Das US Militär betreibt derzeit aktiv einen eigenen Bitcoin Node. Das hat Admiral Samuel Paparo, Vier Sterne Admiral und Kommandeur des US Indo Pacific Command, in einer Anhörung vor dem US Repräsentantenhaus öffentlich gemacht. Bemerkenswert ist dabei weniger ein möglicher finanzieller Nutzen von Bitcoin, sondern der konkrete Einsatz als technisches Werkzeug für Cybersecurity und Netzwerkschutz.
US Militär testet Bitcoin als Cybersecurity Werkzeug
Die Aussagen fielen am 22. April während einer Anhörung des House Armed Services Committee. Auf eine Frage von Abgeordnetem Lance Gooden, welche Befugnisse und Ressourcen für den Umgang mit digitalen Assets aus Sicht der nationalen Sicherheit nötig seien, gab Paparo einen ungewöhnlich direkten Einblick in laufende Tests.
Seine Kernaussage: Das US Militär betreibt bereits einen Node im Bitcoin Netzwerk. Es geht dabei nicht ums Mining und auch nicht darum, Bitcoin zu kaufen oder zu halten. Stattdessen nutzt INDOPACOM den Zugang zum Netzwerk, um zu beobachten, zu messen und operative Tests durchzuführen.
Paparo formulierte es sinngemäß so: Man habe aktuell einen Node im Bitcoin Netzwerk, man mine keine Bitcoins, sondern nutze das System zur Überwachung und für mehrere Tests, um Netzwerke mit Hilfe des Bitcoin Protokolls abzusichern und zu schützen.
Warum Bitcoin aus Militärsicht interessant ist
Paparo erklärte den Abgeordneten, dass INDOPACOM den Nutzen vor allem in den technischen Grundlagen sieht. Er nannte dabei Kryptografie, die Blockchain und Proof of Work als Bausteine, die sich für Sicherheitsanwendungen eignen. Bitcoin sei aus seiner Sicht ein Protokoll, das bleiben werde, nicht als Spekulationsobjekt, sondern wegen seiner Eigenschaften als robuste, überprüfbare Infrastruktur.
Mehrfach betonte er, dass er Bitcoin nicht als Instrument zur Finanzmacht versteht, sondern als Computer Science Ansatz mit direkten Folgen für die Absicherung von Netzwerken. In diesem Zusammenhang sprach er auch von power projection, also Machtprojektion, jedoch ausdrücklich im technischen Sinne, etwa durch bessere Verteidigung, bessere Sichtbarkeit von Netzwerkereignissen und Methoden, die Zero Trust Prinzipien unterstützen.
Als weiteren Punkt nannte Paparo, dass Menschen Bitcoin bereits nutzen, um digitales Eigentum zu schützen. Die Kombination aus kryptografischer Sicherheit und nachvollziehbarer, verteilter Buchführung habe aus seiner Sicht nationale Sicherheitsrelevanz. Gleichzeitig stellte er klar, dass er Maßnahmen unterstützt, die die Dominanz des US Dollars erhalten.
Kein Einzelfall: Paparo hatte zuvor schon ähnlich argumentiert
Die Enthüllung kam nicht völlig überraschend. Bereits einen Tag zuvor hatte Paparo vor dem Senate Armed Services Committee in einer anderen Anhörung ähnliche Argumente vorgetragen. Dort hatte er Bitcoin ebenfalls als strategisches Protokoll beschrieben und weniger als Anlageobjekt. Er sprach von großem Potenzial als Computer Science Werkzeug und verwies auf wichtige Anwendungen im Bereich Cybersecurity, unabhängig von der wirtschaftlichen Betrachtung.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag der Bitcoin Kurs bei rund 77.689 US Dollar.