Bitcoin unter Druck: Korrektur oder Beginn einer längeren Umstrukturierung?

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Beitragsbild: KI-generiert

Seit dem Allzeithoch nahe 125.000 US-Dollar im Oktober steht Bitcoin unter anhaltendem Verkaufsdruck. Innerhalb weniger Wochen fiel der Kurs bis in den Bereich um 60.000 US-Dollar zurück – ein Rückgang, der nicht nur technisch, sondern auch psychologisch eine klare Zäsur markierte. Die Stimmung kippte von spätzyklischem Optimismus in eine defensivere Marktpositionierung.

Volatilität nach starken Rallys ist im Kryptomarkt nichts Ungewöhnliches. Doch die Geschwindigkeit dieser Korrektur hat die Debatte neu entfacht: Handelt es sich lediglich um eine Zwischenkonsolidierung – oder beginnt hier eine tiefere zyklische Abschwächung?


On-Chain-Daten stützen die These einer strukturellen Abkühlung

Laut dem Analysten Axel Adler liefert insbesondere ein On-Chain-Indikator Hinweise darauf, dass sich der Markt in eine neue Phase bewegt: die sogenannte Entity-Adjusted Liveliness.

Diese Kennzahl misst das Verhältnis zwischen „Coin Days Destroyed“ (bewegte, lange gehaltene Coins) und neu akkumulierten Coin-Tagen – bereinigt um interne Wallet-Verschiebungen großer Entitäten. Vereinfacht gesagt: Sie zeigt, ob langfristige Halter eher verkaufen oder weiter akkumulieren.

Der Indikator erreichte im Dezember 2025 – rund zwei Monate nach dem Preis-Allzeithoch – einen Höhepunkt bei etwa 0,02676. Dieses zeitliche Nachlaufen ist typisch für kumulative On-Chain-Metriken. Seitdem ist ein klarer Rückgang zu beobachten.

Historisch markierten solche Wendepunkte häufig das Ende von Distributionsphasen und den Beginn längerer Akkumulationsperioden.


Was frühere Zyklen nahelegen

Ein Blick auf vergangene Marktzyklen zeigt ein wiederkehrendes Muster:

  • Die Akkumulationsphase ab 2020 dauerte rund 1,1 Jahre.
  • Die folgende Struktur zwischen 2022 und 2024 zog sich sogar etwa 2,5 Jahre hin.

Sollte sich dieses Muster wiederholen, könnte sich die aktuelle Phase bis Ende 2026 oder sogar bis Mitte 2027 erstrecken.

Derzeit notiert die Entity-Adjusted Liveliness bei rund 0,02669 und liegt damit bereits unter ihrem 30-Tage- und 90-Tage-Durchschnitt. Diese gleitenden Durchschnitte fungieren nun als Widerstand – ein Zeichen dafür, dass langfristige Halter ihre Verkaufsaktivität reduzieren.

Eine endgültige Bestätigung eines strukturellen Übergangs würde vermutlich erst erfolgen, wenn der 90-Tage-Durchschnitt klar unter den 365-Tage-Trend fällt. Das wäre ein starkes Signal für einen etablierten langfristigen Akkumulationsmodus.


Technische Lage: Wöchentliche Struktur zeigt Trendbruch

Auch das Wochenchart unterstreicht die veränderte Marktstruktur. Bitcoin konsolidiert aktuell nahe der 67.000-Dollar-Zone – deutlich unter dem Hoch bei rund 125.000 Dollar.

Mehrere Faktoren sprechen für eine Übergangsphase:

  • Der Bruch unter mittelfristige gleitende Durchschnitte signalisiert nachlassendes Momentum.
  • Mehrfache gescheiterte Versuche, die Zone zwischen 90.000 und 100.000 Dollar zurückzuerobern, verstärken das Bild eines Regimewechsels.
  • Der Verlust der grünen Mid-Cycle-Moving-Average – die während des 2024–2025-Aufwärtstrends als dynamische Unterstützung diente – markiert eine zentrale strukturelle Schwäche.

Die nächste bedeutende Unterstützung liegt im Bereich der längerfristigen roten Moving Average um die mittleren 50.000 Dollar. Historisch gingen längere Phasen unterhalb mittelfristiger Durchschnitte häufig mit ausgedehnter Seitwärtsbewegung oder weiteren Rücksetzern einher.


Volumenanalyse: Distribution statt geordneter Gewinnmitnahmen

Das starke Volumen während des initialen Abverkaufs deutet eher auf aktive Distribution als auf ruhige Gewinnmitnahmen hin. Allerdings hat sich das Handelsvolumen seitdem etwas normalisiert – ein mögliches Zeichen dafür, dass die unmittelbare Panikphase vorerst abgeklungen ist.

Ob dies der Beginn einer Bodenbildung ist oder lediglich eine Verschnaufpause vor dem nächsten Impuls, bleibt offen.


Entscheidende Kurszonen im Blick

Für die kommenden Wochen lassen sich klare Szenarien ableiten:

  • Stabilisierung oberhalb von 60.000 Dollar:
    Eine Range-Bildung wäre wahrscheinlich, während der Markt strukturell neu ausbalanciert wird.
  • Bruch unter 60.000 Dollar:
    Das Risiko eines Rücklaufs in Richtung langfristiger Cost-Basis-Zonen würde deutlich steigen.
  • Rückeroberung der 80.000–90.000-Dollar-Zone:
    Erst dann würde sich das übergeordnete technische Bild spürbar aufhellen.

Die Kombination aus schwächerer Preisstruktur und rückläufiger Liveliness deutet weniger auf eine unmittelbare Trendwende nach oben hin, sondern eher auf eine beginnende Phase struktureller Neusortierung.

Ob diese Phase Monate oder Jahre dauert, hängt von Makrobedingungen, Liquidität und der Bereitschaft langfristiger Investoren ab, wieder aggressiv Kapital aufzubauen. Klar ist: Der Markt befindet sich nicht mehr in der Euphoriephase – sondern in einem Übergang, dessen Dauer noch offen ist.

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