Bitcoin hält sich aktuell im Bereich von rund 83.000 bis 84.000 Dollar, doch unter der Oberfläche zeigt sich ein Risiko: Der Handel auf Binance wird weiterhin stark von Futures dominiert. Gleichzeitig fehlt die breite Spot-Nachfrage, die eine nachhaltige Erholung normalerweise stabilisieren würde. Zwar liefern die US-Spot-ETFs Unterstützung, doch bislang reicht das nicht für eine klare Entwarnung.
Der Bitcoin-Kurs lag zuletzt bei rund 83.300 Dollar. Nach mehreren schwächeren Handelstagen bleibt damit vor allem die Zone um 82.700 bis 83.000 Dollar wichtig. Auf der Oberseite wartet dagegen zwischen rund 84.400 und 85.200 Dollar der nächste Widerstandsbereich.
Warum der Bitcoin-Rebound noch auf wackeligen Beinen steht
Auslöser sind die Daten von CryptoQuant die das Verhältnis zwischen dem Spot- und Futures-Handel auf Binance zeigen. Noch am Dienstag wurde ein Spot-zu-Futures-Verhältnis von rund 0,12 beschrieben. Vereinfacht ausgedrückt entfiel damit nur ein vergleichsweise kleiner Teil des Handelsvolumens auf den Spotmarkt, während Futures den Handel dominierten. Gleichzeitig sank das Bitcoin Open Interest auf Binance innerhalb einer Woche von 10,6 auf 9,2 Milliarden Dollar.
Damit entsteht ein ungewöhnlicher Mix: Die Hebelpositionen werden zwar reduziert, doch gleichzeitig kommt bislang nicht genügend direkte Bitcoin-Nachfrage nach, um die Erholung eindeutig auf ein breiteres Fundament zu stellen.
Genau hier liegt das Risiko. Futures können kurzfristig starke Kursbewegungen auslösen. Ohne anschließende Käufe am Spotmarkt reagieren solche Bewegungen jedoch empfindlicher auf Gewinnmitnahmen, Positionsauflösungen und Liquidationen.
Allerdings gibt es inzwischen ein erstes Zeichen der Entspannung. Neuere CryptoQuant-Daten zeigen, dass das Futures-zu-Spot-Verhältnis auf Binance auf rund 6 gefallen ist und damit den niedrigsten Stand seit drei Monaten erreicht hat. Die Dominanz der Derivate nimmt also bereits ab. Für eine deutlich stärkere Bestätigung müsste dieser Rückgang allerdings mit tatsächlich steigenden Spot-Volumina einhergehen.
ETFs liefern Unterstützung, lösen das Spot-Problem aber noch nicht
Ein Gegengewicht liefern die US-Spot-Bitcoin-ETFs. In der vergangenen Woche gab es mehrere kräftige Zuflusstage. Farside weist beispielsweise für den 21. September rund 999 Millionen Dollar Nettozuflüsse aus, gefolgt von 714,7 Millionen Dollar am 22. September und weiteren 346,9 Millionen Dollar am darauffolgenden Tag.
Auch zum Wochenbeginn blieb institutionelle Nachfrage vorhanden. Die jüngsten ETF-Zuflüsse von rund 66,2 Millionen Dollar sind deshalb grundsätzlich positiv einzuordnen. Sie zeigen, dass Bitcoin nicht ausschließlich von kurzfristigen Futures-Tradern getragen wird.
Trotzdem besteht ein wichtiger Unterschied zwischen ETF-Nachfrage und einer breiten Rückkehr der Spot-Aktivität auf den Kryptobörsen. Für einen stabileren Aufwärtstrend wäre es daher entscheidend, dass sich die Nachfragebasis verbreitert.
Dass der Markt dieses Problem noch nicht vollständig gelöst hat, passt auch zur jüngsten Kursentwicklung. Bitcoin verlor zuletzt mehrere Sitzungen in Folge an Boden, nachdem der Kurs zuvor oberhalb von 86.000 Dollar gehandelt hatte. Steigende US-Anleiherenditen sorgten zusätzlich für Gegenwind bei Risikoanlagen.
Kurzfristig rückt deshalb die Zone um 82.700 bis 83.000 Dollar in den Mittelpunkt. Hält dieser Bereich und steigt gleichzeitig die Spot-Nachfrage, könnte Bitcoin erneut den Widerstand bei rund 84.400 Dollar angreifen.
Ein Bruch der Unterstützung würde das Bild dagegen verschlechtern. Besonders kritisch wäre eine Situation, in der der Kurs fällt, während die Spot-Nachfrage schwach bleibt und Futures erneut einen größeren Anteil der Aktivität übernehmen.
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