IBIT-Blocktrade: Investor zahlt 30 Mio. für schnellen Ausstieg

IBIT-Blocktrade: Investor zahlt 30 Mio. für schnellen Ausstieg
IBIT-Blocktrade: Investor zahlt 30 Mio. für schnellen Ausstieg (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Ein ungewöhnlich großer Verkauf beim Spot-Bitcoin-ETF von BlackRock sorgt für Gesprächsstoff: Laut der Krypto-Firma NYDIG deutet ein Milliarden-Blocktrade darauf hin, dass ein großer Investor seine IBIT-Position besonders schnell loswerden wollte. Auffällig ist vor allem, wie viel Geld der Verkäufer dafür offenbar „liegen ließ“, um sofort aussteigen zu können.

NYDIG: 1,26 Milliarden Dollar in einem Block, mit großem Abschlag

Am 26. Mai um 10:30:34 Uhr (US-Ostküstenzeit) wurde laut NYDIG ein einzelner Block von 29,21 Millionen IBIT-Anteilen außerhalb der Börse gehandelt. Der Preis lag bei 43,16 US-Dollar pro Anteil. Insgesamt entspricht das einem Volumen von rund 1,26 Milliarden US-Dollar.

Das Besondere: Der Deal wurde mit einem klaren Abschlag ausgeführt. Zur gleichen Zeit lag der reguläre Marktpreis laut NYDIG bei etwa 44,17 US-Dollar. Damit akzeptierte der Verkäufer ungefähr 1,01 US-Dollar weniger pro Anteil, also rund 2,3%. In Summe entspricht das einem „Eile-Aufschlag“ von etwa 29,5 Millionen US-Dollar, nur um die Position sofort und sicher abgeben zu können.

NYDIG hat sich den Ablauf genauer angesehen, inklusive Handelsdaten und Marktsignalen. Das Fazit der Analysten: Es spricht eher alles dafür, dass hier ein großer, richtungsgerichteter Investor eine konzentrierte Position schnell reduziert oder komplett geschlossen hat.

Warum NYDIG keinen klassischen Basis-Trade-Unwind sieht

In der Diskussion tauchte schnell die Frage auf, ob es sich um das Auflösen eines sogenannten Basis-Trades gehandelt haben könnte. Dabei wird typischerweise eine Spot-Position (zum Beispiel über ein ETF) mit einer Gegenposition in Futures abgesichert, also weitgehend „neutral“ gestellt. Wenn so ein Trade geschlossen wird, müssten normalerweise auch am Futures-Markt größere Bewegungen sichtbar sein.

NYDIG rechnet vor: Die 29,21 Millionen IBIT-Anteile entsprachen ungefähr 18.500 BTC an Exposure, was etwa 3.700 CME-Bitcoin-Futures-Kontrakten entspricht. Doch genau zur Zeit des Blocktrades sei auf der CME kein passender Aktivitätssprung erkennbar gewesen. In der Minute des Trades wurden laut NYDIG nur 91 Futures-Kontrakte gehandelt, in der Minute danach 93. Auch im Zeitraum 10:30 bis 11:00 Uhr kamen insgesamt nur etwa 1.070 Kontrakte zusammen.

NYDIGs Schlussfolgerung: Wäre parallel ein Basis-Trade in dieser Größenordnung abgebaut worden, hätte das einen großen Teil des Tagesvolumens ausmachen und deutlich auffallen müssen. Das sei nicht passiert.

Auch die Art der Ausführung passt aus Sicht von NYDIG eher zu „schnell raus“ als zu „optimaler Preis“: Der Trade lief über eine off-exchange Meldestelle (FINRA/Nasdaq TRF Carteret) und war so gekennzeichnet, dass Ausführungssicherheit priorisiert wurde. Ein kleinerer Handel wenige Sekunden zuvor lief noch zum höheren Kurs, was laut NYDIG dafür spricht, dass der Abschlag gezielt für diesen Block akzeptiert wurde.

Schwache ETF-Stimmung und Druck im Chart: Das Umfeld war bereits angespannt

Der Blocktrade fand in einer Phase statt, in der US-Spot-Bitcoin-ETFs ohnehin unter Abgabedruck standen. NYDIG verweist auf sechs Handelstage in Folge mit Nettoabflüssen ab dem 15. Mai. In diesem Zeitraum seien aus der gesamten ETF-Kategorie etwa 1,55 Milliarden US-Dollar abgeflossen, IBIT allein habe rund 1,1 Milliarden US-Dollar davon ausgemacht.

Zusätzlich habe sich das technische Bild bei Bitcoin verschlechtert. NYDIG beschreibt, dass BTC Anfang Mai an einer wichtigen Zone um 82.000 bis 82.500 US-Dollar gescheitert sei und danach wieder zurückfiel. Gleichzeitig sei der RSI (14 Tage) deutlich abgekühlt, von etwa 70 in Richtung mittlere 30er-Werte. Solche Signale können, gerade bei größeren Investoren, Verkaufsdruck verstärken.

Wer genau hinter dem Verkauf steckt, ist unklar. Laut NYDIG lässt sich aus öffentlichen Daten nicht sicher sagen, ob es eine erzwungene Liquidation war (zum Beispiel wegen Risikolimits oder Rückgaben) oder eine freiwillige Entscheidung. Klar ist für NYDIG aber: Ein professioneller Marktteilnehmer war bereit, fast 30 Millionen US-Dollar zu zahlen, um sofort aus dem IBIT-Trade rauszukommen.

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