Bei Krypto-ETFs dreht sich die Stimmung weiter ins Negative: Sowohl Spot-Bitcoin-ETFs als auch Spot-Ethereum-ETFs haben ihre Abflussserien verlängert. Neue Daten zeigen, dass Anleger seit Tagen mehr Anteile zurückgeben als neu kaufen. Das bremst einen der zuletzt wichtigsten Liquiditätskanäle im Kryptomarkt aus.
Bitcoin-ETFs: Neunter Tag in Folge mit Abflüssen
Am 28. Mai verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs laut Zahlen von SoSoValue erneut Nettoabflüsse. Insgesamt flossen an diesem Tag rund 229 Millionen US-Dollar aus den Produkten ab. Damit sind es nun neun Handelstage hintereinander, an denen mehr Geld abgezogen als investiert wurde.
Über die gesamte Serie hinweg wurden damit etwa 2,84 Milliarden US-Dollar aus Spot-Bitcoin-ETFs abgezogen. Der größte Tagesverlust innerhalb dieser Phase trat am 27. Mai auf, als die Produkte rund 733,4 Millionen US-Dollar verloren. Zuvor gab es ebenfalls deutliche Abgaben, unter anderem am 26. Mai mit etwa 333,7 Millionen US-Dollar und am 18. Mai mit rund 648,6 Millionen US-Dollar.
Der letzte Tag mit einem Plus lag am 14. Mai. Damals meldeten die Spot-Bitcoin-ETFs noch Nettozuflüsse von etwa 131,3 Millionen US-Dollar. Seitdem blieb jede weitere Sitzung bis einschließlich 28. Mai im Minus. Die gesamten Nettovermögenswerte sanken im selben Zeitraum von etwa 107,75 auf 94,25 Milliarden US-Dollar. Das liegt nicht nur an den Kapitalflüssen, sondern auch an der Bitcoin-Kursentwicklung. Das tägliche Handelsvolumen im Bitcoin-ETF-Segment lag am 28. Mai bei rund 2,36 Milliarden US-Dollar.
Ethereum-ETFs: Abflussserie wächst auf 13 Handelstage
Bei Spot-Ethereum-ETFs ist das Bild sogar noch angespannter. Am 28. Mai wurden netto rund 121,4 Millionen US-Dollar abgezogen. Damit läuft die Abflussserie inzwischen seit 13 Handelstagen. Seit dem 11. Mai summieren sich die Mittelabflüsse auf etwa 694,6 Millionen US-Dollar.
Bemerkenswert ist die Größenordnung im Verhältnis zum Markt: Ethereum-ETFs verwalten insgesamt deutlich weniger Vermögen als Bitcoin-ETFs. Deshalb fallen neunstellige Abflüsse pro Tag stärker ins Gewicht. Am 28. Mai entsprach der Abzug bei Ethereum etwa 1,07 Prozent der gesamten Nettovermögenswerte, während es bei Bitcoin-ETFs im Vergleich nur rund 0,24 Prozent waren.
Trotz der jüngsten Schwäche bleiben die Unterschiede groß: Bitcoin-ETFs kommen weiterhin auf deutlich höhere Gesamtbestände und eine viel größere Basis an kumulierten Nettozuflüssen. Nach den Daten lag der kumulierte Nettozufluss bei Bitcoin-ETFs zuletzt bei rund 55,79 Milliarden US-Dollar. Bei Ethereum-ETFs wurden kumuliert etwa 11,39 Milliarden US-Dollar erreicht. Die Nettovermögenswerte der Ethereum-ETFs lagen bei etwa 11,30 Milliarden US-Dollar, das tägliche Handelsvolumen bei rund 691,3 Millionen US-Dollar.
Warum Anleger gerade vorsichtiger werden
Als möglicher Hintergrund gilt ein raueres Makroumfeld für risikoreiche Anlagen ohne laufende Erträge. Steigende Renditen bei langfristigen US-Staatsanleihen können die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank dämpfen. Das führt oft dazu, dass Investoren defensiver werden und Positionen reduzieren. Zusätzlich fehlte zuletzt ein Teil des Rückenwinds von bekannten Unternehmens-Käufern: So pausierte Strategy frische Bitcoin-Käufe, nachdem eine bevorzugte Aktie des Unternehmens zeitweise unter dem Ausgabepreis notierte.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei rund 73.661 US-Dollar.