Bitcoin-Difficulty fällt heute um 10,3% – das steckt dahinter

Bitcoin-Difficulty soll am 13. Juni um 10,3% fallen
Bitcoin-Difficulty fällt heute um 10,3% – das steckt dahinter (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Im Bitcoin-Netzwerk steht am 13. Juni 2026 eine große Anpassung der Mining-Schwierigkeit an. Sie ist auf Blockhöhe 953.568 vorgesehen. Nach der aktuellen Prognose soll die Difficulty um etwa 10,3 Prozent sinken. Damit würde der Zielwert von 138,96 Billionen auf rund 124,25 Billionen fallen.

Die geplante Senkung würde in diesem Jahr zu den stärksten Rückgängen gehören. Größer war bisher nur ein Minus von 11,16 Prozent im Februar. Seit 2009 wäre es demnach der elftgrößte negative Difficulty-Schritt. Die Mining-Schwierigkeit ist seit Jahresbeginn bereits deutlich gesunken, von nahe 150 Billionen auf einen erwarteten Wert um rund 126 Billionen.

Warum die Difficulty fällt

Eine sinkende Difficulty heißt in der Praxis oft: Ein Teil der Hashrate ist aus dem Netz gegangen, zumindest vorübergehend. Der Hintergrund ist ein schwieriges Umfeld für viele Miner. Bitcoin selbst steht seit Jahresbeginn rund 30 Prozent tiefer. Im Juni kam ein weiterer Rückgang von etwa 15 Prozent hinzu. Der Kurs bewegte sich dadurch in einer Spanne von 62.000 bis 63.000 US-Dollar.

Capriole Investments beziffert die durchschnittlichen Produktionskosten für einen Bitcoin derzeit auf etwa 62.650 US-Dollar. Charles Edwards, Gründer von Capriole, sagt: Viele Miner würden im Durchschnitt nur noch an der Gewinnschwelle arbeiten. Außerdem nennt er eine „elektrische Untergrenze“ von aktuell etwa 50.000 US-Dollar.

Hinzu kommt ein Problem auf der Einnahmenseite, das oft unterschätzt wird. Die jährlichen Transaktionsgebühren der Miner liegen nach Angaben aus dem Mining-Sektor auf dem niedrigsten Stand seit 2019.

In Summe wirkt das wie eine Zwickmühle: weniger Preis, weniger Gebühren, geringere Reserven.

Strukturwandel bei Minern: mehr AI-Compute, günstigere Hardware

Der Druck verändert den Markt. Mehrere börsennotierte Mining-Unternehmen verlagern Kapazitäten demnach weg vom reinen Krypto-Mining hin zu AI-Compute-Hosting. Das ist ein Hinweis, dass manche Betreiber ihre Infrastruktur breiter aufstellen wollen, um Einnahmen zu stabilisieren.

Gleichzeitig sind die Preise für Mining-Hardware am Zweitmarkt stark gefallen. Braiins Daten zeigen Rückgänge von bis zu 62 Prozent innerhalb eines Jahres. Das schafft Chancen für gut aufgestellte Firmen. Sie können günstiger nachrüsten und alte Geräte ersetzen.

Druck, aber noch keine Kapitulation

Mehrere Miner-Indikatoren liegen laut Analyst Axel Adler in Bereichen, wie sie nach früheren Halvings zu sehen waren. Gleichzeitig sieht Adler noch keine Kapitulationsphase wie an den Markttiefs 2018 und 2022.

Der Puell Multiple lag am 10. Juni bei etwa 0,74, der Rohwert bei 0,58. Werte unter 1 bedeuten, dass die Miner-Einnahmen unter dem Jahresdurchschnitt liegen. Zum Vergleich: Der 30-Tage-Durchschnitt fiel nahe dem Markttief 2022 auf 0,45 und im Dezember 2018 auf 0,33.

Auch das Price-to-Miner-Revenue-Multiple liegt deutlich unter früheren Spitzen. Zuletzt stand es bei etwa 80. Im Juli 2025 und im Februar 2021 lag es jeweils um 160. Am Tiefpunkt 2022 fiel dieser Wert auf 33.

Für den Sektor wird der 13. Juni trotzdem zur nächsten Belastungsprobe. Die Difficulty-Senkung dürfte die verbleibenden Miner etwas entlasten, weil aktive Hashrate dann bessere Chancen auf Blockbelohnungen hat. Gleichzeitig kommt dieser Effekt in einer Phase, in der Preis, Hashprice und Gebühreneinnahmen als historisch schwach beschrieben werden.

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