRP-Kommentator Austin, der den Rückgang des Indikators bereits bei einem RSI von 42,64 öffentlich hervorgehoben hatte. Seitdem hat sich der Abverkauf weiter verschärft. Mit einem aktuellen Kurs von rund 1,11 US-Dollar notiert XRP inzwischen etwa 61 Prozent unter seinem Hoch von 2,84 US-Dollar aus dem Oktober 2025.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Haken: Der Juni ist noch nicht abgeschlossen. Sollte XRP bis Monatsende wieder deutlich ansteigen und die Marke von 1,30 US-Dollar zurückerobern, könnte sich auch der finale RSI-Wert spürbar verbessern. In diesem Fall würde das aktuelle Rekordtief an Aussagekraft verlieren.
Die Erinnerung an 2020 lässt Anleger aufhorchen
Der letzte vergleichbare Extremwert stammt aus dem März 2020. Damals markierte XRP bei rund 0,11 US-Dollar seinen Zyklusboden. In den Monaten danach etablierte der Markt eine Serie höherer Tiefs, bevor der Kurs im April 2021 auf fast 2 US-Dollar stieg.
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Auch in späteren Marktphasen folgten auf starke Schwächephasen teils massive Erholungen. So erreichte XRP im November 2024 sogar ein Hoch von 3,40 US-Dollar. Historische Vergleiche liefern zwar keine Garantie für die Zukunft, sie zeigen jedoch, dass extreme RSI-Werte in der Vergangenheit häufig mit wichtigen Wendepunkten zusammenfielen.
Diese Kurszone entscheidet jetzt über Erholung oder neuen Druck
Der aktuelle Rückgang findet nicht isoliert statt. Der gesamte Kryptomarkt steht unter Druck. Bitcoin verlor zuletzt deutlich an Boden, während die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptosektors innerhalb einer Woche um mehrere hundert Milliarden US-Dollar schrumpfte.
Auch XRP spürt die Folgen. Die Marktkapitalisierung fiel innerhalb weniger Tage von rund 82,5 Milliarden auf etwa 69 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von rund 15 Prozent.
Für Anleger rückt nun vor allem die Zone zwischen 1,10 und 1,30 US-Dollar in den Fokus. Solange XRP unterhalb dieses Bereichs bleibt, dominiert das Risiko weiterer Verkäufe. Gelingt dagegen die Rückeroberung der 1,30-Dollar-Marke, könnte das historische RSI-Signal deutlich entschärft werden.
Noch ist der Monat nicht beendet. Genau deshalb steht XRP an einem Punkt, an dem sich entscheiden könnte, ob der tiefste RSI-Wert der Geschichte als Bodenbildung in Erinnerung bleibt oder als Warnsignal vor einer weiteren Abwärtswelle.