Bitcoin fällt trotz Fed-Pause unter 80.000 Dollar – zwei Stimmen verschärfen den Druck

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Bitcoin fällt trotz Fed-Pause unter 80.000 Dollar – zwei Stimmen verschärfen den Druck (Foto KI generiert)
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin verliert 80.000 Dollar: Nach der Fed-Entscheidung fällt BTC zeitweise auf rund 79.700 Dollar. Am Kryptomarkt wurden innerhalb von 24 Stunden Positionen im Wert von mehr als 350 Millionen Dollar liquidiert.
  • Fed sendet Warnsignal: Die US-Notenbank lässt die Zinsen unverändert. Zwei Mitglieder wollten sie jedoch erhöhen. Für Dezember wird inzwischen eine Zinserhöhung mit rund 86 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist.
  • Institutionelle Anleger positionieren sich neu: Während Hedgefonds Bitcoin-ETF-Positionen abbauen, investieren Vermögensverwalter und Staatsfonds langfristiger. Auch Google und Strategy melden neue Entwicklungen.

Bitcoin ist nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank erneut unter 80.000 Dollar gefallen. Noch am Mittwoch hatte BTC zeitweise über 81.300 Dollar gehandelt, bevor der Kurs bis auf rund 79.700 Dollar zurücksetzte. Der Auslöser für die neue Unsicherheit liegt vor allem in Washington: Die Fed pausiert zwar, doch die nächsten Zinserhöhungen rücken bereits in den Fokus.

Besonders gefährlich wird die Situation, weil der Rücksetzer gleichzeitig gehebelte Positionen aus dem Markt drängt.

Warum die Fed-Pause für Bitcoin plötzlich zum Problem wird

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins am Mittwoch wie erwartet bei 3,75 bis 4,00 Prozent belassen.

Die Entscheidung fiel allerdings nicht einstimmig. Lisa Cook und Beth Hammack stimmten für eine sofortige Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Damit wird deutlich: Innerhalb der Fed wächst der Druck, die weiterhin erhöhte Inflation stärker zu bekämpfen.

Für Dezember preist der Markt laut CME FedWatch inzwischen eine Zinserhöhung mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 85,7 Prozent ein. Am Vortag lag dieser Wert noch bei etwa 78 Prozent.

Für Bitcoin bedeutet das vor allem eines: Die Geldpolitik dürfte weiterhin ein zentraler Kurstreiber bleiben.

Über 350 Millionen Dollar liquidiert – doch langfristige Bitcoin-Käufer bleiben aktiv

Die Reaktion am Kryptomarkt fiel deutlich aus. Laut aktuellen Marktdaten wurden innerhalb von 24 Stunden Futures-Positionen im Wert von rund 356 Millionen Dollar liquidiert. Davon entfielen etwa 205 Millionen Dollar auf Long-Positionen.

Gleichzeitig belasteten schwache Technologieaktien die Risikobereitschaft. Während Microsoft nach starken Quartalszahlen nachbörslich rund drei Prozent zulegte, verlor Alphabet zeitweise etwa zehn Prozent.

Der Google-Mutterkonzern meldete einen Gewinn von 2,12 Dollar je Aktie, während Analysten ungefähr 3,01 Dollar erwartet hatten. Allerdings belastete ein hoher Bewertungsverlust aus Beteiligungen das Ergebnis. Das Cloud-Geschäft wuchs dagegen um beeindruckende 103 Prozent.

Die Unsicherheit am Tech-Markt trifft damit auch Bitcoin. Interessant ist jedoch eine neue Analyse von Galaxy Research. Demnach reduzierten neun große Hedgefonds und Banken zwischen September 2025 und Juni 2026 ihre Bitcoin-ETF-Bestände um insgesamt rund 68.000 BTC im Gegenwert.

Der Hintergrund war vor allem ein weniger lukratives Arbitragegeschäft zwischen Bitcoin-ETFs und Futures. Gleichzeitig stockten andere Investoren ihre Positionen auf, darunter Vermögensverwalter und Staatsfonds aus Abu Dhabi.

Das bedeutet: Ein Teil des kurzfristig orientierten Kapitals verschwand, während langfristigere Investoren Bitcoin-Positionen aufbauten.

Google, Strategy und die US-Bitcoin-Reserve: Warum die bullische Geschichte weiterlebt

Abseits der kurzfristigen Kursschwäche gibt es weitere institutionelle Fortschritte. Google testet eine neue Sicherheitsinfrastruktur für die Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Die Lösung soll Banken helfen, kryptografische Schlüssel auf mehrere Systeme zu verteilen.

Eine breitere Markteinführung ist für Anfang 2027 geplant. Es handelt sich allerdings nicht um eine ausschließlich auf Bitcoin beschränkte Verwahrungslösung. Auch Strategy hat eine wichtige Änderung beschlossen.

Die Aktionäre stimmten mit rund 99,3 Prozent der abgegebenen Stimmen dafür, Dividenden auf vier Vorzugsaktien künftig täglich anfallen zu lassen und am nächsten Geschäftstag auszuzahlen.

Für STRC soll die neue Regelung im November beginnen. Die übrigen betroffenen Vorzugsaktien folgen Anfang 2027.

Politisch bleibt die strategische Bitcoin-Reserve der USA ein Thema. Senator Bill Hagerty stellt weitere Fortschritte im Zusammenhang mit der Kryptoregulierung in Aussicht.

Zusätzliche staatliche Bitcoin-Käufe sind damit allerdings noch nicht beschlossen. Dafür wären weitere rechtliche und finanzielle Voraussetzungen erforderlich.

Unterdessen signalisiert Iran erneut Bereitschaft zur Diplomatie. JPMorgan schätzt den fundamentalen Wert von Brent-Öl auf rund 94 Dollar je Barrel und sieht einen erheblichen Aufschlag durch geopolitische Risiken.

Eine Entspannung könnte die Inflationssorgen reduzieren. Eine neue Eskalation würde dagegen zusätzlichen Druck erzeugen.

Für Bitcoin entscheidet sich die kurzfristige Lage jetzt an zwei Kursmarken

Hält die Unterstützungszone zwischen 79.000 und 80.000 Dollar, bleibt eine Erholung in Richtung 81.300 und anschließend 82.600 Dollar möglich. Oberhalb davon könnten 84.000 bis 85.000 Dollar wieder erreichbar werden.

Fällt BTC hingegen nachhaltig unter 79.000 Dollar, rückt die nächste wichtige Unterstützung bei rund 77.600 Dollar in den Fokus.

Die Fed hat Bitcoin nicht mit einer Zinserhöhung überrascht, wohl aber mit einer deutlich restriktiveren Perspektive. Ob die langfristig wachsende institutionelle Nachfrage den Verkaufsdruck auffangen kann, zeigt sich jetzt an der Marke von 80.000 Dollar.

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