Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat eine direkte Frage nach einem möglichen Bankkauf nicht beantwortet. Statt klar Ja oder Nein zu sagen, lenkte er das Gespräch auf Ripples Grundlinie: Banken und große Finanzhäuser sollen Partner und Kunden sein. Der Auftritt fand am 18. Februar beim Economic Club of New York statt. Das Gespräch führte James Hasso.
Die Frage war konkret: Würde Ripple jemals eine Bank kaufen oder lieber engere Partnerschaften eingehen, während das Unternehmen mit großen Instituten arbeitet und sein Stablecoin-Geschäft ausbaut. Garlinghouse machte früh klar, dass er nicht alles beantworten will. Danach erklärte er, warum Ripple in der Krypto-Branche lange als Außenseiter galt.
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Mehr InformationenGarlinghouse ließ offen, ob Ripple je eine Bank kaufen würde. Er betonte stattdessen, dass Banken für Ripple Kunden seien und bleiben sollen.
Warum Ripple bewusst auf Banken setzt
Garlinghouse sagte, Ripple sei früh einen „unpopulären“ Weg gegangen. Während viele Krypto-Projekte anfangs gegen Banken gearbeitet hätten, habe Ripple Banken als zentralen Zugang zu Menschen gesehen. Seine Logik: Wer die Technologie schnell in den Alltag bringen will, müsse dort ansetzen, wo die meisten Menschen ihre Finanzbeziehung haben.
Er stellte das als Brücken-Strategie dar. Ripple wolle traditionelle Finanzwelt mit der Krypto-Welt verbinden. In einfachen Worten: nicht „alles neu bauen“, sondern bestehende Systeme mit neuer Technik verbinden.
Stablecoin RLUSD: Regulierung als Verkaufsargument
Ein Schwerpunkt war Ripples Stablecoin RLUSD. Ein Stablecoin ist ein Krypto-Token, der an einen festen Wert gebunden sein soll, oft an den US-Dollar. Garlinghouse sagte, Ripple habe RLUSD vor 13 Monaten gestartet. Nach seinen Angaben liege RLUSD inzwischen etwa auf Platz acht unter den größten Stablecoins.
Er verband diese Entwicklung mit einer Strategie der strengen Aufsicht. Er verwies auf eine Trust-Lizenz der New York Department of Financial Services. Das ist eine Finanzaufsicht im US-Bundesstaat New York. Außerdem sprach er von einer „conditional“ OCC-Charter, also einer Art vorläufiger oder bedingter Zulassung durch eine US-Behörde für Bankenaufsicht.
Garlinghouse nannte das sinngemäß eine Extra-Absicherung. Ripple wolle so „überreguliert“ wirken, weil große Institutionen Sicherheit und klare Regeln erwarten. Er betonte dabei die Frage der Deckung. Gemeint ist: Ist der Stablecoin wirklich 1:1 mit Reserven hinterlegt. Dazu passten auch regelmäßige Prüfberichte, oft „Attestations“ genannt.
US-Regeln als Auslöser für mehr Nachfrage
Beim Thema Gesetze wurde Garlinghouse konkreter, aber auch hier gilt: Er beschrieb es aus seiner Sicht. Er sagte, ein Gesetz namens Genius Act sei eine Stablecoin-Regel gewesen, die verabschiedet wurde. Nach seinen Angaben habe Präsident Trump sie Ende Juli oder Anfang August unterschrieben. Das habe bei Ripple zu deutlich mehr Stablecoin-Aktivität geführt.
Er sagte außerdem, ein weiteres Gesetz, der Clarity Act, könnte einen ähnlichen Effekt haben. Die Idee dahinter: klarere Begriffe und klare Zuständigkeiten. Das würde laut Garlinghouse Entscheidern in Firmen und Banken mehr Spielraum geben, weil Unsicherheit sinkt.
- Stablecoins rund um die Uhr: Garlinghouse hob den Nutzen von Zahlungen zu jeder Zeit hervor, auch am Wochenende.
- Institutionen brauchen Klarheit: Boards, CFOs und Banken bewegen sich laut ihm schneller, wenn Regeln eindeutig sind.
- XRP Ledger als Zahlungsnetz: Er verwies auf XRP-Ledger-basierte Zahlungen als Anwendungsfall.
Tokenisierung: Ja, aber nur mit echtem Bedarf
Garlinghouse sprach auch über Tokenisierung. Das bedeutet: Vermögenswerte wie Anleihen oder Fondsanteile werden als digitale Tokens abgebildet. Er nannte als Problem alte Abwicklungszeiten wie T+3 oder T+1. Das steht für Tage zwischen Handel und finaler Abwicklung.
Gleichzeitig warnte er vor Projekten, die nur wegen der Technik entstehen. Sinngemäß: Manchmal suche eine Technologie erst noch nach einem echten Problem. Er verwies auf BlackRock-CEO Larry Fink als prominenten Befürworter von Tokenisierung und sagte, er teile grundsätzlich diese Richtung. Die Umsetzung werde aber je Branche unterschiedlich laufen, und oft brauche es Fachleute aus den jeweiligen Bereichen.
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