Strategy steht kurz vor der nächsten Eskalationsstufe seiner Bitcoin-Strategie. Das Unternehmen hält inzwischen 843.738 BTC und rückt damit sichtbar näher an die symbolisch massive Marke von 1 Million Bitcoin heran. Entscheidend ist aber nicht nur, wie viel Strategy noch kauft, sondern ob das Unternehmen seinen Bitcoin-Bestand pro Aktie weiter schützen kann. Genau deshalb ist der geplante Rückkauf von Wandelanleihen jetzt so brisant.
Warum die 1-Million-Bitcoin-Marke mehr ist als nur eine runde Zahl
Strategy kontrolliert mit seinen aktuellen Beständen rund 4,02 Prozent des maximalen Bitcoin-Angebots von 21 Millionen BTC. Bei 1 Million Bitcoin läge der Anteil bei etwa 4,76 Prozent. Das wäre kein normales Treasury-Programm mehr, sondern eine der mächtigsten Einzelpositionen im gesamten Bitcoin-Markt.
Strategy to repurchase $1.5 billion principal amount of 2029 convertible notes. $MSTR $STRC https://t.co/enRuc7PBkY
— Michael Saylor (@saylor) May 15, 2026
Der Abstand ist dabei kleiner, als viele Anleger vermuten. Strategy müsste seine Bestände nicht verdoppeln, sondern noch rund 156.262 BTC zusätzlich aufbauen. Das entspricht etwa 18,5 Prozent mehr als heute. Für ein Unternehmen, das zuletzt Milliarden über Kapitalmarktinstrumente eingesammelt hat, ist diese Schwelle nicht mehr theoretisch, sondern eine konkrete strategische Zielzone.
Der Anleihe-Rückkauf zeigt, worum es wirklich geht
Strategy kauft nicht einfach nur Bitcoin. Das Unternehmen baut eine Finanzmaschine, die immer wieder neues Kapital in BTC umwandeln soll. Der kritische Punkt dabei: Jeder neue Dollar darf die Bitcoin-Menge pro Aktie nicht schwächen.
Genau hier wird der Rückkauf der 2029er-Wandelanleihen wichtig. Strategy will rund 1,5 Milliarden US-DollarNennwert seiner 0-Prozent-Wandelanleihen mit Fälligkeit 2029 für geschätzt etwa 1,38 Milliarden US-Dollar in bar zurückkaufen. Die zurückgekauften Papiere sollen anschließend eingezogen werden. Übrig blieben etwa 1,5 Milliarden US-Dollar dieser Anleihetranche.
Für Anleger ist das relevant, weil Wandelanleihen später zu neuen Aktien werden können. Mehr Aktien bedeuten potenziell weniger Bitcoin je Aktie. Wenn Strategy nun einen Teil dieser möglichen Verwässerung entfernt, schützt das den Kern der gesamten Saylor-Wette: nicht nur mehr Bitcoin in der Bilanz, sondern mehr Bitcoin-Wert pro Anteil.
Die Chance lebt, aber der Druck steigt
Strategy meldet laut eigener Bitcoin-Kaufseite einen durchschnittlichen Einstandspreis von 75.700 US-Dollar je BTC. Das zeigt, wie aggressiv die Strategie inzwischen geworden ist: Die Firma kauft weiter auf hohem Preisniveau und setzt darauf, dass ihre Kapitalstruktur auch bei großen Summen trägt.
Der geplante Anleihe-Rückkauf kann diese Struktur stärken, weil er zukünftige Verwässerung reduziert. Gleichzeitig erhöht er aber den Druck auf Strategy, weiterhin günstiges Kapital zu beschaffen. Denn der Weg zu 1 Million BTC funktioniert nur, solange Anleger bereit sind, Strategy Geld für diese Bitcoin-Strategie zu geben und solange die Rechnung pro Aktie aufgeht.
Genau darin liegt der Kernkonflikt: Hält der Kapitalmarkt die Saylor-Maschine weiter am Laufen, könnte Strategy die 1-Million-Bitcoin-Marke tatsächlich angreifen. Kippt jedoch die Nachfrage nach den Finanzinstrumenten oder fällt Bitcoin deutlich unter Druck, wird aus der aggressiven Akkumulation schnell ein Belastungstest für die gesamte Bilanz. Jetzt zählt nicht mehr nur der nächste Bitcoin-Kauf, sondern die Frage, ob Strategy den BTC-Bestand je Aktie weiter verteidigen kann.