Das Wichtigste in Kürze
- Stimmung kühlt deutlich ab: Der Bitcoin Fear & Greed Index ist innerhalb einer Woche von 63 auf 51 Punkte gefallen.
- Ungewöhnlich lange Neutralphase: Seit sieben Tagen befindet sich der Index im neutralen Bereich. Eine vergleichbar lange Phase gab es seit Mai nicht mehr.
- Zwei Marken entscheiden: Unter 45 Punkten droht laut Analyst Axel Adler Jr. eine neue Angstphase. Über 55 Punkten könnte die Gier zurückkehren.
Bitcoin ist erneut unter die Marke von 80.000 Dollar gefallen. Während BTC am Donnerstag zeitweise nur noch rund 79.600 Dollar wert war, zeigt eine neue Analyse von Axel Adler Jr., dass sich auch die Stimmung am Kryptomarkt deutlich verschlechtert hat.
Besonders auffällig: Der Fear & Greed Index verharrt ungewöhnlich lange im neutralen Bereich. Damit könnte die optimistische Marktphase der vergangenen Monate zunehmend unter Druck geraten.
Sieben Tage ohne Gier: Warum das für Bitcoin ungewöhnlich ist
Noch vor einer Woche lag der Fear & Greed Index bei 63 Punkten und signalisierte überwiegend optimistische Anleger. Inzwischen ist die Kennzahl auf 51 Punkte gefallen.
Am 27. Oktober erreichte sie sogar 48 Punkte, den niedrigsten Stand seit dem 19. August. Laut Adler befand sich Bitcoin seit dem 20. August fast durchgehend in einer Phase der Gier. Kurze Unterbrechungen dauerten meist nur ein oder zwei Tage.
Jetzt hält die neutrale Stimmung bereits sieben Tage in Folge an. Zum Zeitpunkt seiner Analyse war die sechstägige Serie bereits die längste seit Mai. Das deutet darauf hin, dass die bisherige Zuversicht nicht nur kurzfristig nachlässt.
Eine neutrale Marktstimmung bedeutet allerdings noch keinen bevorstehenden Absturz. Sie zeigt zunächst, dass der Optimismus abgenommen hat, ohne bereits in ausgeprägte Angst umzuschlagen.
Dieses zweite Warnsignal könnte gefährlicher werden
Adler untersucht zusätzlich die gleitenden Durchschnittswerte des Stimmungsindex. Der 30-Tage-Durchschnitt ist von 67 Punkten Anfang Oktober auf rund 61 Punkte gefallen. Gleichzeitig liegt der 90-Tage-Durchschnitt bei ungefähr 57 Punkten.
Damit ist der Abstand zwischen beiden Kennzahlen innerhalb einer Woche von zehn auf nur noch vier Punkte geschrumpft. Seit dem 31. Juli liegt der kurzfristigere Durchschnitt oberhalb des längerfristigen.
Fällt der 30-Tage-Durchschnitt unter den 90-Tage-Durchschnitt, wäre das ein weiteres Zeichen für eine anhaltende Stimmungsverschlechterung.
Der zuletzt steigende 90-Tage-Durchschnitt ist dabei nicht automatisch bullisch. Er steigt teilweise deshalb, weil schwache Stimmungswerte aus dem Sommer aus der Berechnung herausfallen.
Bitcoin bei 80.000 Dollar: Wann aus Vorsicht echte Angst wird
Für die weitere Entwicklung nennt Adler zwei klare Schwellenwerte. Steigt der Fear & Greed Index wieder über 55 Punkte, wäre dies ein Hinweis auf zurückkehrenden Optimismus.
Fällt er dagegen unter 45 Punkte, würde der Markt nach seiner Einteilung erstmals seit Mitte August wieder in die Angstzone wechseln. Für den Bitcoin-Kurs bleibt gleichzeitig die Region zwischen 79.000 und 80.000 Dollar entscheidend.
Hält diese Unterstützung, könnte eine Rückeroberung von 81.300 bis 82.000 Dollar die Chancen auf eine Erholung verbessern. Ein nachhaltiger Rückfall unter 79.000 Dollar würde dagegen die Unterstützungszone um 77.600 Dollar in den Fokus rücken.
Die aktuelle Stimmung ist angespannt, aber noch nicht von Panik geprägt. Entscheidend wird jetzt, ob Bitcoin die 80.000-Dollar-Marke zurückerobert und der Fear & Greed Index wieder über 55 Punkte steigt. Fällt er stattdessen unter 45 Punkte, würde sich die Warnlage deutlich verschärfen.
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