Bitcoin kühlt ab: Long-Trader sind noch nicht raus

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Bitcoin kühlt ab: Long-Trader sind noch nicht raus (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Bitcoin wirkt auf der Blockchain derzeit nicht überhitzt, aber auch nicht sauber entlastet. Zwar ist ein Teil des Hebels aus dem Markt verschwunden, doch die Funding-Raten bleiben erhöht und die Börsenflüsse drehen wieder leicht ins Positive. Genau diese Mischung macht die Lage heikel: Der Markt ist ruhiger geworden, aber nicht ungefährlich.

Warum der Rückgang beim Hebel noch keine Entwarnung ist

Das Open Interest ist zuletzt um 1,3 Prozent auf rund 21,02 Milliarden US-Dollar gefallen. Seit dem 5. Juli liegt der Rückgang sogar bei etwa 4,3 Prozent. Das spricht dafür, dass ein Teil der gehebelten Positionen bereits abgebaut wurde.

Für Bitcoin ist das grundsätzlich gesund, weil weniger Hebel auch weniger Zwangsliquidationen bedeuten kann. Doch der entscheidende Punkt fehlt noch: Die Funding-Rate ist zwar von 0,00809 auf 0,00719 gefallen, liegt aber weiter klar über dem 30-Tage-Durchschnitt von 0,00457.

Das zeigt, dass Long-Positionen weiterhin dominant sind. Viele Marktteilnehmer wetten also noch immer auf steigende Kurse. Genau daraus entsteht das Risiko: Wenn Bitcoin schwächer wird, können überfüllte Long-Positionen schnell unter Druck geraten und den Rücksetzer verstärken.

Börsenzuflüsse drehen ins Positive, aber der Verkaufsdruck ist noch nicht bestätigt

Auch bei den Exchange-Flows zeigt sich ein vorsichtiges Warnsignal. Der Nettofluss an die Börsen lag zuletzt bei rund 556 BTC im Plus, nachdem am Vortag noch ein Abfluss von 4.461 BTC gemessen wurde. Mehr Bitcoin auf Börsen kann Verkaufsbereitschaft signalisieren, muss aber nicht sofort echten Abgabedruck bedeuten.

Wichtig ist deshalb der größere Blick: Über sieben Tage liegt der kumulierte Zufluss nur bei etwa 282 BTC. Das ist noch kein starkes Zeichen für eine breite Distribution. Es zeigt eher, dass der Markt kurzzeitig in Richtung Börsenzuflüsse kippt, ohne dass daraus schon ein klarer Verkaufsdruck abgeleitet werden kann.

Für Anleger ist genau dieser Unterschied wichtig. Einzelne Zuflüsse können Rauschen sein. Wiederholen sie sich jedoch, während Funding und Open Interest ebenfalls steigen, würde sich das Bild deutlich verschärfen.

Diese Kombination entscheidet jetzt über Erholung oder neuen Druck

Der Realized Price blieb nahezu unverändert bei rund 53.102 US-Dollar. Damit hat sich an der breiteren Kostenbasis des Marktes kaum etwas geändert. Ohne aktuellen Spotpreis lässt sich daraus allerdings nicht sauber ableiten, wie groß der Abstand zwischen Marktpreis und durchschnittlichem Einstiegspreis derzeit ist.

Das Gesamtbild bleibt deshalb neutral bis leicht vorsichtig. Bitcoin hat Hebel abgebaut, aber der Markt ist noch nicht vollständig bereinigt. Solange die Funding-Raten erhöht bleiben, bleibt auch das Risiko bestehen, dass ein schwächerer Kurs überfüllte Long-Positionen unter Druck setzt.

Entscheidend wird nun, ob die Börsenzuflüsse anhalten oder wieder in Abflüsse drehen. Normalisiert sich die Funding-Rate und stabilisiert sich das Open Interest, würde das Risiko deutlich sinken. Steigen dagegen Zuflüsse, Funding und Open Interest gleichzeitig wieder an, wäre das ein klares Warnsignal für Überhitzung und möglichen Verkaufsdruck.

Bitcoin steht damit nicht vor einem eindeutigen bullischen Signal, sondern vor einer Belastungsprobe. Jetzt zählt, ob der Markt wirklich abkühlt oder ob die Long-Seite nur kurz Luft holt, bevor der nächste Druck entsteht.

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