Cardano hat eine bewegte Woche hinter sich. Der ADA-Kurs zeigte zwischenzeitlich wieder Stärke und konnte sich von den jüngsten Tiefs entfernen. Gleichzeitig kam ausgerechnet aus dem institutionellen Bereich eine Nachricht, die Anleger weniger freuen dürfte: Grayscale hat seinen Antrag für einen eigenen Cardano-Spot-ETF zurückgezogen.
Damit ergibt sich ein gemischtes Bild. Technisch entwickelt sich Cardano weiter, die Voraussetzungen für eine stärkere Vernetzung mit anderen Blockchains verbessern sich und auch bei Leios und Dijkstra wird gearbeitet. Auf der anderen Seite fehlt vorerst ein wichtiger möglicher Kurstreiber aus den USA.
ADA schafft die große Wende noch nicht

Nach der Erholung der vergangenen Wochen hat ADA erneut gezeigt, wie schnell sich die Stimmung bei Altcoins verändern kann. Der Kurs konnte sich zeitweise wieder deutlich von den Tiefständen im Bereich von 0,14 bis 0,15 USD lösen. Aktuell notiert ADA allerdings wieder bei rund 0,17 USD.
Genau dieser Bereich ist für Anleger interessant. Die Erholung ist damit nicht komplett verschwunden, aber die Marke von 0,20 USD bleibt weiterhin außer Reichweite. Schon in der Vorwoche hatte sich gezeigt, dass dort Verkaufsdruck entsteht.
Ein nachhaltiger Ausbruch über 0,20 USD würde das kurzfristige Bild deutlich verbessern. Bis dahin bleibt ADA eher in einer Erholungsphase als in einem bestätigten neuen Aufwärtstrend.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die vergangenen Wochen bedeutungslos waren. Nach der langen Schwächephase zeigt Cardano zumindest wieder, dass Käufer in den Markt zurückkehren, sobald sich die Stimmung bei Altcoins verbessert.
Grayscale zieht Cardano-ETF-Antrag zurück
Die überraschendste Meldung der Woche kam aus den USA. Grayscale hat die Registrierung seines geplanten Cardano Trust ETF zurückgezogen. Gleichzeitig wurden auch entsprechende Pläne für Polkadot und Hedera aufgegeben.
Für ADA ist das zunächst eine Enttäuschung. Ein eigener Spot-ETF hätte traditionellen Anlegern einen einfachen und regulierten Zugang zu Cardano ermöglicht. Vor allem institutionelle Investoren hätten ADA damit kaufen können, ohne Kryptowährungen direkt halten oder eigene Wallets verwalten zu müssen.
Interessant ist dabei das Timing.
ADA-Futures werden seit Februar an einem regulierten US-Terminmarkt gehandelt. Damit erreicht Cardano inzwischen ungefähr die sechsmonatige Handelsdauer, die bei regulatorischen Überlegungen zu Spot-Krypto-ETFs eine wichtige Rolle spielen kann.
Der Rückzug bedeutet allerdings nicht, dass ein Cardano-ETF grundsätzlich vom Tisch ist. Ein anderer Vermögensverwalter könnte einen neuen Antrag stellen. Vorerst fehlt ADA aber ein konkreter US-Spot-ETF-Kandidat.
Für Anleger nimmt das kurzfristig etwas Fantasie aus dem Markt.
Dijkstra wird zur nächsten großen Etappe

Während die ETF-Meldung für Aufmerksamkeit sorgt, arbeitet Cardano weiter an der technischen Roadmap. Nach Van Rossem richtet sich der Blick zunehmend auf die kommende Dijkstra-Ära.
Der Umfang der nächsten Hardfork wurde bereits festgelegt. Dieser sogenannte Scope Freeze ist wichtiger, als der Begriff vermuten lässt. Ab diesem Zeitpunkt wissen Entwickler, welche Funktionen tatsächlich in die nächste Protokollversion aufgenommen werden und getestet werden müssen.
Cardano versucht damit, die Entwicklung planbarer zu machen.
Für Anleger bleibt allerdings dieselbe Frage wie in den vergangenen Monaten: Wann führen die technischen Verbesserungen zu mehr Nutzung?
Cardano hat sich einen Ruf als wissenschaftlich sehr sorgfältiges Projekt aufgebaut. Gleichzeitig wird genau diese Vorgehensweise häufig als zu langsam kritisiert. Dijkstra muss deshalb mehr liefern als technische Verbesserungen auf dem Papier.
Leios geht in die nächste Testphase
Ähnliches gilt für Ouroboros Leios. Das Musashi-Dojo-Testnet entwickelt sich weiter und bereitet die nächste Phase vor.
Leios soll eines der größten Probleme von Cardano lösen: den begrenzten Durchsatz. Die Architektur trennt verschiedene Aufgaben voneinander und ermöglicht dadurch, dass deutlich mehr Transaktionen parallel verarbeitet werden.
Das könnte besonders wichtig werden, wenn Cardano künftig stärker für DeFi, Stablecoins oder Real World Assets genutzt wird.
Denn zusätzliche Kapazität allein bringt wenig. Sie wird erst dann wirtschaftlich interessant, wenn Anwendungen vorhanden sind, die sie tatsächlich benötigen.
Genau deshalb sind Leios und die parallel laufenden Interoperabilitätsprojekte eng miteinander verbunden. Cardano muss nicht nur schneller werden. Kapital und Nutzer müssen auch leichter in das Ökosystem gelangen können.
Cardano versucht seine Inselposition zu verlassen
Hier gab es zuletzt Fortschritte. Die IBC-Testverbindung zwischen Cardano und Injective war ein wichtiger erster Schritt. Zusätzlich arbeitet Cardano an der Integration von LayerZero, wodurch langfristig Hunderte Token und verschiedene Blockchain-Netzwerke erreichbar werden könnten.
Für DeFi könnte das entscheidend sein.
Ethereum und Solana profitieren stark davon, dass Kapital relativ einfach zwischen verschiedenen Anwendungen und Netzwerken bewegt werden kann. Cardano war in diesem Bereich lange deutlich isolierter.
Eine stärkere Interoperabilität könnte deshalb mehr bewirken als manche spektakuläre Partnerschaft. Stablecoins, Liquidität und Nutzer könnten einfacher in das Netzwerk gelangen.
Für ADA beginnt jetzt die schwierigere Phase
Cardano hat momentan kein grundsätzliches Technologieproblem. Dijkstra wird vorbereitet, Leios entwickelt sich weiter und die Verbindung zu anderen Blockchains verbessert sich.
Die Herausforderung liegt inzwischen woanders: Aus dieser Infrastruktur muss wirtschaftliche Aktivität entstehen.
Genau deshalb ist die aktuelle Kurszone interessant. ADA hat gezeigt, dass eine Erholung möglich ist, konnte die Marke von 0,20 USD aber bislang nicht zurückerobern. Gleichzeitig fällt mit dem Grayscale-Rückzug kurzfristig ein möglicher institutioneller Katalysator weg.
Für Anleger werden deshalb die nächsten Wochen wichtiger als neue technische Ankündigungen. Wenn Cardano mehr Liquidität, Nutzer und Anwendungen auf die Blockchain bringt, bekommt die technische Roadmap einen messbaren Wert. Bleibt diese Nutzung aus, dürften selbst Leios und Dijkstra allein kaum reichen, um ADA dauerhaft aus seiner Schwächephase zu holen.