Kreditgeber zählt AVAX-One-Token nicht mehr als Liquidität

Kreditgeber zählt AVAX-One-Token nicht mehr als Liquidität
Kreditgeber zählt AVAX-One-Token nicht mehr als Liquidität (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)
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Ein institutioneller Kreditgeber hat die Bedingungen für das börsennotierte Krypto-Unternehmen AVAX One deutlich verschärft. Besonders auffällig: Obwohl die Firma fast 14 Millionen AVAX-Token im Wert von rund 88 Millionen US-Dollar hält, erkennt der Geldgeber diese Bestände nicht mehr als relevante Liquidität an. Stattdessen zählen künftig nur noch Bargeld auf Bankkonten und verwahrte Bitcoin.

Strengere Auflagen nach CEO-Abgang

Auslöser für die Neuverhandlung war der Abgang von CEO Jolie Kahn im Juli. Laut einer SEC-Einreichung führte ihr Ausscheiden zu einem Verstoß gegen eine sogenannte Key-Person-Klausel. Dadurch geriet AVAX One in Zugzwang und musste seine Schuldenvereinbarung mit dem institutionellen Investor neu ordnen.

Im Rahmen der Einigung zahlte das Unternehmen 1,3 Millionen US-Dollar, um den Vertragsverstoß heilen zu lassen. Im Gegenzug setzte der Kreditgeber jedoch deutlich härtere Bedingungen durch.

Die wichtigste Änderung betrifft die Mindestliquidität: Diese wurde von 100.000 US-Dollar auf 3,5 Millionen US-Dollar erhöht – ein Anstieg um das 35-Fache. Entscheidend ist dabei, dass AVAX-Bestände nicht mehr angerechnet werden. Damit kann die firmeneigene Avalanche-Reserve diese Vorgabe nicht erfüllen, auch wenn ihr Marktwert sehr hoch ist.

AVAX-Schatzkammer hilft nicht bei der Liquiditätsprüfung

Für AVAX One ist das ein sensibles Signal. Das Unternehmen hat sich stark auf Avalanche fokussiert, doch genau dieser Kernbestand wird vom Kreditgeber nun praktisch ausgeklammert. Aus Sicht des Investors scheinen Cash und Bitcoin als deutlich verlässlicher und leichter verwertbar zu gelten als der hauseigene Token-Schatz.

Zusätzlich muss AVAX One innerhalb von 180 Tagen nach Kahns Abgang einen dauerhaften CEO einsetzen, der für den Kreditgeber akzeptabel ist. Bis dahin führt Peter Wylie Jr. die Firma übergangsweise.

Die Restrukturierung belastet das Unternehmen auch finanziell. Zwar wurden laut Mitteilung 6,8 Millionen US-Dollar an ausstehenden Schuldverschreibungen zurückgeführt, gleichzeitig stieg der verbleibende Nominalwert eines Debentures zunächst auf 8,47 Millionen US-Dollar von zuvor 7,7 Millionen US-Dollar. Nach der Zahlung von 1,3 Millionen US-Dollar blieben noch rund 7,42 Millionen US-Dollar offen.

Mehr Druck auf AVAX One und mögliche Verwässerung

Neben der verschärften Liquiditätsregel beschleunigte der Kreditgeber auch die Rückzahlung seines Kapitals. Die monatlichen Rücknahmen wurden erhöht: Statt einem Fünfundzwanzigstel des ursprünglichen Kapitals darf nun ein Zehntel pro Monat eingezogen werden. Das erhöht den Druck auf die Gesellschaft zusätzlich.

Auch bei der möglichen Umwandlung der Schulden in Aktien wurde nachgeschärft. Der Umwandlungspreis wurde auf 82,5 Prozent eines Referenzwerts gesenkt, nach zuvor 85 Prozent. Ein niedrigerer Umwandlungspreis bedeutet, dass der Kreditgeber bei einer Konvertierung mehr Aktien erhalten könnte. Für bestehende Aktionäre steigt damit das Risiko einer Verwässerung.

Unterm Strich zeigt der Fall vor allem eines: Selbst ein großer Token-Bestand schützt ein Krypto-Unternehmen nicht automatisch vor einem harten Urteil seiner Geldgeber. Für den institutionellen Investor zählen im Zweifel sofort verfügbare Liquidität und Bitcoin mehr als ein millionenschwerer AVAX-Schatz.

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