Charles Hoskinson, Gründer von Cardano, hat in einem Interview ungewöhnlich deutlich über Monero gesprochen. Er nennt die Privacy-Kryptowährung „das, was Bitcoin hätte sein sollen“ und lobt vor allem Moneros konsequente Ausrichtung auf Datenschutz. Dabei ging es ihm weniger um Kursziele, sondern um die Grundfrage, welche Rolle Privatsphäre in Krypto langfristig spielen soll.
Hoskinson: Monero zeigt, was bei Bitcoin gefehlt hat
Im Gespräch mit David Gokhstein erklärte Hoskinson, Bitcoin sei in seiner Anfangszeit vor allem als transparentes Zahlungssystem gewachsen. Für einen starken, standardmäßigen Datenschutz habe damals aber die passende Kryptografie gefehlt oder sie sei schlicht noch nicht reif genug gewesen. Ein privatsphärenfreundliches System im großen Maßstab zu bauen sei deutlich komplizierter als ein offenes Hauptbuch, in dem jede Transaktion öffentlich nachvollziehbar ist.
Monero sieht er deshalb nicht als „Nischen-Coin“, sondern als wichtigen Bezugspunkt der Branche. Wörtlich sagte er: „Monero ist ehrlich gesagt das, was Bitcoin hätte sein sollen.“ Er betonte dabei, dass die Umsetzung von Privatsphäre technisch schwer ist und Entwickler dabei viele Kompromisse vermeiden müssen, wenn das Ergebnis trotzdem nutzbar bleiben soll.
Warum er Moneros Technik und Community hervorhebt
Hoskinson nannte mehrere Punkte, die er an Monero schätzt: die ASIC-resistenten Mining-Ansätze, die Art der „Membership Proofs“ über die Chain hinweg und den Umgang mit sogenannten View Keys. Außerdem verwies er auf Moneros Rolle als Pionier bei Ring-Signaturen und bei „Privacy at scale“, also Datenschutz, der auch bei vielen Nutzern im Alltag funktionieren soll.
Ein Teil seiner Aussage war auch bewusst humorvoll. Er meinte, Privatsphäre-Systeme würden oft von Kryptografen gebaut, die extrem strenge Bedrohungsmodelle im Kopf haben, was Produkte schnell kompliziert wirken lässt. Hinter dem Witz steckt eine klare Botschaft: Starke Kryptografie allein reicht nicht, wenn normale Nutzer sie nicht sicher und einfach anwenden können.
Besonders wichtig findet Hoskinson, dass die Monero-Community zwar an der Nutzbarkeit gearbeitet habe, dabei aber ihren Cypherpunk-Anspruch nie verwässert habe. Also: Privacy als Standard, Mining als Grundpfeiler und eine Kultur, die ungern „weichgespült“ wird, nur um besser in Trends oder Compliance-Debatten zu passen.
„Justice League“ der Krypto-Projekte: Privatsphäre soll mit am Tisch sitzen
Hoskinson ordnete das Ganze in eine größere Branchen-Diskussion ein: Muss Krypto eher auditierbar und für Regulierer leichter lesbar sein, oder sollte Privatsphäre standardmäßig stärker geschützt werden? Seine Position klang klar: Auch wenn es komplex ist, braucht der Markt Projekte, die beim Thema Datenschutz kompromisslos bleiben.
Dazu nutzte er eine Superhelden-Analogie: Verschiedene Communities hätten verschiedene Aufgaben, die einen fokussieren Skalierung, andere Smart Contracts, Identität oder Settlement. Wichtig sei, dass auch „Privacy-Maximalisten“ Teil dieser Gesamtdebatte sind. Monero gehöre für ihn zu dieser „Justice League of Privacy“ und spiele dort eine Rolle, die nicht unterschätzt werden sollte.
Zum Zeitpunkt der Aussagen wurde Monero laut Artikel bei rund 394,45 US-Dollar gehandelt.