Bitcoin über 64.000-Dollar-ETFs drehen ins Plus doch Zweifel bleiben

Bitcoin über 64.000-Dollar-ETFs drehen ins Plus doch Zweifel bleiben
Bitcoin über 64.000-Dollar-ETFs drehen ins Plus doch Zweifel bleiben (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs haben erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder eine Woche mit positiven Nettozuflüssen abgeschlossen. Insgesamt flossen 197 Millionen US-Dollar in 13 Produkte. Trotzdem bleibt die Lage widersprüchlich: Während der Bitcoin-Kurs in dieser Woche um rund 3 Prozent anzog und wieder über 64.000 US-Dollar stieg, sehen Marktbeobachter die ETF-Nachfrage weiterhin als zu schwach an, um von einer echten Trendwende zu sprechen.

Bitcoin- und Ethereum-ETFs beenden ihre Verlustserie

Die jüngsten Zuflüsse beendeten eine Serie von acht Wochen mit Nettoabflüssen bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs. In diesem Zeitraum waren mehr als 8 Milliarden US-Dollar aus dem Sektor abgezogen worden. Die neue Woche begann zunächst stark: Am Montag kamen laut Daten von SoSoValue 265 Millionen US-Dollar hinzu, am Dienstag weitere 21,4 Millionen US-Dollar.

Zur Wochenmitte drehte die Stimmung jedoch wieder ins Negative. Am Mittwoch wurden 84,8 Millionen US-Dollar abgezogen, am Donnerstag nochmals 95 Millionen US-Dollar. Erst am Freitag kehrte die Nachfrage zurück, als die Fonds 90,4 Millionen US-Dollar einsammelten. Damit blieb die Handelswoche insgesamt knapp im Plus.

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei den Spot-Ethereum-ETFs. Auch sie konnten ihre achtwöchige Abflussserie beenden und schlossen die Woche mit 84,42 Millionen US-Dollar an Nettozuflüssen ab. Das deutet darauf hin, dass Anleger ihre Krypto-Bestände derzeit weniger aggressiv reduzieren als in den Wochen zuvor.

Das Analysehaus Swissblock wertete dies als Zeichen dafür, dass die besonders starke Verkaufswelle am ETF-Markt zunächst abgeebbt ist. Aus Sicht der Analysten ist das Risiko einer Kapitulationsphase gesunken, während die Spot-ETF-Ströme wieder leicht positiv geworden sind.

Analysten sehen noch keine echte Rückkehr der Nachfrage

Trotz der positiven Woche mahnen Marktbeobachter zur Vorsicht. Ein einzelner Wochengewinn bei den ETF-Zuflüssen reiche nicht aus, um nach acht Wochen mit Abflüssen bereits von einer nachhaltigen Erholung der institutionellen Nachfrage zu sprechen.

Besonders auffällig ist aus Sicht von Ecoinometrics, dass sich der Bitcoin-Kurs bei etwa 64.000 US-Dollar halten kann, obwohl im ETF-Sektor zuvor über Wochen Kapital abgeflossen ist. Die Analysten sehen darin ein Zeichen, dass sich der Preis derzeit schneller erholt als die tatsächliche Nachfrage.

Entscheidend sei nicht, ob die ETF-Zuflüsse an einzelnen Tagen oder in einer einzelnen Woche kurzzeitig positiv ausfallen. Wichtiger sei, ob die Kapitalströme über einen längeren Zeitraum positiv bleiben und so den übergeordneten Trend bei den Beständen wirklich drehen.

Auch Swissblock teilt diese Einschätzung. Die aktuelle Akkumulation wirke noch schwach und lasse keine klare, breit getragene Überzeugung institutioneller Investoren erkennen. Deshalb sprechen die jüngsten Zahlen eher für eine Verlangsamung des Verkaufsdrucks als für eine bestätigte Trendwende.

Kurserholung läuft der ETF-Nachfrage voraus

Unterm Strich zeigt sich damit ein gemischtes Bild: Der Bitcoin-Markt wirkt kurzfristig robuster, und die Rückkehr kleinerer ETF-Zuflüsse ist ein positives Signal. Gleichzeitig fehlen bislang mehrere Wochen mit konstantem Kapitalzufluss, die belegen würden, dass Investoren ihre Positionen wieder systematisch aufbauen.

Solange diese Bestätigung ausbleibt, bleibt die Erholung über 64.000 US-Dollar zwar bemerkenswert, sie steht aber noch auf einem unsicheren Fundament. Der Kursanstieg ist derzeit schneller als die Rückkehr der ETF-Nachfrage – und genau darin sehen Analysten das größte Risiko für die Nachhaltigkeit der Rally.

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