Bitcoin über 80.000 Dollar: Warum Timmer jetzt 100.000 Dollar ins Visier nimmt

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Bitcoin über 80.000 Dollar: Warum Timmer jetzt 100.000 Dollar ins Visier nimmt (Foto KI generiert)
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Fidelity-Makrostratege Jurrien Timmer sieht die Marke von 100.000 Dollar wieder als mögliches Ziel. Ganz frei ist der Weg dorthin allerdings noch nicht: Aktuell handelt BTC bei rund 84.500 Dollar, nachdem der Kurs am Freitag zeitweise über 87.000 Dollar gestiegen war.

Für Timmer kommt ein zweites Signal hinzu. Bitcoin gewinnt nicht nur in US-Dollar an Boden, sondern zeigt auch gegenüber Gold wieder relative Stärke. Gleichzeitig sind die Kapitalzuflüsse zurückgekehrt. Damit stellt sich die Frage, ob der lange Rücksetzer tatsächlich in einen neuen mehrjährigen Aufwärtszyklus übergeht.

Diese Marke entscheidet über den Angriff auf 100.000 Dollar

Der Sprung über 80.000 Dollar war wichtig, reicht für einen direkten Angriff auf sechsstellige Kurse aber noch nicht aus. Am Freitag arbeitete sich Bitcoin zunächst durch eine größere Verkaufszone bei 85.000 Dollar und stieg anschließend über 87.000 Dollar. Dort traf die Rallye jedoch erneut auf Verkäufer.

Marktbeobachter von QCP verorten einen wichtigen Widerstand bei rund 87.400 Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone würde zunächst den Weg in Richtung 90.000 Dollar öffnen. Erst wenn auch diese Marke zurückerobert wird, dürfte das Szenario eines erneuten Tests von 100.000 Dollar deutlich an Substanz gewinnen.

Auf der Unterseite bleibt dagegen der Bereich um 82.000 bis 83.000 Dollar entscheidend. Bereits Ende September galt diese Zone als zentrale Unterstützung für die laufende Erholung. Ein Bruch könnte Bitcoin wieder in die hohen 70.000er drücken und damit auch den jüngsten Ausbruch über 80.000 Dollar infrage stellen.

Die technische Lage lässt sich damit relativ klar zusammenfassen: Oberhalb von 87.400 bis 90.000 Dollar würde das Momentum zugunsten der Käufer kippen. Unterhalb von etwa 82.000 Dollar würde dagegen das Risiko eines erneuten Rücksetzers deutlich steigen.

Bitcoin schlägt Gold wieder – Timmers zweites Kaufsignal

Besonders interessant ist für Timmer die Entwicklung gegenüber Gold. Noch im Februar war das Bitcoin-Gold-Verhältnis auf etwa zwölf Unzen Gold je Bitcoin gefallen. Im September näherte es sich bereits wieder 20 Unzen. Bitcoin hat damit einen erheblichen Teil seiner vorherigen relativen Schwäche gegenüber dem Edelmetall aufgeholt.

Das ist interessant, weil Timmer Bitcoin im Sommer noch deutlich vorsichtiger beurteilt hatte. Damals näherte sich BTC bei rund 62.000 Dollar einer langfristigen Unterstützungszone seines Power-Law-Modells. Gleichzeitig fehlte aus seiner Sicht ein klarer Liquiditätskatalysator für eine nachhaltige Erholung.

Inzwischen hat sich das Bild verändert. Bitcoin liegt mehr als 20.000 Dollar über diesen Sommertiefs und hat zuletzt auch Gold relativ deutlich übertroffen. Im September legte BTC laut QCP rund 12 Prozent zu, während Gold im selben Zeitraum um 8,5 Prozent nachgab.

Milliarden fließen zurück – beginnt ein neuer Bitcoin-Zyklus?

Auch von institutioneller Seite kommt wieder Unterstützung. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten insbesondere in der zweiten Septemberhälfte mehrere starke Zuflusstage. Allein am 21. September flossen netto rund 999 Millionen Dollar in die Produkte, am folgenden Tag weitere rund 715 Millionen Dollar. Nach einem Rückschlag Ende September kehrten Anfang Oktober erneut positive Zuflüsse zurück.

Damit erhält Timmers These eines möglichen neuen Vierjahreszyklus zusätzlichen Rückenwind. Sie bleibt allerdings ein Szenario und keine Gewissheit. Bitcoin-Zyklen haben sich historisch verändert, und auch Fidelity weist darauf hin, dass vergangene Korrelationen und Renditen keine Garantie für zukünftige Entwicklungen darstellen.

Timmer verweist zudem auf Bitcoins Rolle als möglicher Diversifikator. Fidelity kommt in eigenen Untersuchungen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Bitcoin historisch nicht vollständig mit klassischen Aktien- und Anleihemärkten synchron gelaufen ist. Die genaue Korrelation schwankt allerdings stark je nach Betrachtungszeitraum. So ermittelte Fidelity für einen früheren Dreijahreszeitraum eine Korrelation von 0,53 zu Aktien und 0,26 zu Anleihen, während andere Fidelity-Auswertungen je nach Zeitraum höhere Werte gegenüber Aktien zeigen.

Für Anleger bleibt deshalb vor allem die Kursstruktur entscheidend. Solange Bitcoin oberhalb der Zone um 82.000 Dollar bleibt, ist der jüngste Ausbruch intakt. Ein Sprung über 87.400 und anschließend 90.000 Dollar würde das 100.000-Dollar-Szenario deutlich stärken. Fällt BTC dagegen wieder nachhaltig unter 80.000 bis 82.000 Dollar, wäre aus dem Ausbruch schnell eine Bullenfalle geworden.

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