Bitcoin steht wieder unter Druck, weil ausgerechnet die großen Käufer zuletzt die Richtung gewechselt haben. Laut Capriole-Investments-Gründer Charles Edwards ist die institutionelle Nachfrage wieder ins Minus gerutscht. Für den Markt ist das ein Warnsignal: Solange große Adressen netto verkaufen, wird eine echte Kurserholung deutlich schwieriger.
That didn't last long. Institutions are once again dumping on us. Primarily ETFs, which started unloading as soon as we got the diabolical inflation print 2 weeks ago. Hard to get meaningful price improvement while this metric is in the red. pic.twitter.com/20X8eBxLgx
— Charles Edwards (@caprioleio) May 26, 2026
Im Fokus steht der Indikator „Net Institutional Buying“. Er misst, ob institutionelle Akteure über Spot-ETFs und Bitcoin-Treasury-Unternehmen netto kaufen oder verkaufen. Genau dieser Wert war seit März positiv und deutete auf anhaltende Nachfrage großer Marktteilnehmer hin. Jetzt liegt er wieder im roten Bereich.
Warum der ETF-Druck jetzt gefährlich wird
Der Umschwung kommt vor allem von den US-Spot-ETFs. Nach dem jüngsten Inflationsbericht haben sich dort wieder Nettoabflüsse gezeigt. Für Bitcoin ist das heikel, weil die ETFs in den vergangenen Monaten eine der wichtigsten Brücken für institutionelles Kapital waren.
Wenn diese Käuferseite wegbricht, fehlt dem Markt ein zentraler Stabilisator. Das bedeutet nicht automatisch einen starken Abverkauf. Aber es nimmt Bitcoin genau den Rückenwind, der für neue Hochs oder eine überzeugende Erholung nötig wäre.
Edwards bringt es klar auf den Punkt: Solange der Indikator rot bleibt, sei eine spürbare Verbesserung beim Preis schwer. Für Anleger heißt das: Nicht nur der Bitcoin-Kurs selbst zählt jetzt, sondern vor allem die Frage, ob institutionelle Nachfrage zurückkommt oder der Verkaufsdruck weiter zunimmt.
Millionen Bitcoin liegen im Verlust
Zusätzlichen Druck zeigt ein Blick auf die On-Chain-Daten. Nach Angaben von Glassnode befinden sich derzeit rund 7,75 Millionen Bitcoin in einem nicht realisierten Verlust. Das bedeutet: Diese Coins wurden zu höheren Preisen gekauft, als sie aktuell wert sind.
Diese Zahl liegt zwar unter den Spitzenwerten nach dem Februar-Crash, bleibt aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Genau darin liegt das Risiko. Wenn viele Anleger im Verlust sitzen, steigt bei weiterer Schwäche die Gefahr, dass schwächere Marktteilnehmer kapitulieren und verkaufen.
Glassnode beschreibt diesen Angebotsüberhang als typisches Merkmal von Bärenmarktphasen. Erst wenn dieser Druck bereinigt ist, kann der Markt wieder stabiler werden.
Jetzt entscheidet sich, ob Bitcoin nur korrigiert oder kippt
Für Bitcoin ist die Lage damit klarer als sie auf den ersten Blick wirkt. Der Markt kämpft nicht nur mit kurzfristigen Kursbewegungen, sondern mit einem echten Nachfrageproblem auf institutioneller Seite. Solange ETFs Abflüsse zeigen und Millionen Coins im Verlust liegen, bleibt jede Erholung anfällig.
Die entscheidende Frage lautet jetzt: Kommen die großen Bitcoin-Käufer zurück oder wird aus dem Rücksetzer ein tieferer Stimmungswechsel? Genau diese institutionelle Nachfrage entscheidet nun darüber, ob Bitcoin wieder Stärke aufbaut oder der nächste Abverkauf näher rückt.