Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat XRP-Anlegern eine mögliche Zusatz-Überraschung in Aussicht gestellt, falls das Unternehmen eines Tages an die Börse geht. Konkrete Pläne gibt es zwar nicht, aber seine Aussage sorgt in der Community für Aufmerksamkeit, weil Ripple und XRP wirtschaftlich bisher klar getrennt sind.
IPO: „Vielleicht etwas Besonderes“ für XRP-Holder
Im Podcast „Crypto In America“ beim Event XRP Las Vegas wurde Garlinghouse direkt auf einen wunden Punkt angesprochen: Ripple ist als private Firma offenbar sehr wertvoll, XRP-Holder profitieren davon aber nicht automatisch, weil Token und Unternehmensanteile zwei unterschiedliche Dinge sind.
Auslöser der Debatte ist unter anderem eine Bewertung, die Garlinghouse erwähnte: Ripple sei bei einem Aktienrückkauf zuletzt mit rund 50 Milliarden US-Dollar bewertet worden. In der Community führt das zu der Frage, ob Ripple nicht Wege finden sollte, XRP-Anleger stärker am Unternehmenserfolg zu beteiligen, etwa über einen Token-Buyback oder ein anderes Modell.
Garlinghouse dämpfte Erwartungen an eine schnelle Lösung. Er betonte, dass Ripple vor allem indirekt für XRP arbeite: durch Produkte, Infrastruktur und Partnerschaften, die Nutzen, Liquidität und Vertrauen rund um XRP stärken sollen. Gleichzeitig ließ er eine Tür offen. Wörtlich sagte er sinngemäß: Wenn Ripple irgendwann an die Börse gehe, könnte es ein Szenario geben, in dem man „etwas Besonderes“ für XRP-Holder mache. Ob und wie, sei aber nicht kurzfristig geplant.
Ripple hat es mit dem Börsengang nicht eilig
Ein IPO sei für Ripple derzeit keine Priorität. Garlinghouse verwies auf andere Krypto-Börsenpläne, die zuletzt nicht überzeugend gelaufen seien. Als Beispiele nannte er BitGo und Gemini, deren Deals aus seiner Sicht „nicht besonders gut“ performt hätten. Außerdem habe Kraken seinen Börsengang Berichten zufolge verschoben.
Ripple sehe Vorteile darin, privat zu bleiben. Garlinghouse formulierte es recht offen: Als private Firma könne er auch freier auftreten und müsse weniger Rücksicht auf den öffentlichen Kapitalmarkt nehmen. Das klingt nach einem eher langfristigen Zeitplan, falls überhaupt.
Kritik an Ripple-Strategie: Garlinghouse verteidigt Fokus auf XRP
Im Gespräch ging es auch um die Sorge, Ripple könne XRP verwässern, weil das Unternehmen stärker in Bereiche wie Stablecoins, Prime Brokerage, Treasury-Produkte und institutionelle Infrastruktur expandiert. Garlinghouse widersprach: Ripple sei weiterhin eng mit XRP verbunden, auch weil das Unternehmen nach eigenen Angaben der größte XRP-Halter weltweit sei und damit selbst das stärkste Interesse an einem erfolgreichen XRP habe.
Seine Linie: Ripple wolle XRP zum „nützlichsten“, „liquidesten“ und „vertrauenswürdigsten“ digitalen Asset machen. Manche Schritte wirkten von außen vielleicht nicht sofort XRP-nah, würden aber langfristig doch auf dieses Ziel einzahlen. Zudem betonte Garlinghouse mehrfach seine Nähe zur Community, die er als „XRP-Familie“ bezeichnete.
Zum Zeitpunkt der Aussagen lag der XRP-Kurs bei rund 1,379 US-Dollar.