Bitcoin-ETFs stürzen ab 425 Mio. Dollar Abflüsse

Bitcoin-ETFs stürzen ab 425 Mio. Dollar Abflüsse
Bitcoin-ETFs stürzen ab 425 Mio. Dollar Abflüsse (BitcoinBasis.de | Image GPT)

Die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs hat einen frühen Rückschlag erlitten. Am 13. Juli verzeichneten die Fonds zusammen Nettoabflüsse von 424,7 Millionen US-Dollar – und damit mehr als doppelt so viel, wie sie in den fünf Handelstagen zuvor an frischem Kapital eingesammelt hatten. Damit wurden die Gewinne der Vorwoche nicht nur ausgelöscht, sondern die Bilanz seit dem 6. Juli wieder klar ins Minus gedrückt.

Starke Abflüsse machen den Erholungstrend zunichte

In der Woche zuvor hatten die Spot-Bitcoin-ETFs noch 197,4 Millionen US-Dollar an Nettozuflüssen verbucht. Das hatte Hoffnungen geweckt, dass die acht Wochen lange Serie von Abflüssen endlich durchbrochen sein könnte. Doch der starke Rücksetzer am 13. Juli hat dieses Signal zunächst entkräftet.

Unterm Strich liegt die Gesamtbilanz für den Zeitraum vom 6. bis 13. Juli bei minus 227,3 Millionen US-Dollar. Damit ist der erste Belastungstest nach der kurzen Erholung misslungen.

Besonders auffällig: Der positive Wochenwert zuvor war vor allem von BlackRocks IBIT getragen worden. Der Fonds hatte zwischen dem 6. und 10. Juli noch 291,9 Millionen US-Dollar an Zuflüssen verzeichnet. Gleichzeitig verlor Fidelitys FBTC im selben Zeitraum bereits 93,4 Millionen US-Dollar.

FBTC und IBIT stehen im Mittelpunkt

Am 13. Juli verschärfte sich die Lage dann deutlich. Laut Daten von Farside Investors verlor FBTC weitere 245,6 Millionen US-Dollar, während auch IBIT 185,5 Millionen US-Dollar an Abflüssen hinnehmen musste.

Zusammen kamen diese beiden Fonds damit auf 431,1 Millionen US-Dollar an Abflüssen. Teilweise ausgeglichen wurde das nur durch kleinere Zuflüsse in andere Produkte: 6,1 Millionen US-Dollar flossen in VanEcks HODL, dazu kamen 53,4 Millionen US-Dollar in Grayscales günstigeres BTC-Produkt. Der bekannte GBTC-Fonds von Grayscale verbuchte dagegen erneut 53,1 Millionen US-Dollar an Abflüssen.

Das zeigt: Zwar zogen nicht aus allen Produkten gleichzeitig Anleger Geld ab, doch die positive Vorwoche beruhte offenbar nicht auf einer breiten Rückkehr der Nachfrage. Vielmehr war sie stark von einem einzelnen Fonds abhängig. Genau das macht die aktuelle Entwicklung so wichtig.

Bitcoin selbst notierte am 14. Juli laut Marktdaten bei rund 62.611 US-Dollar. Warum Anleger ihre ETF-Positionen dennoch reduziert haben, lässt sich aus den reinen Kapitalflussdaten allerdings nicht direkt ablesen. Unklar bleibt, ob vor allem Privatanleger, Vermögensverwalter oder institutionelle Investoren verkauft haben.

Hinzu kommt: Nicht jeder Dollar, der aus einem ETF abfließt, bedeutet automatisch, dass am selben Tag exakt derselbe Betrag an Bitcoin am Spotmarkt verkauft wurde. Seit der SEC-Genehmigung von In-Kind-Creations und -Redemptions im Jahr 2025 können Anteile an Krypto-ETPs in bestimmten Fällen auch direkt gegen die zugrunde liegenden Vermögenswerte getauscht werden.

Was jetzt für die laufende Woche wichtig wird

Damit die Spot-Bitcoin-ETFs die Verluste vom Montag vollständig ausgleichen, müssten sie in den verbleibenden Handelstagen der Woche zusammen wieder 424,7 Millionen US-Dollar einsammeln. Soll sogar das Niveau der Vorwoche erreicht werden, wären insgesamt 622,1 Millionen US-Dollar an neuen Zuflüssen nötig.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Gesamtsumme, sondern auch deren Verteilung. Eine breit angelegte Erholung über mehrere Anbieter hinweg wäre ein deutlich stärkeres Signal für eine echte Trendwende. Wenn dagegen erneut nur ein einzelner Fonds den Markt stützt, während große Konkurrenten weiter Mittel verlieren, würde das eher dafür sprechen, dass die positive Woche zuvor nur eine kurze Unterbrechung im größeren Abwärtstrend war.

Für den Moment bleibt deshalb festzuhalten: Die erste Erholung der Bitcoin-ETFs nach langer Schwäche hat ihren ersten echten Test nicht bestanden.

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