Selten häufen sich schlechte Nachrichten so schnell. Diese Woche trifft Cardano eine nach der anderen.
TapTools schließt. Der Cardano Summit 2026 wurde abgesagt. ADA fällt auf ein Jahrestief. Außerdem warnt Gründer Charles Hoskinson offen: Das ist erst der Anfang. Es ist die schwierigste Woche für Cardano in diesem Jahr.
Die wichtigsten News der Woche
TapTools stellt den Betrieb ein
Am 3. Juni hat TapTools das Ende angekündigt. Die Plattform stellt ihren Betrieb innerhalb von zwei Wochen ein.
Was ist TapTools überhaupt? Es ist die wichtigste Analyse-Plattform im Cardano-Ökosystem. Über eine Million Nutzer haben sie täglich genutzt. Sie zeigte Token-Preise, DeFi-Kennzahlen, NFT-Daten und Liquidität auf dezentralen Börsen. Kurz gesagt: Sie war das Herzstück der Cardano-Dateninfrastruktur.
Der Grund für die Schließung ist eindeutig. Im Laufe des Jahres 2026 verließen fünf Führungskräfte das Unternehmen. Darunter beide Mitgründer, der COO und der CTO. Ein Backend-Entwickler übernahm den CTO-Posten. Dann verließ auch er das Unternehmen. Danach fehlte das nötige technische Wissen, um den Betrieb weiter verantwortungsvoll zu führen.
TapTools ist außerdem offen für Übernahme-Angebote. Die Türe ist also nicht vollständig geschlossen. Trotzdem ist der Schaden für das Ökosystem bereits da.
Summit 2026 abgesagt — Governance versagt knapp bei Cardano
Parallel dazu hat die Cardano Foundation den Jahres-Summit abgesagt. Der war für den 5. und 6. Oktober in Singapur geplant. Der Finanzierungsantrag aus der Treasury über 7,8 Millionen ADA erreichte nur 65,21 Prozent Zustimmung. Benötigt wurden jedoch zwei Drittel — also 66,67 Prozent.
Das ist eine hauchdünne Niederlage. Dennoch ist die Konsequenz eindeutig: kein Summit. Eine kleinere Lösung wurde stattdessen genehmigt. EMURGO darf Cardano bei TOKEN2049 in Singapur vertreten. Das ist jedoch nicht dasselbe wie ein eigenes Flaggschiff-Event.
JPG.Store ist ebenfalls weg
TapTools ist dabei nicht allein. Der bekannteste NFT-Marktplatz auf Cardano hat am 23. Mai dauerhaft den Betrieb eingestellt. JPG.Store war seit 2021 die dominierende Plattform für Cardano-NFTs. Jetzt ist sie ebenfalls Geschichte.
Das sind damit zwei der meistgenutzten Anwendungen im Cardano-Ökosystem — weg innerhalb weniger Wochen.
Hoskinson warnt vor einer Welle weiterer Ausfälle bei Cardano
Charles Hoskinson hat sich in einem Video auf X geäußert. Er drückte Bedauern aus. Außerdem machte er Governance-Entscheidungen mitverantwortlich. Er hatte früher einen Treasury-finanzierten Index vorgeschlagen, um kämpfende Projekte zu stützen. Dieser Plan wurde jedoch nie umgesetzt.
Sein Ausblick ist düster. Er warnte, dass ein erheblicher Teil älterer Cardano-Projekte nicht mehr investierbar sei. Die zweite Hälfte von 2026 werde eine Welle von Ausfällen bringen — erzwungene Konsolidierungen und Micro-Cap-Schließungen. Das sind keine leichten Worte von einem Gründer über sein eigenes Netzwerk.
Einordnung: Echte Krise oder notwendige Bereinigung?
Die Lage ist ernst. Dennoch lohnt es sich, einen kühlen Kopf zu behalten.
Einerseits zeigen die Schließungen ein strukturelles Problem. Das Cardano-Ökosystem hat zu wenige zahlende Nutzer. Außerdem ist das DeFi-Volumen mit rund 126 Millionen US-Dollar TVL viel zu niedrig. Zum Vergleich: Solana liegt beim Achtfachen davon.
Andererseits ist eine Marktbereinigung nicht automatisch schlecht. Schwache Projekte fallen weg. Übrig bleiben diejenigen, die echten Mehrwert liefern. Das ist schmerzhaft — aber gesund.
ADA notiert aktuell bei rund 0,20 bis 0,22 US-Dollar. Das ist ein Minus von etwa 44 Prozent seit Jahresbeginn. Der Markt bestraft Cardano gerade härter als den Gesamtmarkt. Deshalb ist Vorsicht geboten.
Trotzdem gilt: Die technische Entwicklung läuft weiter. Das [→ interner Link: V11 Hard Fork Artikel] wurde erfolgreich beschlossen. Das Testnetz startet am 23. Juni. Der IOG-Forschungsantrag läuft noch bis zum 8. Juni.
Ausblick: Drei Dinge, die für Cardano jetzt zählen
8. Juni 2026 — Abstimmungsende für den IOG-Forschungsantrag. Scheitert er, warnt Hoskinson vor Entlassungen. Damit würde Leios direkt gefährdet.
23. Juni 2026 — Leios-Testnetz-Start. Das ist der wichtigste positive Termin im Kalender. Er zeigt, ob Cardano trotz allem liefert.
4. Juli 2026 — Angestrebtes Datum für den CLARITY Act im US-Senat. Bei einem Ja wäre ADA dauerhaft kein Wertpapier mehr.
Cardano steckt gerade in einer echten Krise. Dennoch ist die Geschichte nicht zu Ende geschrieben. Das Leios-Upgrade könnte alles verändern — vorausgesetzt, die Finanzierung steht. Deshalb ist der 8. Juni der wichtigste Termin der nächsten Wochen.