Bitcoin-Mining 2026: 4 Pools kontrollieren 70 Prozent Hashrate

Bitcoin-Mining 2026: 4 Pools kontrollieren 70 Prozent Hashrate
Bitcoin-Mining 2026: 4 Pools kontrollieren 70 Prozent Hashrate (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Der Markt für Bitcoin-Mining-Pools hat sich bis 2026 spürbar verändert. Steigender Druck nach dem Halving, eine höhere Netzwerk-Schwierigkeit und sinkende Margen haben die Branche neu geordnet. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Verteilung der Hashrate: Ein kleiner Kreis großer Pools kontrolliert inzwischen den größten Teil des Netzwerks. Für Bitcoin wirft das Fragen zur Dezentralisierung auf. Für viele Miner hat die Entwicklung aber vor allem eine ganz praktische Folge: Große Pools richten ihre Angebote zunehmend auf institutionelle Kunden aus, während unabhängige und mittelgroße Miner oft zu kurz kommen.

Vier große Pools dominieren den Markt

Nach Daten von miningpoolstats.stream entfielen Ende Juni 2026 mehr als 70 Prozent der gesamten Bitcoin-Hashrate auf nur vier Pools. An der Spitze steht Foundry Digital mit rund 31 Prozent Marktanteil. Dahinter folgen AntPool mit etwa 18 Prozent, ViaBTC mit rund 13 Prozent und F2Pool mit ungefähr 10 Prozent.

Diese Konzentration ist kein Zufall. Große Pools profitieren davon, dass immer mehr professionelle Mining-Unternehmen ihre Rechenleistung bündeln. Foundry etwa gilt als klare Adresse für börsennotierte und institutionelle Miner. Der Pool arbeitet stark auf Compliance-Basis, verlangt strikte KYC-Prüfungen und richtet sich vor allem an Großkunden. Für kleinere unabhängige Miner ist der Zugang oft schwierig oder wenig attraktiv.

Auch AntPool, eng mit ASIC-Hersteller Bitmain verbunden, ist stark auf große Betreiber ausgerichtet. Zwar bietet der Pool unterschiedliche Auszahlungsmodelle, in der Praxis berichten kleinere Kunden jedoch häufig von standardisierten Abläufen und begrenztem Support bei individuellen Problemen. Ähnlich sieht es bei F2Pool aus: Der Pool ist erfahren, technisch solide und weltweit etabliert, wirkt aber vor allem auf größere, routinierte Mining-Farmen zugeschnitten.

ViaBTC hebt sich etwas durch seine Flexibilität ab und bietet neben PPS+ und PPLNS auch Solo-Mining innerhalb der Pool-Struktur. Gleichzeitig steht der Anbieter 2026 stärker unter regulatorischer Beobachtung. Vor allem für Miner aus Russland und anderen GUS-Staaten ist das ein Risikofaktor geworden, da es Berichte über zusätzliche KYC-Anforderungen, Kontobeschränkungen und vorübergehend eingefrorene Guthaben gibt.

Warum kleinere und mittlere Miner nach Alternativen suchen

Aus den aktuellen Marktverhältnissen entsteht eine klare Zweiteilung. Die größten Pools bieten starke Infrastruktur und viel Stabilität, sind organisatorisch aber immer stärker auf Kunden mit hoher Hashrate und klaren Compliance-Strukturen ausgerichtet. Das ist aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar, lässt aber eine Lücke im Markt entstehen.

Unabhängige Miner, kleinere Farmen und mittelgroße Betreiber finden sich dadurch oft in einem Umfeld wieder, das nicht für ihre Bedürfnisse gebaut wurde. Gebührenmodelle passen nicht immer zu ihrer Größe, Support-Prozesse sind häufig zu unflexibel, und bei technischen oder organisatorischen Sonderfällen fehlt oft der direkte Ansprechpartner.

Genau an diesem Punkt versuchen kleinere, aber dennoch etablierte Pools anzusetzen. Im Artikel wird besonders EMCD als Beispiel genannt. Der Pool kommt auf mehr als 30 EH/s Hashrate und gehört damit weltweit zu den größeren Anbietern, positioniert sich aber ausdrücklich als Alternative für Miner, die bei den ganz großen Plattformen nicht im Mittelpunkt stehen.

Auffällig ist vor allem die Gebührenstruktur: EMCD startet laut Angaben bei 1,5 Prozent im FPPS-Modell und liegt damit unter dem Niveau vieler großer Wettbewerber, die oft bei 4 Prozent liegen. Noch wichtiger ist jedoch der Serviceansatz. Während große Pools ihre Betreuung häufig nach Kundengröße staffeln, setzt EMCD auf direkteren Kontakt und individuellere Absprachen je nach Hashrate und Bedarf.

Der Mining-Pool-Markt wird zum Zwei-Klassen-System

Für Miner bedeutet das im Jahr 2026: Die Wahl des Pools hängt nicht mehr nur von Technik, Gebühren und Auszahlungsmodell ab. Diese Punkte bleiben wichtig, doch in einem angespannten Marktumfeld gewinnen andere Faktoren an Gewicht. Erreichbarkeit, Flexibilität und echter menschlicher Support werden für viele Betreiber immer entscheidender.

Die anhaltende Konzentration der Hashrate dürfte sich kurzfristig kaum umkehren. Die wirtschaftlichen Bedingungen bevorzugen große Akteure, und diese bündeln ihre Leistung bevorzugt bei Pools, die exakt auf ihre Anforderungen ausgerichtet sind. Gleichzeitig schafft diese Entwicklung aber Raum für Anbieter, die professionelle Infrastruktur mit einem zugänglicheren Modell verbinden.

Unterm Strich hat sich der Markt für Bitcoin-Mining-Pools in zwei Ebenen aufgeteilt: oben die großen, institutionell geprägten Plattformen und daneben Anbieter, die sich stärker an unabhängige und mittelgroße Miner wenden. Für viele Marktteilnehmer wird genau diese Unterscheidung bei der Pool-Wahl inzwischen wichtiger als noch vor wenigen Jahren.

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