Strategy wird für Bitcoin jetzt zu einem Machtfaktor, den der Markt nicht mehr ignorieren kann. Das Unternehmen von Michael Saylor hält nach dem jüngsten Kauf 818.334 BTC und rückt damit näher an die geschätzten 1,096 Millionen Bitcoin heran, die Satoshi Nakamoto zugerechnet werden. Bleibt das aktuelle Tempo hoch, könnte Strategy laut Galaxy-Research-Chef Alex Thorn innerhalb von zwei Jahren sogar am Bitcoin-Erfinder vorbeiziehen.
Der Abstand ist noch groß, aber nicht mehr abstrakt: Rund 278.000 BTC fehlen Strategy bis zur Satoshi-Zone. Genau deshalb wird diese Entwicklung für Anleger so wichtig. Denn hier geht es nicht nur um eine weitere Unternehmensbilanz, sondern um die Frage, wie stark ein einzelner Käufer den Bitcoin-Markt bereits prägt.
Warum Strategys Käufe jetzt den ganzen Markt bewegen
Bitwise-CIO Matt Hougan sieht Strategy als den wichtigsten Treiber hinter der jüngsten Bitcoin-Erholung. Laut seinem Memo hat das Unternehmen in nur acht Wochen Bitcoin im Wert von 7,2 Milliarden US-Dollar gekauft. Bitcoin liegt aktuell bei rund 76.000 US-Dollar, nach einem Rückgang im Tagesverlauf.
Das verändert die Ausgangslage deutlich. ETF-Zuflüsse und langfristige Holder spielen zwar ebenfalls eine Rolle, doch die regelmäßigen Käufe von Strategy wirken wie ein dauerhafter Nachfrageblock. Wenn dieser Käufer weiter aktiv bleibt, kann das Rücksetzer abfedern. Wenn er ausfällt, verliert Bitcoin einen der sichtbarsten Stützen der aktuellen Erholung.
Der jüngste Kauf zeigt, wie konsequent Saylor vorgeht: Zwischen dem 20. und 26. April erwarb Strategy weitere 3.273 BTC für rund 255 Millionen US-Dollar. Damit liegt das Unternehmen inzwischen sogar vor BlackRocks iShares Bitcoin Trust, der laut BlackRock per 28. April rund 812.000 BTC hielt.
STRC wird zur entscheidenden Geldquelle
Der Motor hinter den Käufen ist STRC, eine unbefristete Vorzugsaktie von Strategy. Das Instrument soll nahe 100 US-Dollar handeln und bietet derzeit eine jährliche Dividendenrendite von 11,5 Prozent. Für Investoren ist das attraktiv, weil die Rendite deutlich über vielen Hochzinsanleihen liegt. Für Strategy ist es vor allem ein Weg, neues Kapital einzusammeln und damit weitere Bitcoin zu kaufen.
Genau hier liegt aber auch das Risiko. Hougan beschreibt, dass die Dividenden nicht aus einem klassischen operativen Geschäft bezahlt werden, sondern vor allem durch neues Kapital. Seine Gegenargumentation: Hinter dem Modell steht ein massiver Bitcoin-Bestand. Solange Bitcoin steigt oder zumindest hoch genug bleibt, wirkt die Struktur tragfähig. Gerät Bitcoin jedoch stärker unter Druck, wird aus der Kaufmaschine schnell ein Belastungstest.
Hougan rechnet vor, dass Strategy bei heutigen Bitcoin-Preisen theoretisch 42 Jahre lang bestehende Dividenden zahlen könnte. Steigt Bitcoin langfristig um etwa 20 Prozent pro Jahr, könnten die Zahlungen seiner Einschätzung nach dauerhaft tragfähig bleiben. Doch das ist genau die Wette: Strategy braucht nicht nur Nachfrage nach STRC, sondern auch einen Bitcoin-Preis, der die Bilanz stark genug hält.
Die Satoshi-Zone wird zur neuen psychologischen Marke
Dass Strategy Satoshi überholen könnte, ist mehr als eine symbolische Schlagzeile. Satoshi steht im Bitcoin-Markt für den Ursprung, für die unangetastete Reserve und für eine Art stille Obergrenze der bekannten Einzelbestände. Wenn ein börsennotiertes Unternehmen diese Zone erreicht, verschiebt sich die Wahrnehmung von Bitcoin.
Für Anleger zählt jetzt vor allem eine Frage: Bleibt Strategys Kaufprogramm ein stabiler Rückenwind oder wird die Abhängigkeit selbst zum Risiko? Solange neues Kapital fließt, kann Saylor weiter Bitcoin vom Markt ziehen. Doch je größer der Bestand wird, desto stärker hängt die Marktstimmung an der Annahme, dass diese Maschine weiterläuft.
Die kritische Zone liegt damit klar vor dem Markt: Strategy steht bei 818.334 BTC, Satoshi wird auf rund 1,096 Millionen BTC geschätzt. Hält das Tempo an, rückt die größte symbolische Bitcoin-Schwelle der Welt plötzlich in Reichweite. Genau dort entscheidet sich, ob Strategys Kaufwelle zur nächsten Stärkephase wird oder ob Bitcoin zu abhängig von einem einzigen Käufer geworden ist.