Michael Saylor hat den nächsten Bitcoin-Kauf gemeldet. Laut einem neuen Beitrag auf X hat Strategy 1.587 BTC für 100 Millionen US-Dollar erworben. Damit steigt die Bitcoin-Reserve des Unternehmens auf 846.842 BTC. Gleichzeitig erhöhte Strategy nach Saylors Angaben die USD-Reserve um weitere 100 Millionen US-Dollar auf nun 1,1 Milliarden US-Dollar.
Die Meldung kommt in einer sensiblen Marktphase. Bitcoin kämpft weiter um wichtige Kurszonen, während Anleger auf ETF-Zuflüsse, die US-Notenbank und geopolitische Risiken achten. Dass Strategy in diesem Umfeld erneut kauft, sendet ein klares Signal: Saylor hält am Bitcoin-Treasury-Modell fest.
Gleichzeitig wird die Kritik lauter. Gold-Befürworter Peter Schiff warf Strategy direkt unter dem Beitrag vor, mit einer negativen Bitcoin-Ertragsstrategie im Grunde nur Geld aufzunehmen, um Dividenden auf Vorzugsaktien weiterzahlen und den Bitcoin-Preis stützen zu können. Die Aussage ist zugespitzt, trifft aber einen wunden Punkt der Debatte: Wie belastbar ist das Modell, wenn Bitcoin länger unter Druck bleibt?
Mehr Hintergrund zur früheren Strategy-Debatte gibt es in unserer Analyse Strategy verkauft 32 Bitcoin und kauft dann nach sowie im Artikel JPMorgan warnt: 32-Bitcoin-Verkauf schürt Dividenden-Sorge.
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Weitere InformationenStrategy kauft 1.587 BTC für 100 Millionen US-Dollar
Nach Saylors Angaben erwarb Strategy 1.587 Bitcoin für 100 Millionen US-Dollar. Die neue Gesamtreserve liegt damit bei 846.842 BTC. Daten von BitcoinTreasuries führen Strategy ebenfalls mit 846.842 BTC per 15. Juni 2026. Damit bleibt das Unternehmen mit Abstand der größte börsennotierte Bitcoin-Halter der Welt.
Der Kauf ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Strategy zuletzt stärker unter Beobachtung stand. Anfang Juni hatte das Unternehmen erstmals wieder eine kleine Menge Bitcoin verkauft, bevor kurz darauf wieder zugekauft wurde. Damals erhöhte Strategy seine Reserve auf 845.256 BTC und die Dollarreserve auf 1 Milliarde US-Dollar. Diese Dynamik hat die Frage aufgeworfen, ob das Unternehmen seine Bitcoin-Strategie flexibilisiert oder nur Liquiditätsmanagement rund um seine Kapitalstruktur betreibt.
Für Bitcoin-Anleger ist das mehr als eine einzelne Kaufmeldung. Strategy ist inzwischen nicht mehr nur ein Softwareunternehmen mit Bitcoin-Bestand. Das Unternehmen ist zu einer Art börsengehandeltem Bitcoin-Treasury-Vehikel geworden, dessen Kapitalstruktur eng mit Bitcoin, MSTR-Aktien und mehreren Vorzugsaktien verbunden ist.
Wer die längerfristige Saylor-Strategie einordnen möchte, findet hier unseren Artikel Strategy jagt 1 Million Bitcoin.
Warum die USD-Reserve wichtig ist
Neben dem Bitcoin-Kauf ist die Dollarreserve der zweite wichtige Punkt. Strategy meldete, die USD-Reserve um 100 Millionen US-Dollar auf 1,1 Milliarden US-Dollar erhöht zu haben. Diese Reserve ist nicht nur eine normale Kasse. Sie soll nach früheren Strategy-Mitteilungen unter anderem dazu dienen, Dividenden auf Preferred Stock und Zinszahlungen auf ausstehende Schulden zu unterstützen.
Genau hier liegt der Kern der Debatte. Je größer die Kapitalstruktur rund um MSTR, STRC, STRD, STRF und STRK wird, desto wichtiger wird die Frage, ob Strategy in schwächeren Bitcoin-Phasen genug Liquidität hat, um Verpflichtungen zu bedienen, ohne zu ungünstigen Zeitpunkten Bitcoin verkaufen zu müssen.
