Kein 10x mehr bei Bitcoin? Warum nur noch 3–5x möglich sein könnten

Bitcoin erholt sich deutlich, doch ausgerechnet jetzt stellt CryptoQuant-Gründer Ki Young Ju eine der größten Erwartungen vieler Anleger infrage: Statt eines weiteren 10x-Zyklus hält er künftig eher 3–5x für realistisch. Aber warum?
Kein 10x mehr bei Bitcoin Warum nur noch 35x möglich sein könnten
Kein 10x mehr bei Bitcoin? Warum nur noch 3–5x möglich sein könnten (Foto KI generiert)
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Bitcoin ist zurück über 86.000 US-Dollar und damit auf dem höchsten Niveau seit Januar. Vom Rekordhoch bei rund 126.000 Dollar aus dem Oktober 2025 fehlen allerdings weiterhin mehr als 30 Prozent. 

Genau in dieser Phase stellt CryptoQuant-Gründer Ki Young Ju eine These auf: Der nächste Bitcoin-Bullenzyklus könnte nach seiner Einschätzung eine Rendite von etwa 3- bis 5x liefern. Dafür erwartet er auch einen deutlich milderen Bärenmarkt als zu den Zyklen davor.

Bitcoin Szenario-Rechner

Was würden 3x bis 5x bei Bitcoin bedeuten?

Ki Young Ju hält bei einem reiferen Bitcoin-Markt eher einen 3- bis 5-fachen Zyklus statt früherer 10x-Parabeln für möglich. So würden diese Szenarien ausgehend von 86.300 US-Dollar aussehen.

Ausgangskurs
Festgelegter Bitcoin-Kurs für diese Berechnung
86.300 $
Welches Szenario willst du ansehen?

Wähle 3x, 4x oder 5x aus. Als Ausgangspunkt dienen immer 86.300 US-Dollar.

Rechnerischer Bitcoin-Kurs
258.900 $
3x Szenario
3x
258.900 $
4x
345.200 $
5x
431.500 $

Wichtig: Die Werte von 258.900 bis 431.500 US-Dollar sind keine konkreten Kursziele von Ki Young Ju. Seine Aussage beschreibt ein mögliches Renditeprofil von 3x bis 5x für einen Bitcoin-Zyklus, nennt jedoch keine eindeutige Ausgangsbasis. Die Darstellung zeigt deshalb ausschließlich, was eine Multiplikation des hier festgelegten Bitcoin-Kurses von 86.300 US-Dollar ergeben würde.

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Entscheidend ist dabei eine wichtige Einschränkung: Ju nennt in seinem aktuellen Beitrag keine konkrete Ausgangsbasis für die 3–5x. Daraus lässt sich deshalb kein seriöses Kursziel ableiten, indem der heutige Bitcoin-Kurs einfach mit drei oder fünf multipliziert wird.

Warum die alten Bitcoin-Zyklen verschwinden könnten

Jus Argument ist im Kern einfach:

Je größer Bitcoin wird, desto mehr Kapital wird benötigt, um den Kurs um ein Vielfaches nach oben zu treiben.

In früheren Zyklen war der Markt wesentlich kleiner und stärker von Privatanlegern sowie kurzfristigem spekulativem Kapital geprägt. Das ermöglichte extreme Anstiege, führte nach dem Hoch aber regelmäßig auch zu brutalen Einbrüchen.

Diese Kapitaleffizienz hat bereits deutlich nachgelassen. Ju hatte im Sommer vorgerechnet, dass der Bitcoin-Zyklus von 2022 bis 2026 einen Zuwachs der Realized Cap von rund 697 Milliarden Dollar benötigte, um eine Kursrendite von 689 Prozent zu erzeugen. In frühen Bitcoin-Zyklen konnten erheblich kleinere Kapitalzuflüsse dagegen noch wesentlich größere prozentuale Kursbewegungen auslösen. 

Institutionelle Anleger, ETFs und Unternehmen verändern gleichzeitig die Käuferstruktur. Ein aktuelles Beispiel liefert der 21. September: Die US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten laut Farside an nur einem Handelstag 999 Millionen Dollar Nettozuflüsse. Und auch gestern verzeichneten die ETFs starke Einnahmen. Am 22. September haben die US-Bitcoin-ETFs 714 Millionen Dollar eingenommen.

Das passt zu Jus These eines zunehmend institutionellen Bitcoin-Marktes. Es beweist jedoch nicht, dass extreme Korrekturen künftig ausgeschlossen sind.

On-Chain-Signal macht Jus These interessant

Ein zentraler Bestandteil seiner Argumentation ist der MVRV-Indikator. Er setzt Bitcoins Marktwert ins Verhältnis zur sogenannten Realized Cap, also vereinfacht gesagt zur aggregierten On-Chain-Kostenbasis der gehaltenen Coins.

Ein MVRV unter 1 bedeutet, dass Bitcoin unter dieser durchschnittlichen Kostenbasis handelt und der Markt in seiner Gesamtheit rechnerisch im Verlust liegt. Genau solche Phasen waren in früheren Bärenmärkten typisch. 

Nach Jus aktueller Analyse fiel der MVRV in diesem Zyklus jedoch selbst an den Tiefpunkten nicht unter 1. Zwar realisierten einzelne Anleger Verluste, die Gesamtheit der Bitcoin-Halter soll aber zu keinem Zeitpunkt vollständig unter ihre aggregierte Kostenbasis gerutscht sein.

Hinzu kommen nach Angaben des CryptoQuant-Gründers eine steigende Realized Cap, nachlassender Verkaufsdruck alter Bitcoin-Wale und große Long-Positionen professioneller Futures-Trader, die nahe der Tiefpunkte aufgebaut wurden.

Auch der von CryptoQuant verwendete PnL-Index spielt für Ju eine Rolle. Dessen 365-Tage-Durchschnitt soll aktuell eine größere Trendwende ausbilden. Seine Interpretation: Die Spitzen und Tiefpunkte der Bitcoin-Zyklen werden weniger extrem, während sich gleichzeitig eine höhere langfristige Kostenbasis etabliert.

90.000 Dollar oder neuer Rücksetzer?

Kurzfristig gibt es allerdings einen klaren Gegenpunkt zu der langfristig bullischen On-Chain-These: Ein beträchtlicher Teil der jüngsten Bitcoin-Rallye entstand durch einen Short Squeeze.

Charttechnisch rückt deshalb zunächst die Zone zwischen 87.000 bis 90.000 Dollar in den Fokus. Analysten sehen dort den nächsten wichtigen Widerstandsbereich. Auf der Support-Seite ist das zuvor überwundene September-Hoch bei etwa 82.300 Dollar relevant. Hält diese Zone bei einem Rücksetzer, würde das den jüngsten Ausbruch stützen. Ein deutlicher Rückfall darunter würde dagegen die psychologisch wichtige 80.000-Dollar-Marke wieder ins Spiel bringen. 

BTC-Chart Coinmarketcap - 23092026
Quelle Coinmarketcap

Ki Young Jus These bedeutet damit keineswegs, dass Bitcoin künftig nur noch geringe Schwankungen zeigt. Sie beschreibt einen anderen möglichen Tausch: weniger explosives Aufwärtspotenzial, dafür weniger zerstörerische Bärenmärkte. Ob diese neue Marktstruktur tatsächlich trägt, dürfte sich nun daran zeigen, ob nach dem Short Squeeze auch weiterhin nachhaltiges Kapital in den Markt fließt.

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