Bitcoin unter Druck: Dem Markt geht der Treibstoff aus

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Bitcoin unter Druck: Dem Markt geht der Treibstoff aus (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin fehlt derzeit der wichtigste Treiber für eine nachhaltige Erholung: frische Dollar-Liquidität. Laut On-Chain-Analyst Axel Adler Jr. sind die Stablecoin-Zuflüsse auf Börsen seit Mitte Mai deutlich zurückgegangen, während die gemeinsame Marktkapitalisierung von USDT und USDC weiter schrumpft. Für Bitcoin ist das ein Warnsignal, denn ohne neues Kapital bleiben Erholungen anfällig und Verkaufsdruck kann schneller zurückkehren.

Der Kern der Analyse ist klar: Stablecoins gelten im Kryptomarkt als geparkte Kaufkraft. Wenn Anleger USDT oder USDC auf Börsen bringen, steht dieses Kapital potenziell für Käufe von Bitcoin und Altcoins bereit. Genau dieser Zufluss ist zuletzt aber ausgetrocknet.

Stablecoin-Zuflüsse liegen 31 Prozent unter dem Normalwert

Adler verweist auf den 30-Tage-Durchschnitt der Stablecoin-Zuflüsse auf Börsen. Dieser Wert zeigt, wie viel frische Liquidität tatsächlich an den Handelsplätzen ankommt. Seit Mitte Mai ist der monatliche Durchschnitt von rund 3,2 Milliarden Dollar auf etwa 2,65 Milliarden Dollar gefallen. Das entspricht einem Rückgang von 18 Prozent.

Noch wichtiger ist der Vergleich mit dem Jahresdurchschnitt. Dieser liegt bei rund 3,86 Milliarden Dollar. Die aktuellen Zuflüsse befinden sich damit 31 Prozent unter dem normalen Niveau. Für den Markt bedeutet das: Es kommt deutlich weniger frisches Kaufkapital an den Börsen an als üblich.

Solange dieser 30-Tage-Durchschnitt unter dem Jahresdurchschnitt bleibt, sieht Adler keinen ausreichenden Treibstoff für eine tragfähige Bitcoin-Rallye. Eine erste Entspannung gäbe es erst, wenn die Zuflüsse wieder über diese Jahreslinie steigen.

USDT und USDC schrumpfen um mehr als 3 Milliarden Dollar pro Monat

Das zweite Warnsignal kommt aus der Marktkapitalisierung der beiden größten Stablecoins. Die kombinierte Größe von USDT und USDC zeigt, ob die Dollar-Basis im Kryptomarkt wächst oder schrumpft.

Mitte Mai lag die monatliche Veränderung noch ungefähr bei null. Die Stablecoin-Basis wuchs also nicht, schrumpfte aber auch nicht. Anfang Juni kippte der Wert dann deutlich ins Negative und fiel auf rund minus 4,2 Milliarden Dollar. Aktuell liegt er laut Adler noch immer bei etwa minus 3,2 Milliarden Dollar.

Das ist entscheidend, weil es nicht nur um eine Verschiebung von Kapital zwischen einzelnen Coins geht. Die Daten deuten darauf hin, dass Dollar-Liquidität den Kryptomarkt tatsächlich verlässt. Zwar hat sich der Wert von minus 4,2 auf minus 3,2 Milliarden Dollar leicht verbessert, doch Adler wertet das nur als ersten Hinweis auf eine mögliche Verlangsamung der Abflüsse. Entwarnung ist das noch nicht.

Warum Bitcoin-Erholungen jetzt besonders anfällig bleiben

Beide Signale zeigen laut Adler in dieselbe Richtung: Weniger Stablecoins fließen auf Börsen, während die Stablecoin-Basis insgesamt schrumpft. Der Markt verliert also auf zwei Ebenen Liquidität.

Das erklärt aus Sicht des Analysten auch, warum Bitcoin seit Mitte Mai um rund 21 Prozent gefallen ist. Ohne frische Stablecoin-Zuflüsse fehlt dem Markt die Kaufkraft, um Rücksetzer schnell aufzufangen oder eine Erholung stabil zu tragen.

Für Anleger wird deshalb eine bestimmte Bedingung entscheidend: Erst wenn die Stablecoin-Zuflüsse wieder über ihren Jahresdurchschnitt steigen und die 30-Tage-Veränderung der USDT- und USDC-Marktkapitalisierung zurück auf null oder in den positiven Bereich dreht, wäre ein echter Stimmungswechsel sichtbar.

Bis dahin bleiben Bitcoin-Erholungen anfällig. Die größte Gefahr liegt in einer erneuten Beschleunigung der Liquiditätsabflüsse. Sollte die monatliche Schrumpfung wieder in Richtung minus 4 Milliarden Dollar laufen, könnte der Druck auf Bitcoin erneut zunehmen. Jetzt zählt nicht nur der Kurs, sondern vor allem die Frage, ob frisches Kapital in den Markt zurückkehrt.


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