Bitcoin hat nach wochenlanger Seitwärtsphase plötzlich in den Angriffsmodus gewechselt. Der Bitcoin Regime Score sprang auf 60,07 Punkte und damit in den Bereich „Strong Bull“, während der Kurs bis auf rund 69.500 Dollar anzog. Noch wichtiger für Anleger: Das zugrunde liegende Marktsignal drehte bereits am 17. August ins Positive, also rund zwei Tage bevor massive Short-Liquidationen die Rallye zusätzlich beschleunigten.
Genau diese Reihenfolge macht den Ausbruch interessanter als einen gewöhnlichen Short-Squeeze. Die Milliarden-Liquidationen haben den Anstieg verstärkt, aber offenbar nicht erst ausgelöst. Jetzt entscheidet sich, ob Bitcoin tatsächlich in ein neues bullisches Marktregime gewechselt ist oder ob der Ausbruch nach dem extremen Kaufdruck wieder in sich zusammenfällt.
>> Jetzt einsteigen: Bitcoin kaufen <<
Dieses Signal drehte schon vor der Bitcoin-Rallye
Der Bitcoin Regime Score bündelt mehrere Faktoren wie Käufer- und Verkäuferaktivität, Open Interest, Funding Rates, ETF-Flows, Börsenzuflüsse und den übergeordneten Preistrend. Werte über null sprechen für ein positives Marktumfeld, ab 60 Punkten beginnt der Strong-Bull-Bereich.
Am 17. August um 09:00 UTC überschritt der Score die Nulllinie von unten. Bitcoin notierte zu diesem Zeitpunkt bei rund 63.324 Dollar. Danach stieg das Signal zunächst auf 32,7 Punkte, gab zwischenzeitlich bis in den Bereich um 22 nach und beschleunigte schließlich gemeinsam mit dem Bitcoin-Kurs auf 60,07 Punkte.
Das ist der entscheidende Unterschied: Der Markt begann intern bereits bullischer zu werden, bevor die spektakulären Liquidationen einsetzten.
Während der vorherigen Seitwärtsphase hatte der Score die Nulllinie mehrfach gekreuzt, ohne dass daraus ein nachhaltiger Trend entstand. Dieses Mal folgte jedoch wenige Tage später der kräftige Ausbruch.
Für Anleger wird deshalb nicht nur der Bitcoin-Kurs wichtig. Bleibt der Regime Score nach der Rallye deutlich über null, würde das zeigen, dass die Stärke auch nach dem ersten Kursschub bestehen bleibt. Ein schneller Rückfall in negatives Terrain wäre dagegen ein klares Warnsignal.
Mehr als 1 Milliarde Dollar in einer Stunde: Dann wurden die Shorts zerlegt
Als Bitcoin am 19. August nach oben beschleunigte, gerieten Trader mit fallenden Kurswetten massiv unter Druck. Innerhalb von ungefähr einer Stunde wurden mehr als 1 Milliarde Dollar an Bitcoin-Short-Positionen liquidiert. Der Kurs schoss dabei in Richtung 70.000 Dollar. Auch unabhängige Marktberichte bestätigen die außergewöhnliche Geschwindigkeit dieser Liquidationswelle.
Über einen längeren Zeitraum summierten sich die Bitcoin-Short-Liquidationen laut den zugrunde liegenden CoinGlass-Daten auf rund 1,42 Milliarden Dollar.
Bei einer Short-Liquidation müssen Positionen zwangsweise geschlossen werden. Dadurch entsteht zusätzlicher Kaufdruck: Je schneller Bitcoin steigt, desto mehr Short-Trader werden aus dem Markt gedrängt, wodurch weitere Käufe ausgelöst werden können.
Genau dieser Mechanismus verwandelte den bereits laufenden Anstieg in eine deutlich aggressivere Rallye.
Der Short-Squeeze war damit eher Beschleuniger als Startschuss. Diese Unterscheidung ist wichtig. Wäre Bitcoin nur aufgrund übermäßig positionierter Short-Trader gestiegen, könnte der Kaufdruck schnell verschwinden, sobald diese Positionen bereinigt sind. Ein bereits vorher verbesserter Marktunterbau würde dagegen für eine stabilere Erholung sprechen.
Jetzt entscheidet sich, ob aus dem Squeeze ein echter Trend wird
Nach einer Liquidationswelle dieser Größenordnung wird die nächste Phase entscheidend. Die erzwungenen Käufe lassen sich nicht beliebig wiederholen. Bitcoin muss deshalb zeigen, dass auch ohne diesen zusätzlichen Treibstoff echte Nachfrage vorhanden bleibt.
Genau hier wird der Regime Score interessant.
Solange er oberhalb der Nulllinie bleibt und Bitcoin den Ausbruch verteidigt, spricht die Kombination dafür, dass sich das Marktumfeld tatsächlich verändert hat. Hält sich der Score sogar im Strong-Bull-Bereich, wäre das ein deutlich stärkeres Signal als die kurzfristige Kursreaktion allein.
Fällt der Score dagegen wieder unter null und verliert Bitcoin gleichzeitig seinen Ausbruchsbereich, würde die aktuelle Rallye deutlich fragiler wirken. Dann wäre die Gefahr groß, dass die massive Short-Bereinigung nur einen kurzfristigen Preisschub erzeugt hat.
Die Reihenfolge bleibt deshalb das stärkste Signal der vergangenen Tage: Erst drehte das Marktregime ins Positive, dann brach Bitcoin aus, anschließend wurden die Shorts liquidiert und erst dadurch explodierte die Bewegung.
Für Anleger zählt jetzt nicht mehr, wie spektakulär der Short-Squeeze war. Entscheidend ist, was danach übrig bleibt. Bleibt der Regime Score über null und verteidigt Bitcoin den Ausbruch, lebt die Chance auf einen nachhaltigen Trendwechsel. Kippt beides zurück, wird aus dem aktuellen Strong-Bull-Signal sehr schnell ein Warnsignal.