Bitcoin sorgt wieder für Gesprächsstoff: John Bollinger, der Erfinder der bekannten „Bollinger Bands“, hat öffentlich gemacht, dass sein Handelsmodell bei BTC auf bullisch gedreht hat. Sein System sei nun vollständig in Bitcoin investiert. Gleichzeitig mehren sich Stimmen, die einen neuen Anlauf Richtung 100.000 US-Dollar für möglich halten.
John Bollinger wird bullish: Signal nach Ausbruch über das obere Band
Auslöser für die neue Euphorie ist ein technisches Signal, das viele Trader seit Monaten beobachten: Bitcoin konnte am 7. Mai über eine wichtige Bollinger-Bands-Konstellation ausbrechen. Konkret schloss der Kurs zum zweiten Mal in Folge über dem oberen Bollinger Band, ein Muster, das es zuletzt im Januar gab.
Wichtig ist dabei der Kontext: Zuvor bewegte sich Bitcoin längere Zeit in einer engen Spanne, die Volatilität war also niedrig. Genau solche Phasen gelten bei den Bollinger Bands oft als „Ruhe vor dem Sturm“. Historisch tauchte eine ähnliche Lage vor großen Aufwärtsbewegungen auf, unter anderem in den Jahren 2017 und 2021. Das heißt nicht, dass sich Geschichte wiederholen muss, aber das Setup ist für viele Chart-Beobachter ein ernstzunehmender Hinweis auf steigenden Druck nach oben.
Bollinger selbst erklärte auf X, dass sein systematisches Programm „Tactica“ nach dem Signal nun komplett in BTC investiert sei. In der Community gab es dazu eine Diskussion über Timing: Ein Nutzer meinte, sein Modell sei bereits früher positiv geworden und wer auf Bestätigung wartet, komme zu spät. Bollingers Antwort fiel typisch nüchtern aus: Wer auf Bestätigung wartet, werde häufig reicher, weil Risikokontrolle wichtiger sei als das perfekte Top-Timing.
Zusätzlichen Rückenwind liefert der Bereich um 80.000 US-Dollar: Dort lag zuletzt eine wichtige Hürde, und die Tatsache, dass Bitcoin darüber stabil wirkt, lässt die 100.000er-Marke erneut realistischer erscheinen, zumindest aus Sicht vieler Trader.
Kommt der Lauf Richtung 100.000 Dollar? Diese Analysten sehen den nächsten Schub
Parallel zu Bollingers Signal häufen sich Prognosen, die auf einen erneuten Test der runden Marke von 100.000 US-Dollar hinauslaufen. Der Analyst „Crypto Michael“ verweist auf eine mehrjährige, steigende Trendlinie, die für ihn in Richtung der Zone um 85.000 US-Dollar zeigt. Sein Kerngedanke: Sobald Bitcoin diese Linie klar bricht, könnten stärkere Rücksetzer ausbleiben und eine schnelle Bewegung nach oben folgen.
Sein Szenario: Steigt der Kurs dynamisch, würden viele Short-Positionen unter Druck geraten und zwangsweise geschlossen. Das kann Aufwärtsbewegungen zusätzlich beschleunigen. Danach, so die Erwartung, könnte FOMO wieder stärker in den Markt zurückkehren.
Ein ähnliches Bild zeichnet der Analyst „Ted Pillows“, der auf Daten aus großen Trader-Positionierungen verweist. Demnach würden sich bis zum dritten Quartal 2026 drei Zielbereiche herauskristallisieren: Als bullischstes Ziel gilt ein Run Richtung 100.000 US-Dollar mit laut seiner Auswertung rund 287 Millionen US-Dollar an entsprechenden Wetten. Auf der Gegenseite stehen bärische Szenarien mit Positionierungen in Richtung 60.000 US-Dollar (etwa 266 Millionen US-Dollar) und 50.000 US-Dollar (rund 252 Millionen US-Dollar).
Was Anleger aus der Lage ableiten können
Unterm Strich treffen gerade zwei Dinge aufeinander: ein bekanntes technisches Signal (Ausbruch über die obere Bollinger-Band-Zone) und eine spürbar optimistischere Tonlage bei mehreren Marktbeobachtern. Das erklärt, warum die 100.000 US-Dollar wieder häufiger genannt werden.
Trotzdem bleibt es ein Markt mit zwei klaren Risiken: Erstens können Ausbrüche scheitern, wenn das Momentum abreißt. Zweitens zeigen die genannten Positionierungen, dass auch größere Spieler weiterhin mit deutlichen Rücksetzern rechnen. Wer handelt, sollte daher nicht nur auf Kursziele schauen, sondern vor allem auf ein sauberes Risikomanagement und klare Marken, bei denen ein Szenario als ungültig gilt.