XRP steht nach dem jüngsten Rücksetzer erneut unter Druck. Der Kurs liegt aktuell bei rund 1,49 US-Dollar, nachdem XRP am 2. Oktober zeitweise bis in den Bereich von 1,46 Dollar gefallen war. Gleichzeitig traf der Abverkauf vor allem gehebelte Long-Positionen und stellt damit die zuletzt beobachtete Entspannung am Derivatemarkt infrage.
Aktuelle Daten zeigen, wie deutlich die Bewegung ausfiel: Am 2. Oktober wurden XRP-Positionen im Wert von rund 14,8 Millionen Dollar liquidiert. Davon entfielen etwa 13,1 Millionen Dollar beziehungsweise 88,6 Prozent auf Long-Positionen. Auch aktuelle aggregierte Daten weisen weiterhin einen klaren Überhang bei Long-Liquidationen aus.
Für Anleger rückt nun vor allem die Frage in den Mittelpunkt, ob XRP die Unterstützungszone um 1,46 Dollar verteidigen kann oder eine weitere Liquidationswelle droht.
Warum die Long-Liquidationen wieder zum Risiko werden
Zwischen Ende Juli und September waren bei XRP bereits wiederholt starke Liquidationsspitzen zu beobachten. Die Ausschläge könnten darauf hindeuten, dass sich übermäßiger Hebel aus dem Markt entfernt hatte.
Der jüngste Rücksetzer zeigt jedoch, wie schnell sich dieses Bild verändern kann. Allein während einer Stunde am 2. Oktober wurden laut TokenPost auf Binance, Bybit und OKX Long-Positionen im Umfang von 10,27 Millionen Dollar liquidiert, als XRP von etwa 1,49 auf 1,46 Dollar fiel.
Solche Liquidationen können Kursbewegungen kurzfristig verstärken: Werden gehebelte Long-Positionen zwangsweise geschlossen, entstehen zusätzliche Verkaufsorders. Je stärker der Markt zuvor auf steigende Kurse positioniert war, desto empfindlicher kann eine schnelle Abwärtsbewegung ausfallen.
Gleichzeitig kann die Bereinigung überhöhter Hebel auch für einen stabileren Markt sorgen. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Höhe der Liquidationen, sondern ob anschließend echte Nachfrage am Spotmarkt zurückkehrt.
NVT fällt deutlich: Dieses Signal braucht eine zweite Bestätigung
Einen möglichen Gegenpol liefert die Netzwerkaktivität. Den vorliegenden Onchain-Daten zufolge ist das NVT-Verhältnis um 69,28 Prozent auf 36,97 gefallen.
Das Network Value to Transactions Ratio setzt vereinfacht die Bewertung eines Netzwerks ins Verhältnis zum übertragenen Transaktionsvolumen. Sinkt der Wert, weil das Transferaufkommen schneller wächst als die Marktkapitalisierung, kann dies auf eine stärkere Nutzung des Netzwerks relativ zu seiner Bewertung hindeuten.
Ein sinkender NVT-Wert ist allerdings nicht automatisch ein Kaufsignal. Er kann durch unterschiedliche Veränderungen bei Kurs, Marktkapitalisierung und Transaktionsvolumen entstehen. Entscheidend wäre deshalb, ob sich der Rückgang tatsächlich mit nachhaltig steigendem Transferaufkommen und zusätzlicher Spotnachfrage deckt.
Aktuell fehlt dem positiven Onchain-Signal zudem die klare Bestätigung durch den Kurs. XRP liegt auf Wochensicht rund 3,6 Prozent im Minus, während der Markt bei etwa 1,48 Dollar verharrt.
Diese Zone entscheidet jetzt über Erholung oder neuen Druck
Kurzfristig wird deshalb die Region um 1,46 Dollar besonders wichtig. Genau dort setzte während des jüngsten Abverkaufs erheblicher Liquidationsdruck ein. Fällt XRP nachhaltig darunter, würde zunächst der Bereich um 1,40 Dollar wieder stärker in den Fokus rücken.
Auf der Oberseite müsste XRP dagegen zunächst die Region zwischen 1,52 und 1,55 Dollar zurückerobern. Dort lagen in den vergangenen Handelstagen wiederholt lokale Hochs und Widerstände. Ein Anstieg über diese Zone, begleitet von stärkerem Spotvolumen, würde das kurzfristige Bild deutlich stabilisieren.
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