Alle Strategy Käufe und Verkäufe: So baute Saylor 846.842 Bitcoin auf

Strategy baut Bitcoin Reserven aus
Alle Strategy Käufe und Verkäufe: So baute Saylor 846.842 Bitcoin auf (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Strategy hat seine Bitcoin-Reserve erneut ausgebaut. Laut der offiziellen Kaufhistorie des Unternehmens liegt der Bestand inzwischen bei 846.842 BTC. Der durchschnittliche Kaufpreis beträgt 75.656 US-Dollar pro Bitcoin, die gesamten Anschaffungskosten liegen bei rund 64,07 Milliarden US-Dollar.

Der jüngste Kauf war am 15. Juni 2026. Strategy meldete den Kauf von 1.587 BTC für rund 100 Millionen US-Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 63.024 US-Dollar. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen seine USD-Reserve auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Damit setzt Michael Saylor seine Bitcoin-Treasury-Strategie fort, obwohl der Markt zuletzt deutlich skeptischer auf die Kapitalstruktur von Strategy blickte.

Die vollständige Chronik zeigt: Aus einem ersten Kauf im August 2020 wurde eines der größten Bitcoin-Experimente der Kapitalmarktgeschichte. Gleichzeitig ist 2026 erstmals ein Punkt erreicht, an dem nicht mehr nur Käufe im Fokus stehen. Auch Verkäufe, Dividendenpuffer und mögliche Verwässerung werden für Anleger wichtiger.

Mehr zur jüngsten Saylor-Meldung gibt es hier: Strategy verkauft 32 Bitcoin und kauft dann nach.

Der aktuelle Stand: 846.842 BTC in der Reserve

Strategy führt aktuell 846.842 BTC in der eigenen Bitcoin-Reserve. Bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von 75.656 US-Dollar entspricht das Anschaffungskosten von rund 64,07 Milliarden US-Dollar. Der aktuelle Bestand macht Strategy weiterhin zum mit Abstand größten börsennotierten Bitcoin-Halter der Welt.

Bemerkenswert ist dabei die Geschwindigkeit des Aufbaus. Seit Jahresbeginn 2026 stieg der Bestand von 672.500 BTC auf 846.842 BTC. Das entspricht einem Nettozuwachs von 174.342 BTC. Diese Zahl enthält bereits den kleinen negativen Eintrag vom 1. Juni 2026, als Strategy 32 BTC veräußerte.

Damit ist die Saylor-Strategie in eine neue Phase eingetreten. Bis 2024 ging es vor allem darum, möglichst viel Bitcoin auf die Bilanz zu bringen. Ab 2025 und 2026 wurde daraus ein komplexeres Finanzmodell aus Bitcoin-Bestand, MSTR-Aktien, Vorzugsaktien, Dividenden und Dollarreserven.

Strategy im Jahr 2026
Strategy im Jahr 2026

Die wichtigsten Meilensteine der Strategy Bitcoin-Käufe

DatumAktionBTCDurchschnittspreisBestand danach
10. August 2020Erster Bitcoin-Kauf21.454 BTC11.652 US-Dollar21.454 BTC
14. September 2020Zweiter großer Kauf16.796 BTC10.419 US-Dollar38.250 BTC
21. Dezember 2020Großer Jahresend-Kauf29.646 BTC21.925 US-Dollar70.470 BTC
19. Februar 2021Milliardenkauf im Bullenmarkt19.452 BTC52.765 US-Dollar90.531 BTC
28. Dezember 2022Kauf nach Bärenmarkt-Crash2.501 BTC17.847 US-Dollar132.500 BTC
27. Dezember 2023Großer Ausbau vor ETF-Jahr14.620 BTC42.110 US-Dollar189.150 BTC
25. November 2024Größter Einzelkauf in der Tabelle55.500 BTC97.862 US-Dollar386.700 BTC
30. Dezember 2024Jahresabschluss 20242.138 BTC97.837 US-Dollar446.400 BTC
23. Februar 2026Kleiner Nachkauf592 BTC67.286 US-Dollar717.722 BTC
1. Juni 2026Verkauf-32 BTC77.135 US-Dollar843.706 BTC
8. Juni 2026Nachkauf1.550 BTC65.332 US-Dollar845.256 BTC
15. Juni 2026Jüngster Kauf1.587 BTC63.024 US-Dollar846.842 BTC

Die Tabelle zeigt nur die wichtigsten Stationen. Die komplette Liste umfasst inzwischen 113 gemeldete Einträge. Besonders auffällig ist der Bruch ab Ende 2024. In dieser Phase beschleunigte Strategy seine Käufe massiv und baute den Bestand von 252.220 BTC im September 2024 auf 446.400 BTC Ende Dezember 2024 aus.

Auch 2025 blieb die Akkumulation hoch. Ende 2025 lag der Bestand bereits bei 672.500 BTC. Im Jahr 2026 kamen bis zum 15. Juni weitere 174.342 BTC netto dazu.

Vom Softwareunternehmen zur Bitcoin-Treasury-Maschine

Der erste Kauf im August 2020 war noch vergleichsweise einfach zu erklären. Strategy, damals noch stärker als Softwareunternehmen wahrgenommen, wollte einen Teil seiner überschüssigen Liquidität in Bitcoin halten. Michael Saylor begründete die Entscheidung damals mit der Sorge vor Geldentwertung und mit Bitcoin als digitalem Wertspeicher.