Eine höhere USD-Reserve kann kurzfristig beruhigend wirken. Sie gibt dem Unternehmen mehr Puffer. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, dass Strategy neben Bitcoin immer stärker ein komplexes Finanzierungsmodell betreibt. Für Anleger wird deshalb nicht nur der Bitcoin-Bestand wichtig, sondern auch die Frage, wie dieser Bestand finanziert wird.
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Weitere InformationenPeter Schiff sieht ein Warnsignal
Peter Schiff reagierte scharf auf Saylors Beitrag. Sinngemäß schrieb er, dies sei offenbar die neue Strategie: Aktionäre mit einem negativen Bitcoin-Ertrag opfern, um den Ertrag auf Vorzugsaktien weiterzahlen und den Bitcoin-Preis stützen zu können.
Die Formulierung ist polemisch, passt aber zu Schiffs grundsätzlicher Kritik an Bitcoin. Seit Jahren argumentiert er, dass Bitcoin keinen inneren Wert habe und dass die Rallyes vor allem durch Liquidität, Spekulation und neue Käufer getragen würden. Im Fall von Strategy erweitert Schiff diese Kritik um einen weiteren Punkt: Er stellt infrage, ob die Kapitalaufnahme rund um MSTR langfristig wirklich Wert für Stammaktionäre schafft oder ob sie vor allem dazu dient, das Bitcoin-Treasury-Modell künstlich am Laufen zu halten.
Ganz von der Hand zu weisen ist die Frage nicht. Wenn Strategy Aktien oder kreditähnliche Instrumente ausgibt, um Bitcoin zu kaufen oder Liquiditätsreserven aufzubauen, verschiebt sich das Risiko. Steigt Bitcoin stark, kann das Modell enorm hebeln. Fällt Bitcoin oder bleibt lange unter Druck, steigt der Druck auf die Kapitalstruktur.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Schiffs Vorwurf korrekt ist. Strategy kann argumentieren, dass die USD-Reserve gerade dazu dient, kurzfristige Marktphasen zu überstehen und keine Bitcoin-Verkäufe erzwingen zu müssen. Der Unterschied liegt also in der Interpretation: Schiff sieht ein Warnsignal. Saylor dürfte es als Stärkung der Bilanz und der Bitcoin-Strategie darstellen.
Was bedeutet das für Bitcoin?
Der neue Kauf kann kurzfristig psychologisch stützen. Saylor-Käufe haben am Markt weiterhin Symbolwirkung, weil Strategy als größter börsennotierter Bitcoin-Halter gilt. Wenn das Unternehmen trotz schwacher Marktphase weiter akkumuliert, lesen viele Anleger das als Vertrauenssignal.
Gleichzeitig sollte man die Wirkung nicht überschätzen. Ein Kauf über 100 Millionen US-Dollar ist für den globalen Bitcoin-Markt relevant, aber nicht allein trendentscheidend. Wichtiger bleiben ETF-Zuflüsse, Liquidität, US-Zinsen, geopolitische Risiken und die Frage, ob Bitcoin wichtige Unterstützungen verteidigen kann.
Gerade in schwachen Phasen zeigt sich, ob institutionelle Nachfrage wirklich belastbar ist. Dazu passen unsere jüngsten Einordnungen zu ETF-Zuflüssen bei Bitcoin und zur Frage, warum die Zone um 62.800 US-Dollar für Bitcoin-Anleger wichtig wurde.
Saylor sendet Stärke, Schiff sieht Schwäche
Michael Saylor sendet mit dem neuen Bitcoin-Kauf ein klares Signal: Strategy bleibt auf Akkumulation ausgerichtet. 846.842 BTC sind eine gewaltige Reserve, und die zusätzliche USD-Reserve soll offenbar die Finanzierungsstruktur stabilisieren.
Peter Schiff liest dieselbe Meldung völlig anders. Für ihn wirkt die Strategie zunehmend wie ein Modell, bei dem Stammaktionäre die Risiken tragen, während bevorzugte Investoren bedient und Bitcoin-Käufe fortgesetzt werden.
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Struktur selbst. Strategy kann bei steigenden Bitcoin-Kursen massiv profitieren. Bei fallenden oder stagnierenden Kursen wird aber jedes Detail der Kapitalstruktur wichtiger.