Zwischen dem 30. Juni und dem 10. Juli haben sich die XRP-Wallet-Ströme auf den großen Kryptobörsen deutlich auseinanderentwickelt. Besonders auffällig ist Upbit: Dort stieg die Dominanz der Einzahlungen auf 29,7 Prozent. Auf Coinbase zeigt sich dagegen fast das entgegengesetzte Bild, denn dort gewannen Abhebungen massiv an Gewicht.
Für Anleger ist diese Spaltung relevant, weil Einzahlungen auf Börsen häufig auf eine höhere Verkaufsbereitschaft hindeuten können. Abhebungen sprechen dagegen eher dafür, dass Investoren ihre XRP langfristig halten oder außerhalb einer Handelsplattform verwahren wollen. Die Daten liefern damit kein einheitliches Marktsignal, sondern zeigen zwei völlig unterschiedliche Strategien.
Warum die 29,7 Prozent auf Upbit jetzt auffallen
Auf der südkoreanischen Börse Upbit stieg die sogenannte Net Wallet Flow Dominance von 21 auf 29,7 Prozent. Das entspricht einem Sprung um 8,7 Prozentpunkte innerhalb von nur zehn Tagen.
Damit verlagerte sich die Aktivität der Upbit-Nutzer klar auf die Einzahlungsseite. Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Abverkauf unmittelbar bevorsteht. Werden jedoch mehr XRP auf eine Börse übertragen, stehen diese Coins grundsätzlich schneller für den Handel und damit auch für mögliche Verkäufe zur Verfügung.
Gerade bei XRP ist die Entwicklung auf Upbit relevant, da südkoreanische Anleger bei starken Kursbewegungen häufig eine bedeutende Rolle spielen. Hält der Trend zu höheren Einzahlungen an, könnte daraus zusätzlicher Verkaufsdruck entstehen. Dreht die Kennzahl dagegen wieder nach unten, wäre das ein Hinweis darauf, dass die erhöhte Handelsbereitschaft nur vorübergehend war.
Coinbase-Nutzer senden ein völlig anderes Signal
Die stärkste Veränderung gab es auf Coinbase. Dort fiel die Kennzahl von 19 auf nur noch 1,8 Prozent. Der Rückgang um 17,2 Prozentpunkte zeigt, dass Abhebungen die Entwicklung inzwischen deutlich stärker prägen.
Das kann als Zeichen gewertet werden, dass Coinbase-Nutzer ihre XRP von der Börse abziehen und in eigene Wallets verschieben. Solche Bewegungen reduzieren das unmittelbar verfügbare Angebot auf einer Handelsplattform und gelten daher häufig als weniger verkaufsorientiert.
Auch bei Crypto.com verschob sich das Verhältnis in Richtung Abhebungen. Dort sank der Wert von sieben auf vier Prozent. Die Veränderung fällt deutlich kleiner aus als bei Coinbase, bestätigt aber denselben grundsätzlichen Trend.
Binance bleibt ruhig, während der Markt auseinanderdriftet
Auf Binance zeigte sich dagegen kaum Bewegung. Die Dominanz stieg lediglich von zwölf auf rund 13 Prozent. Der Anstieg um einen Prozentpunkt deutet nur auf eine leichte Verschiebung zugunsten von Einzahlungen hin.
Damit bleibt die weltweit bedeutende Handelsplattform im Vergleich zu Upbit und Coinbase auffallend stabil. Während sich auf Upbit mehr XRP in Richtung Börse bewegen und Coinbase-Nutzer ihre Bestände offenbar verstärkt abziehen, ist auf Binance bislang weder ein klarer Verkaufsimpuls noch eine ausgeprägte Akkumulationsbewegung zu erkennen.
Für den XRP-Markt entsteht dadurch ein widersprüchliches Bild. Die steigenden Einzahlungen auf Upbit könnten neuen Angebotsdruck erzeugen. Die starken Abhebungen auf Coinbase sprechen dagegen dafür, dass ein Teil der Anleger seine Coins nicht kurzfristig verkaufen will.
Entscheidend ist nun, ob Upbit auch in den kommenden Tagen eine hohe Einzahlungsdominanz behält. Steigt der Wert weiter, könnte das Warnsignal für den XRP-Kurs ernster werden. Geht er zurück, während die Abhebungen auf Coinbase hoch bleiben, würde die Chance auf eine Verknappung des verfügbaren Angebots wieder stärker in den Vordergrund rücken.