Heute ist daraus etwas deutlich Größeres geworden. Strategy ist für viele Anleger kein klassisches Softwareunternehmen mehr, sondern ein Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Der Aktienkurs von MSTR hängt stark an Bitcoin, aber nicht eins zu eins. Denn die Aktie enthält zusätzlich Erwartungen an Kapitalerhöhungen, Schuldenstruktur, Vorzugsaktien, mögliche Verwässerung und die Fähigkeit des Unternehmens, in schwachen Marktphasen liquide zu bleiben.

Das macht Strategy besonders spannend, aber auch riskanter als einen einfachen Bitcoin-ETF. Anleger kaufen nicht nur indirekt Bitcoin, sondern auch ein Kapitalmarktmodell rund um Bitcoin. Mehr zur Frage, was passiert, wenn weitere Großkonzerne Bitcoin kaufen, gibt es hier: Was passiert, wenn ein weiterer Mag8-Konzern Bitcoin kauft?

Die größten Strategy Käufe seit 2020
Die größten Strategy Käufe seit 2020

Der Verkauf von 32 BTC war klein, aber symbolisch wichtig

Der auffälligste Eintrag in der jüngeren Liste ist der 1. Juni 2026. Strategy meldete dort einen negativen BTC-Wert von 32 BTC.

Bei einem Bestand von mehr als 840.000 BTC entspricht ein Verkauf von 32 BTC kaum mehr als einer Rundungsbewegung.

Trotzdem war die Wirkung groß. Der Verkauf traf einen Nerv, weil Saylors Strategie jahrelang als kompromissloses Kaufen und Halten verstanden wurde. Sobald Strategy auch nur einen kleinen Teil verkauft, stellt sich für Anleger die Frage: War das eine technische Ausnahme oder beginnt eine neue Phase, in der Bitcoin-Verkäufe Teil des Finanzierungsmodells werden?

Genau deshalb wurde der Vorgang breit diskutiert. In unserer Analyse JPMorgan warnt: 32-Bitcoin-Verkauf schürt Dividenden-Sorge ging es bereits um die Frage, ob der Verkauf weniger mit Bitcoin selbst und mehr mit dem Dividendenpuffer von Strategy zu tun hatte.

2026 wird zum Stresstest

Die Chronik zeigt zwei entscheidende Phasen. Die erste begann 2020 mit dem Grundsatzentscheid, Bitcoin als Reserveasset zu halten. Die zweite begann Ende 2024, als die Käufe massiv beschleunigt wurden. Allein zwischen November und Dezember 2024 kaufte Strategy in mehreren großen Tranchen zehntausende Bitcoin hinzu.

2026 ist dagegen weniger eindeutig. Zwar kauft Strategy weiter. Gleichzeitig tauchen erstmals Fragen auf, die früher kaum eine Rolle spielten: Muss das Unternehmen bei Bedarf Bitcoin verkaufen? Wie stabil sind die Vorzugsaktien? Wie teuer wird die Kapitalaufnahme? Und wie stark werden Stammaktionäre verwässert?

Damit wird Strategy zunehmend selbst zu einem Marktindikator. Früher war MSTR vor allem eine Bitcoin-Wette. Heute ist MSTR zusätzlich ein Test dafür, ob ein börsennotiertes Unternehmen dauerhaft riesige Bitcoin-Bestände über Kapitalmärkte finanzieren kann.

Was bedeutet das für Bitcoin-Anleger?

Für Bitcoin selbst bleibt Strategy ein zweischneidiges Signal. Auf der positiven Seite entzieht das Unternehmen dem Markt enorme Mengen BTC. 846.842 BTC sind mehr als vier Prozent der maximalen Bitcoin-Menge von 21 Millionen Coins. Das ist eine strukturelle Angebotsverknappung, solange Strategy nicht verkauft.

Auf der negativen Seite entsteht ein Konzentrationsrisiko. Wenn ein einzelnes Unternehmen so stark mit Bitcoin verbunden ist, können Probleme bei MSTR auch auf die Bitcoin-Stimmung abstrahlen. Ein kleiner Verkauf von 32 BTC hat bereits gezeigt, wie sensibel der Markt auf Veränderungen in Saylors Strategie reagiert.

Entscheidend bleibt deshalb nicht nur, ob Strategy weiter kauft. Entscheidend ist, ob das Unternehmen seine Käufe finanzieren kann, ohne das Vertrauen der Aktionäre zu beschädigen. Gerade in Phasen, in denen Bitcoin unter seinem durchschnittlichen Strategy-Kaufpreis liegt, wird diese Frage wichtiger.

Saylor kauft weiter, aber die Geschichte wird komplexer

Die Strategy-Chronik ist beeindruckend. Aus 21.454 BTC im August 2020 wurden bis Juni 2026 insgesamt 846.842 BTC. Kein anderes börsennotiertes Unternehmen hat Bitcoin so aggressiv in seine Bilanz eingebaut.

Gleichzeitig ist die Story nicht mehr so einfach wie früher. Die jüngsten Käufe zeigen Stärke. Der kleine Verkauf von 32 BTC, die wachsende USD-Reserve und die Kritik von Peter Schiff zeigen aber auch, dass Strategy inzwischen nicht nur eine Bitcoin-Wette ist, sondern ein komplexes Finanzkonstrukt.

Für Bitcoin-Bullen bleibt Saylor einer der wichtigsten institutionellen Käufer. Für skeptische Anleger wird 2026 dagegen zum Stresstest: Kann Strategy weiter Bitcoin akkumulieren, ohne Aktionäre zu stark zu verwässern und ohne in schwachen Marktphasen unter Verkaufsdruck zu geraten?

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Bitcoin, MSTR und damit verbundene Wertpapiere sind mit erheblichen Risiken verbunden.

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