ADA notiert aktuell bei rund 0,16 bis 0,17 US-Dollar. Das ist ein Minus von über 50 Prozent seit Jahresbeginn. Außerdem hat Gründer Charles Hoskinson eine öffentliche Pause angekündigt. Dennoch baut Cardano gleichzeitig an echter Infrastruktur. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Die wichtigsten News der Woche
Hoskinson macht Pause
Am 3. Juni hat Charles Hoskinson auf X geschrieben: „Ich nehme mir eine Auszeit.“ Mehr hat er zunächst nicht erklärt.
Kurz zuvor hatte er jedoch deutliche Worte gewählt. In einem Video erklärte er, dass er täglich für den ADA-Kurs verantwortlich gemacht werde. Eine Analyse von 130 Antworten auf seine Beiträge ergibt: 35 davon feindselig oder beleidigend waren. Er bezeichnete das Umfeld als toxisch. Außerdem betonte er: Es sei nie seine Aufgabe gewesen, den ADA-Kurs zu steigern.
Sein Rückzug betrifft also vor allem die öffentliche Kommunikation. Videos, Interviews und Social Media pausieren. Die technische Arbeit hingegen geht weiter. Er arbeitet weiterhin an Midnight, Cardanos Datenschutzlayer. Trotzdem erzeugt sein Rückzug Unsicherheit in der Community.
ADA auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren
Der Kurs spricht eine klare Sprache. ADA handelt aktuell bei rund 0,16 bis 0,17 US-Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit 2021. Außerdem liegt der RSI bei knapp 22. Das signalisiert stark überverkaufte Bedingungen.
75 Prozent der ADA-Derivate sind zudem Short-Positionen. Das zeigt: Der Markt wettet derzeit gegen Cardano. Dabei verlor ADA innerhalb von 24 Stunden nach Hoskinsons Ankündigung rund 10 Prozent. Das verdeutlicht, wie stark sein Name mit dem Kurs verknüpft ist.
Trotzdem gibt es ein Signal, das Hoffnung macht. Große Wallets kaufen weiterhin zu. Adressen mit über einer Million ADA halten inzwischen rund 67 Prozent des gesamten Angebots. Das ist die höchste Konzentration seit 2020. Whale-Investoren sehen also offenbar langfristiges Potenzial.
Cardano Foundation schließt Partnerschaft mit Brasiliens Olympischem Komitee
Abseits der schlechten Nachrichten gibt es eine bemerkenswerte Meldung. Am 3. Juni hat die Cardano Foundation eine dreijährige Partnerschaft mit dem brasilianischen Olympischen Komitee geschlossen. Ziel ist die Modernisierung des brasilianischen Sports durch Blockchain, KI und IoT.
Konkret geht es um drei Bereiche. Erstens digitale Identitätszertifizierung für Athleten. Zweitens neue Formen von Fan-Engagement. Drittens die Rückverfolgung von Sportausrüstung. Das klingt nach Zukunft. Und es zeigt: Cardano baut weiter an realen Anwendungen. Alle Details dazu gibt es direkt auf der Website der Cardano Foundation.
Einordnung: Zwei Cardanos gleichzeitig
Cardano sendet diese Woche zwei völlig verschiedene Signale.
Einerseits bricht der Kurs ein. Der Gründer macht Pause. TapTools ist weg. JPG.Store ist weg. Hoskinson warnt vor weiteren Ausfällen in der zweiten Jahreshälfte. Das ist real und ernst zu nehmen.
Andererseits läuft die Entwicklung. Das Van Rossem Hard Fork ist durch. Das Leios-Testnetz startet am 23. Juni. Außerdem entstehen echte Partnerschaften mit dem brasilianischen Olympischen Komitee. Täglich aktive Adressen stiegen zuletzt auf rund 28.000, den höchsten Stand seit vier Monaten.
Das grundlegende Problem ist jedoch bekannt. Cardano hat zu wenig zahlende Nutzer. Das DeFi-Volumen liegt bei rund 126 Millionen US-Dollar TVL. Das ist viel zu wenig. Leios soll das ändern. Deshalb ist der 23. Juni der wichtigste Termin im Kalender.
Ausblick: Was jetzt entscheidend ist
23. Juni 2026: Leios-Testnetz-Start. Das ist der Wendepunkt. Hält das Versprechen von 1.000 TPS, ändert sich das Bild für Entwickler und Nutzer grundlegend. Mehr zu Leios erklärt unser Artikel.
4. Juli 2026: Mögliche Senatsentscheidung zum CLARITY Act. Bei einem Ja wäre ADA dauerhaft kein Wertpapier mehr.
Ab 9. August 2026: Grayscale kann den Spot-ETF-Antrag bei der SEC einreichen. Das 75-tägige Prüfverfahren beginnt dann.
Cardano steckt gerade in der härtesten Phase des Jahres. Trotzdem ist die Geschichte nicht zu Ende. Wer langfristig denkt, weiß: Die besten Einstiegspunkte entstehen oft dann, wenn alle anderen aufgegeben haben. Ob das jetzt der Fall ist, zeigt sich spätestens am 23. Juni.