Bitcoin: 6,26 Millionen BTC betroffen – Glassnode warnt vor wachsendem Quantenrisiko

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Bitcoin: 6,26 Millionen BTC betroffen – Glassnode warnt vor wachsendem Quantenrisiko (Foto KI generiert)
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Eine neue Analyse von Glassnode zeigt ein wachsendes Sicherheitsproblem bei Bitcoin: Rund 6,26 Millionen BTC, entsprechend 31,2 Prozent des bislang geschaffenen Angebots, liegen auf Adressen mit bereits offengelegten öffentlichen Schlüsseln. Damit könnte ein erheblicher Teil der Kryptowährung langfristig durch leistungsfähige Quantencomputer angreifbar werden. Besonders auffällig ist, dass auch Millionen Bitcoin auf Krypto-Börsen betroffen sind.

Die Zahlen veröffentlichte Glassnode-Mitgründer Rafael Schultze-Kraft am 8. Oktober. Anfang 2021 lag der Anteil der Bitcoin mit offengelegten öffentlichen Schlüsseln noch bei 24,8 Prozent. Seitdem ist er um 6,4 Prozentpunkte gestiegen.

Auch gegenüber der vorherigen Glassnode-Untersuchung vom Mai 2026 hat sich die Situation verschärft. Damals identifizierten die Analysten rund 6,04 Millionen BTC mit entsprechenden Merkmalen. Inzwischen sind etwa 222.000 BTC hinzugekommen.

Warum 4,33 Millionen Bitcoin besonders im Fokus stehen

Die größte Schwachstelle entsteht laut Glassnode nicht durch einen unmittelbaren Fehler im Bitcoin-Protokoll, sondern durch den Umgang mit bestehenden Adressen. Rund 4,33 Millionen BTC sind durch die Wiederverwendung von Adressen potenziell exponiert.

Bei vielen Bitcoin-Adressen bleibt der öffentliche Schlüssel zunächst hinter einem kryptografischen Hash verborgen. Wird von einer solchen Adresse eine Transaktion ausgeführt, kann der zugehörige öffentliche Schlüssel auf der Blockchain sichtbar werden.

Wer dieselbe Adresse anschließend erneut verwendet oder dort weiterhin Bitcoin hält, lässt diese Bestände unter Umständen mit einem bereits bekannten öffentlichen Schlüssel zurück.

Weitere rund 1,94 Millionen BTC sind aufgrund ihrer technischen Struktur exponiert. Dazu gehören ältere P2PK-Adressen sowie Taproot-Ausgänge, bei denen öffentliche Schlüssel beziehungsweise entsprechende kryptografische Schlüsselwerte direkt auf der Blockchain sichtbar sind.

Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Bitcoin heute gestohlen werden können. Bitcoin verwendet digitale Signaturen, deren Sicherheit auf mathematischen Problemen beruht, die für klassische Computer praktisch nicht lösbar sind. Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte diese Schutzmechanismen künftig jedoch gefährden und unter bestimmten Voraussetzungen private Schlüssel aus bekannten öffentlichen Schlüsseln ableiten.

Entscheidend ist deshalb die Unterscheidung zwischen einer bereits sichtbaren Information und einer tatsächlich ausnutzbaren Schwachstelle. 

Auch Krypto-Börsen betroffen: 1,79 Millionen BTC im Fokus

Besonders relevant werden die neuen Daten beim Blick auf zentral verwahrte Bitcoin-Bestände. Nach Berechnungen von Glassnode verfügen rund 1,79 Millionen BTC auf identifizierten Börsenadressen über offengelegte öffentliche Schlüssel. Das entspricht etwa 57 Prozent der von Glassnode erfassten Börsenbestände.

Im Mai hatte dieser Anteil noch bei 55 Prozent gelegen. Die Entwicklung betrifft damit nicht nur Anleger, die ihre Bitcoin selbst verwahren. Auch große Handelsplattformen und institutionelle Verwahrer müssen sich langfristig mit möglichen Anpassungen ihrer Wallet-Infrastruktur beschäftigen.

Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Anbietern. Die On-Chain-Auswertung zeigt lediglich, welche Bestände nach der verwendeten Methodik über sichtbare öffentliche Schlüssel verfügen. Sie sagt weder aus, ob eine Börse aktuell unsicher ist, noch ob ihre Bitcoin bereits kompromittiert wurden.

Glassnode betont ausdrücklich, dass die Kennzahlen keine Sicherheitsbewertung einzelner Handelsplattformen oder Verwahrer darstellen. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Ein hoher Anteil offengelegter Schlüssel ist nicht mit einem unmittelbar bevorstehenden Verlust von Kundengeldern gleichzusetzen. 

Droht Bitcoin ein echtes Sicherheitsproblem?

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Quantencomputer theoretisch eine Gefahr für Bitcoin darstellen können. Vielmehr geht es darum, wann solche Systeme tatsächlich leistungsfähig genug sein könnten, um die verwendeten Signaturverfahren anzugreifen.

Bislang gibt es keinen öffentlich bestätigten Quantenangriff, mit dem sich die privaten Schlüssel regulärer Bitcoin-Wallets auf diese Weise berechnen lassen. Dennoch verdeutlichen die neuen Glassnode-Zahlen, warum das Thema für die langfristige Entwicklung von Bitcoin relevant ist.

Sollten kryptografisch leistungsfähige Quantencomputer entstehen, bevor Bitcoin ausreichend widerstandsfähige Signaturverfahren eingeführt und gefährdete Bestände migriert hat, könnten insbesondere Coins mit bereits sichtbaren öffentlichen Schlüsseln unter Druck geraten.

Eine mögliche Gegenmaßnahme wäre die Einführung quantenresistenter Signaturverfahren. Dafür wären jedoch technische Anpassungen, eine breite Unterstützung innerhalb des Bitcoin-Netzwerks und eine Migration bestehender Bestände erforderlich.

Für Anleger ergibt sich daraus zunächst kein Grund, allein wegen dieser Statistik überstürzt Bitcoin zu verkaufen. Sinnvoll ist allerdings, Adressen möglichst nicht wiederzuverwenden und langfristig auf aktuelle Wallet-Standards sowie Entwicklungen rund um quantenresistente Bitcoin-Lösungen zu achten.

Die Größenordnung ist inzwischen erheblich: Fast jeder dritte bereits geschaffene Bitcoin liegt laut Glassnode hinter einem öffentlich sichtbaren Schlüssel. Ob daraus irgendwann ein tatsächliches Sicherheitsproblem entsteht, hängt vom Fortschritt der Quantencomputer und davon ab, wie rechtzeitig das Bitcoin-Netzwerk seine Kryptografie weiterentwickelt.

Einordnung zum aktuellen Bitcoin-Kurs

Am 9. Oktober 2026 notiert Bitcoin nach abgerufenen Marktdaten bei rund 82.000 US-Dollar. Nach dem Rückgang von über 85.000 US-Dollar Anfang der Woche steht kurzfristig insbesondere die Unterstützung im Bereich von 80.000 bis 81.000 US-Dollar im Fokus. Eine Erholung über 85.000 US-Dollar würde das kurzfristige Chartbild dagegen verbessern. 

Die neuen Glassnode-Daten liefern jedoch keinen Beweis dafür, dass das Quantenrisiko den jüngsten Kursrückgang ausgelöst hat. Während kurzfristig die Marke von 80.000 US-Dollar über weiteren Verkaufsdruck entscheiden könnte, bleibt langfristig entscheidend, ob Bitcoin eine quantenresistente Absicherung erreicht, bevor entsprechende Angriffe technisch möglich werden.

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