Ethereum steht an einem Wendepunkt. Während die Gebühreneinnahmen des Netzwerks seit dem Dencun-Upgrade massiv eingebrochen sind, wächst die Nutzung weiter. Genau diese Entwicklung hat CoinShares nun zu einer neuen Bewertung veranlasst. Das Research-Haus hält einen Ethereum-Kurs von 14.135 US-Dollar bis 2031 für möglich. Doch dafür müsste nahezu alles zugunsten des Netzwerks laufen.
In seinem neuen Fünf-Jahres-Modell kommt CoinShares auf drei mögliche Szenarien. Im Bärenfall könnte ETH bis 2031 auf rund 1.443 Dollar fallen. Das Basisszenario sieht einen Kurs von 4.935 Dollar vor. Der optimistischste Fall landet bei 14.135 Dollar und würde einer außergewöhnlich starken Wertentwicklung entsprechen.
Ethereum is getting harder to value.
— CoinShares (@CoinSharesCo) June 2, 2026
After Dencun, fees collapsed, but network usage kept growing. Our latest research by Luke Nolan (@eazygambit) introduces a 5-year sum-of-parts framework for ETH, combining cash flows, monetary premium, and network effects.
Base case: ~$4,935… pic.twitter.com/dd938gknAR
Warum die klassischen Kennzahlen nicht mehr ausreichen
Lange Zeit galt Ethereum als Netzwerk, dessen Wert eng mit den Gebühreneinnahmen verbunden ist. Doch nach dem Dencun-Upgrade hat sich das verändert. Immer mehr Aktivität wandert auf Layer-2-Lösungen ab. Nutzer profitieren von niedrigeren Kosten und höherer Skalierung, während die Einnahmen auf der Basisschicht deutlich zurückgehen.
CoinShares argumentiert deshalb, dass Ethereum heute nicht mehr wie ein Technologieunternehmen bewertet werden kann. Stattdessen rücke die Rolle von ETH als Geld, Sicherheit und Kollateral innerhalb des gesamten Ethereum-Ökosystems in den Mittelpunkt. Genau dort sieht das Unternehmen künftig den größten Werttreiber.
Besonders auffällig: Der Teil des Modells, der ausschließlich auf Gebühren und Netzwerkeinnahmen basiert, liefert selbst im Bullenszenario nur einen vergleichsweise kleinen Beitrag zum möglichen ETH-Kurs. Deutlich wichtiger ist die Nachfrage nach ETH als Staking-Asset, DeFi-Sicherheit, Reserve für Layer-2-Netzwerke und potenzielles Anlageprodukt für ETFs und Unternehmen.
Diese Faktoren entscheiden über das 14.000-Dollar-Szenario
Der optimistische Ausblick setzt voraus, dass Ethereum seine führende Stellung in mehreren Bereichen nicht nur verteidigt, sondern weiter ausbaut. CoinShares kalkuliert mit stark steigenden DEX-Handelsvolumina, einer massiven Ausweitung von Stablecoins auf Ethereum und einem deutlichen Wachstum tokenisierter Real-World-Assets.
Hinzu kommen enorme Kapitalzuflüsse. Im Bullenszenario steigen die jährlichen ETF-Zuflüsse auf bis zu 40 Milliarden Dollar, während Unternehmen ETH zunehmend als strategische Reserve aufnehmen. Gleichzeitig müsste die Nachfrage als langfristiger Wertspeicher weiter zulegen.
CoinShares bezeichnet dieses Szenario selbst als eine Entwicklung, bei der praktisch alle wichtigen Wachstumstreiber über Jahre hinweg erfolgreich zusammenspielen. Es handelt sich also keineswegs um eine konservative Prognose.
Warum jetzt genau diese Risiken zählen
Trotz der positiven Langfristprognose bleiben mehrere Unsicherheiten bestehen. Die schwachen Gebühreneinnahmen nach Dencun, die Konkurrenz durch andere Layer-1-Blockchains, regulatorische Risiken und mögliche Verzögerungen bei weiteren Skalierungs-Upgrades könnten den Investmentcase erheblich belasten.
Für Anleger wird deshalb vor allem eine Frage entscheidend: Kann Ethereum seine Rolle als zentrale Infrastruktur für Stablecoins, DeFi, institutionelle Produkte und Tokenisierung behaupten? Gelingt das, bleibt das Basisszenario von CoinShares erreichbar.

Scheitert das Netzwerk jedoch an Marktanteilen oder Kapitalzuflüssen, könnte sich die optimistische Bewertung als deutlich zu hoch erweisen. Genau an dieser Entwicklung wird sich entscheiden, ob Ethereum bis 2031 tatsächlich in Richtung fünfstelliger Kurse vorstößt oder unter zunehmenden Druck gerät.
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