Der chinesisch kanadische Lehrer und YouTube Kommentator Jiang Xueqin hat mit einer steilen These für Diskussionen gesorgt. In einem Podcast behauptete er, Bitcoin könne nicht von Satoshi Nakamoto stammen, sondern möglicherweise von der CIA oder einem größeren US Machtapparat entwickelt worden sein. In der Bitcoin Szene löste das schnell deutliche Kritik aus, viele halten seine Argumentation für ein Missverständnis darüber, wie das Netzwerk tatsächlich funktioniert.
Jiang Xueqin: Warum sollte jemand Bitcoin einfach verschenken?
Jiang, der laut eigenen Kanälen ein Millionenpublikum erreicht, begründete seine Vermutung mit einer Art Ausschlussverfahren. Für ihn wirkt die klassische Entstehungsgeschichte unlogisch: Jemand investiert jahrelang, vielleicht sogar jahrzehntelang Arbeit in eine neue Technologie, stellt sie dann kostenlos ins Netz und verschwindet komplett.
Er formulierte dazu drei Leitfragen: Wer hätte überhaupt die technische Fähigkeit für so ein System, wer würde davon profitieren und warum sollte man den Ursprung geheim halten. Als mögliche Urheber nannte er US Behörden und Einrichtungen aus dem Sicherheits, Geheimdienst, und Verteidigungsumfeld. Jiang verwies dabei auf die Rolle staatlich unterstützter Projekte beim Aufbau zentraler Internet Grundlagen, etwa in Bereichen wie GPS oder frühen Netzwerk Technologien.
In seiner Darstellung könnte eine Blockchain aus strategischer Sicht zwei Ziele erfüllen: Überwachung und verdeckte Finanzierung. Gleichzeitig argumentierte er, der Wert von Bitcoin hänge davon ab, dass Menschen glauben, es sei unabhängig von staatlicher Kontrolle. Sobald sich der Eindruck durchsetze, Bitcoin sei eine Geheimdienst Operation, würden weniger Menschen investieren, so seine These.
Als weiteren Punkt nannte Jiang frühe Investoren wie die Winklevoss Zwillinge, die schon sehr früh Millionen in Bitcoin gesteckt haben sollen. Er fand das auffällig, weil sie aus seiner Sicht keine klassischen Technologen seien.
Deutlicher Widerspruch aus der Bitcoin Szene
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Mehrere bekannte Bitcoin Stimmen wiesen die CIA Vermutung zurück und betonten, dass sie an den Eigenschaften von Bitcoin vorbeigehe. Der zentrale Einwand lautet: Bitcoin ist offen einsehbar, der Code ist Open Source, und das Netzwerk wird nicht von einer einzelnen Stelle betrieben.
Analystin Lyn Alden stimmte dieser Sicht zu und machte einen Punkt, der in der Debatte oft genannt wird: Selbst wenn man nicht sicher weiß, wer Bitcoin erfunden hat, sei das für die Funktionsweise weniger entscheidend als Jiang behauptet. Das System könne anhand seiner Regeln, seiner Transparenz und seiner Dezentralisierung bewertet werden.
Ein weiterer Kommentar zielte auf eine konkrete Aussage von Jiang ab, nämlich die Frage, wo denn die Bitcoin Server stehen würden. Genau darin sehen Kritiker das Verständnisproblem. Bitcoin läuft nicht auf den Servern einer Firma, sondern auf einem weltweiten, verteilten Netz von Nodes und Minern. Dadurch sei das Netzwerk schwer zu zensieren, schwer abzuschalten und nur sehr begrenzt zentral steuerbar.
Fazit: Ursprung bleibt offen, aber Kontrolle ist nicht versteckt
Jiang Xueqins Theorie stellt vor allem den Ursprung von Bitcoin in den Mittelpunkt. Die Gegenargumente aus der Community setzen dagegen auf die Struktur des Systems: öffentlich, überprüfbar und dezentral. Genau deshalb sagen viele Bitcoiner, dass die Frage nach dem Erfinder zwar interessant ist, aber für die tägliche Funktionsweise und die Kontrolle über das Netzwerk nicht die entscheidende Rolle spielt. Zum Zeitpunkt des Berichts lag der Bitcoin Kurs bei rund 74.886 US Dollar.