Galaxy Digital verliert 85 Mio und setzt auf KI-Rechenzentren

Galaxy Digital verliert 85 Mio und setzt auf KI-Rechenzentren
Galaxy Digital verliert 85 Mio und setzt auf KI-Rechenzentren (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)
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Galaxy Digital hat das zweite Quartal mit einem Nettoverlust von 85 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Hauptgrund waren fallende Kurse bei digitalen Vermögenswerten. Gleichzeitig setzt das Unternehmen immer stärker auf sein neues Standbein im Bereich KI-Infrastruktur: Ein Rechenzentrumsprojekt für CoreWeave soll künftig stabile Einnahmen liefern und die starken Schwankungen des Kryptogeschäfts abfedern.

Schwaches Quartal im Kryptogeschäft, Hoffnung auf KI-Erlöse

Laut den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Quartalszahlen lag das verwässerte Ergebnis je Aktie bei minus 0,09 US-Dollar. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel mit minus 0,09 US-Dollar negativ aus. Zudem meldete Galaxy Digital einen bereinigten Bruttogewinn von 43 Millionen US-Dollar sowie einen bereinigten EBITDA-Verlust von 77 Millionen US-Dollar.

Besonders deutlich war der Gegensatz zwischen den Geschäftsbereichen. Während das klassische Krypto- und Treasury-Geschäft unter nicht realisierten Verlusten auf digitale Assets und Beteiligungen litt, entwickelte sich die neue Datacenter-Sparte besser. Der Bereich AI Infrastructure erzielte im Quartal einen bereinigten Bruttogewinn von 20 Millionen US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 11 Millionen US-Dollar.

Das zeigt: Galaxy versucht, sich mit Rechenzentren für KI-Anwendungen unabhängiger vom volatilen Kryptomarkt zu machen. Noch ist dieser Wandel aber nicht abgeschlossen.

CoreWeave-Vertrag soll ab Q3 rund 80 Millionen Dollar pro Quartal bringen

Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der langfristige Mietvertrag mit CoreWeave. Zum Ende des zweiten Quartals waren laut Galaxy alle 133 Megawatt der ersten Ausbaustufe vollständig in Betrieb. Ab dem dritten Quartal rechnet das Unternehmen nun mit rund 80 Millionen US-Dollar Leasing-Umsatz pro Quartal.

Zusätzlich stellt Galaxy für dieses Projekt eine bereinigte EBITDA-Marge von über 90 Prozent in Aussicht. Wichtig ist dabei jedoch: Diese Zahl bezieht sich auf Projektebene und schließt allgemeine Unternehmenskosten nicht ein.

Damit wird auch klar, warum sich der Vergleich zwischen dem aktuellen Verlust und den erwarteten KI-Einnahmen nur bedingt ziehen lässt. Der Verlust von 85 Millionen US-Dollar ist ein GAAP-Nettoverlust auf Konzernebene, während die 80 Millionen US-Dollar zunächst nur den erwarteten Quartalsumsatz aus dem Rechenzentrum beschreiben. Es handelt sich also nicht um zwei direkt vergleichbare Kennzahlen.

3,5-Milliarden-Dollar-Finanzierung erhöht den Druck auf Phase II

Parallel zum laufenden Betrieb von Phase I treibt Galaxy bereits den nächsten Ausbau voran. Für die 260-Megawatt-Phase II hat eine Projektgesellschaft des Unternehmens eine Finanzierung über 3,507 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Dabei handelt es sich um besicherte Senior Notes mit 9,875 Prozent Zins und Laufzeit bis 2031.

Die Absicherung erfolgt auf Projektebene über Vermögenswerte und verpfändete Beteiligungen der zuständigen Helios-Gesellschaften. Das bedeutet: Der wirtschaftliche Erfolg dieses großen Rechenzentrumsprojekts hängt nun stark davon ab, dass der Bau planmäßig voranschreitet und CoreWeave als Hauptkunde zuverlässig liefert.

Genau hier liegt der entscheidende Punkt für Anleger: Phase I bringt erstmals vertraglich gesicherte Einnahmen außerhalb des Kryptomarktes. Ob daraus tatsächlich ein dauerhaft stabiles Geschäft wird, hängt jedoch davon ab, ob CoreWeave stark bleibt und Galaxy den zweiten Ausbau ohne größere Probleme umsetzt.

Unterm Strich zeigt das Quartal zwei Seiten von Galaxy Digital: Das Kryptogeschäft bleibt anfällig für Marktschwankungen, während das KI-Rechenzentrumsgeschäft als möglicher Stabilisator an Bedeutung gewinnt. Ob die erwarteten 80 Millionen US-Dollar pro Quartal ausreichen, um den Konzern nachhaltig robuster zu machen, dürfte sich vor allem in den kommenden Quartalen zeigen.

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