Bitcoin testet Schlüssel-Support: droht die Bullenfalle?

Bitcoin testet Schlüssel-Support: droht die Bullenfalle?
Bitcoin testet Schlüssel-Support: droht die Bullenfalle? (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin steht wieder an einem wichtigen Punkt: Nach Monaten in einem aufwärts gerichteten Kurskanal rutschte der Preis deutlich ab und nähert sich jetzt der unteren Begrenzung dieser Struktur. Genau hier kann für Trader eine gefährliche Falle entstehen, weil ein scheinbar „sauberer“ Aufwärtstrend schnell in einen echten Trendbruch kippen kann.

Aufwärtskanal wirkt stabil, wird aber gerade riskant

Zuletzt fiel Bitcoin intraday spürbar und notierte zeitweise um 69.300 US-Dollar. Damit wurde die Zone zwischen 73.000 und 76.000 US-Dollar, die in der Vorwoche als zähes Kampfgebiet zwischen Käufern und Verkäufern galt, wieder klar unterschritten. Solche Rückläufe sind in Aufwärtstrends normal, doch der Kontext ist entscheidend: Bitcoin testet aktuell die untere Trendlinie eines steigenden Kanals, der sich seit dem Tief im Februar gebildet hat.

Auf dem Tageschart sieht man eine Folge höherer Tiefs bis in den Frühling hinein. Das sieht auf den ersten Blick konstruktiv aus, weil Rücksetzer jeweils über dem vorherigen Tief endeten. Gleichzeitig zeigte die Oberseite des Kanals aber Schwäche: Anfang Mai gab es zwar einen Ausbruch in Richtung 82.000 US-Dollar, doch der Markt konnte daraus keinen nachhaltigen Schub machen. Danach drehte der Kurs wieder nach unten und ist nun zurück an der „letzten“ wichtigen Unterstützung innerhalb dieses Kanals.

Die Trader-Falle: Bounce heißt nicht automatisch Entwarnung

Viele Trader sehen die grüne, steigende Support-Linie und rechnen fast automatisch mit dem nächsten Abpraller nach oben, weil dieser Bereich in der Vergangenheit mehrfach gehalten hat. Genau das kann zur Falle werden: Ein kurzer Rebound wirkt wie eine Bestätigung für den Trend, obwohl die Struktur bereits wackelt und ein Bruch jederzeit möglich ist.

Der Analyst „Void“ sieht das Risiko, dass Bitcoin unter die Channel-Unterstützung fällt. Passiert das, würden die bisher „höheren Tiefs“ im Nachhinein wie ein gescheitertes Muster aussehen, und der Markt könnte deutlich tiefer korrigieren. Als mögliche Zielzone für eine stärkere Abwärtsbewegung werden Bereiche im Umfeld von 54.000 bis 58.000 US-Dollar genannt.

Wichtig ist dabei: Selbst wenn Bitcoin zunächst an der Unterstützung abprallt, ist das noch kein Beweis für eine stabile Erholung. In schwachen Strukturen sind Zwischenrallyes typisch, die Trader in falscher Sicherheit wiegen.

Zwei Szenarien und worauf Trader jetzt achten sollten

Aus der aktuellen Lage ergeben sich im Grunde zwei saubere Szenarien:

  • Support hält: Dann kann Bitcoin wieder in Richtung 79.000 US-Dollar laufen und im besten Fall erneut die Region über 80.000 US-Dollar angreifen.
  • Support bricht: Dann droht erst ein klassisches „Fakeout“-Szenario, bei dem der Kurs noch einmal nach oben zucken kann, bevor die eigentliche Abwärtswelle startet. In diesem Fall wäre sogar ein kurzer Rücklauf bis etwa 75.000 US-Dollar denkbar, der sich dann als Bullenfalle entpuppt, bevor es tiefer Richtung 54.000 US-Dollar geht.

Wer die Falle vermeiden will, sollte deshalb nicht den ersten Rebound als Kauf-Signal behandeln. Sinnvoller ist es, auf klare Bestätigung zu warten: Hält die Unterstützung wirklich auf Tagesschlussbasis, kommt Volumen in den Markt zurück und erobert Bitcoin wichtige Zonen wie 73.000 bis 76.000 US-Dollar wieder, oder bleibt die Erholung schwach und wird erneut abverkauft? In den nächsten Tagen dürfte sich zeigen, ob der Aufwärtskanal seine Funktion behält oder ob Bitcoin gerade dabei ist, viele Trader auf dem falschen Fuß zu erwischen.

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