Quantencomputer vs. Bitcoin: Bernstein warnt vor Panik

Quantencomputer vs. Bitcoin: Bernstein warnt vor Panik
Quantencomputer vs. Bitcoin: Bernstein warnt vor Panik (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Die Sorge, dass Quantencomputer Bitcoin eines Tages knacken könnten, wird gerade wieder lauter. Analysten des Research Hauses Bernstein halten die Angst jedoch für übertrieben und sagen, dass es sich eher um eine technische Aufgabe handelt, die das Netzwerk mit der Zeit lösen kann.

Bernstein: Quantencomputer sind ein Upgrade Thema, kein Untergangsszenario

Auslöser der aktuellen Diskussion ist ein neues Papier von Google Forschern. Darin geht es um die Frage, wie viele Quanten Ressourcen nötig wären, um die elliptische Kurven Kryptografie zu brechen, also die Technik, die unter anderem Bitcoin Transaktionen schützt.

Google kommt zu dem Schluss, dass dafür in Zukunft möglicherweise deutlich weniger Hardware nötig ist als bisher angenommen. Statt früherer Schätzungen von rund 10 Millionen physischen Qubits könnten laut den Forschern weniger als 500.000 ausreichen, um Bitcoins Kryptografie theoretisch anzugreifen, wenn die Technik weit genug ist.

Besonders heikel wäre dabei ein sogenannter On Spend Angriff. Die Idee: Sobald bei einer Transaktion ein öffentlicher Schlüssel sichtbar wird, könnte ein sehr schneller Quantencomputer versuchen, daraus den privaten Schlüssel abzuleiten, und zwar innerhalb des typischen Bitcoin Zeitfensters bis zur nächsten Block Bestätigung von etwa 10 Minuten. Google nennt dabei eine grobe Wahrscheinlichkeit, dass ein Angreifer Zahlungen noch umleiten könnte, bevor sie final bestätigt sind.

Bernstein bewertet das Ganze deutlich nüchterner. In einer Kundennotiz schreibt das Analystenteam um Gautam Chhugani, Quantencomputing sei eher ein mittel bis langfristiger System Umbau als ein akutes Existenzrisiko. Die Analysten rechnen mit einem Vorlauf von etwa drei bis fünf Jahren, bevor Quantencomputer praktisch groß genug wären, um reale Angriffe zu starten. Das passe auch zu Googles eigener Orientierung, in der das Jahr 2029 als eine Art Migrationsmarke auftaucht, weil eine Umstellung auf Post Quanten Kryptografie grundsätzlich machbar sein sollte, bevor es wirklich kritisch wird.

Die Verwundbarkeit ist kleiner, als viele denken

Wichtig ist laut Bernstein auch: Die Gefahr betrifft nicht automatisch jeden Teil des Netzwerks gleichermaßen. Das größte Risiko liegt bei der Wallet Ebene, vor allem bei sehr alten Adressen aus der frühen Bitcoin Zeit, bei denen öffentliche Schlüssel bereits offengelegt wurden oder mehrfach wiederverwendet wurden. Dort wäre ein Angriff prinzipiell leichter, falls Quantencomputer schnell genug werden.

Das Mining selbst, das auf dem Hash Verfahren SHA 256 basiert, gilt dagegen nicht als in gleicher Weise bedroht. Das heißt, die Diskussion dreht sich weniger um einen plötzlichen Kollaps des Netzwerks, sondern eher darum, wie man Schlüssel und Adressen künftig so gestaltet, dass sie auch gegen neue Computerklassen robust bleiben.

Industrie und Großanleger könnten bei der Umstellung helfen

Bernstein verweist außerdem darauf, dass der Kryptomarkt heute deutlich reifer ist als in früheren Phasen. Große Akteure und Infrastruktur Anbieter könnten eine konstruktive Rolle spielen, wenn es um Standards, Upgrades und eine geordnete Migration auf Post Quanten Verfahren geht. Genannt werden unter anderem institutionelle Player wie Circle, Strategy, BlackRock und Fidelity.

Unterm Strich lautet die Einschätzung der Analysten: Quantencomputer sind ein reales Thema, aber kein Grund zur Panik. Entscheidend sei, dass die Branche die nächsten Jahre nutzt, um technische Anpassungen vorzubereiten und besonders verwundbare, ältere Wallet Strukturen schrittweise abzusichern.

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