Die US-Spot-Bitcoin-ETFs haben am 23. Juli gemeinsam 225 Millionen US-Dollar an Nettoabflüssen verzeichnet. Damit endete eine Serie von sieben Handelstagen mit Zuflüssen. Besonders auffällig: Fast der gesamte Rückgang ging auf BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) zurück.
IBIT dominiert die Abflüsse deutlich
Laut den vorliegenden Daten meldete IBIT an diesem Tag einen Nettoabfluss von rund 202 Millionen US-Dollar. Das entspricht knapp 90 Prozent der gesamten Abflüsse im US-Markt für Spot-Bitcoin-ETFs.
Andere Fonds spielten bei der Tagesbilanz nur eine deutlich kleinere Rolle. Fünf weitere Produkte kamen zusammen auf Abflüsse von 27,6 Millionen US-Dollar, während Grayscales GBTC gleichzeitig 5 Millionen US-Dollar an Zuflüssen verbuchte. Rechnet man die Fonds außerhalb von IBIT zusammen, ergibt sich damit ein Nettoabfluss von 22,6 Millionen US-Dollar.
Der Rückschlag folgte auf eine zuvor starke Phase: Zwischen dem 14. und 22. Juli hatten die Spot-Bitcoin-ETFs in den USA insgesamt 999 Millionen US-Dollar eingesammelt. Der Abfluss vom 23. Juli machte damit rund 22,5 Prozent dieser vorherigen Zuflüsse wieder zunichte. Trotzdem bleibt die Bilanz über acht Handelstage hinweg positiv: Unter dem Strich stehen weiterhin etwa 774 Millionen US-Dollar Nettomittelzufluss.
Bitcoin schwächer, aber kein klarer Ursache-Wirkung-Nachweis
Parallel zu den ETF-Abflüssen gab auch der Bitcoin-Kurs nach. BlackRock bezifferte den Rückgang des Nettoinventarwerts von IBIT für den Tag auf 1,63 Prozent. Der zugrunde liegende Referenzkurs, der CME CF Bitcoin Reference Rate, lag zum Handelsschluss bei 64.768 US-Dollar.
Auch wenn schwächere ETF-Nachfrage und fallende Kurse in dieselbe Richtung zeigen, ist ein direkter Zusammenhang nicht eindeutig belegt. ETF-Flows werden erst nach Handelsschluss ausgewiesen und spiegeln daher nicht zwingend Entscheidungen wider, die exakt zum gleichen Zeitpunkt wie die Kursbewegung getroffen wurden.
Wichtig ist außerdem: Der gemeldete Abfluss bei IBIT bedeutet nicht, dass BlackRock selbst aktiv Unternehmenskapital aus dem Fonds abgezogen oder eigenständig Bitcoin verkauft hat. Bei ETFs handeln Privatanleger ihre Anteile in der Regel an der Börse. Die tatsächliche Schaffung oder Rückgabe größerer Anteilspakete erfolgt über sogenannte Authorized Participants, also autorisierte Marktteilnehmer. Die ausgewiesenen Mittelbewegungen beziehen sich auf diese Struktur.
Entscheidend sind die nächsten Handelstage
Für den Markt stellt sich nun vor allem eine Frage: War der 23. Juli nur eine kurzfristige Gegenbewegung nach einer starken Zuflussserie – oder der Beginn einer breiteren Abschwächung bei der ETF-Nachfrage?
Sollten in den kommenden Sitzungen weitere Nettoabflüsse folgen, würde das einen größeren Teil der zuvor aufgebauten 999 Millionen US-Dollar wieder abbauen und auf nachlassendes Interesse hindeuten. Kehren die Zuflüsse dagegen schnell zurück, könnte der jüngste Rücksetzer eher als einmalige Unterbrechung gewertet werden.
Auf Basis der bisher bestätigten Daten bleibt das Gesamtbild jedoch vorerst konstruktiv: Trotz des starken IBIT-Abflusses weist das Acht-Tage-Fenster weiterhin einen klar positiven Nettozufluss von rund 774,2 Millionen US-Dollar aus.