Über 900 Stunden im Minus: Bitcoin-Warnsignal wird jetzt gefährlich

Über 900 Stunden im Minus: Bitcoin-Warnsignal wird jetzt gefährlich
Über 900 Stunden im Minus: Bitcoin-Warnsignal wird jetzt gefährlich (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Bei Bitcoin hält sich ein Warnsignal hartnäckiger als je zuvor: Der Coinbase Premium Index liegt seit weit mehr als 900 Stunden unter null. Jüngere Marktdaten meldeten bereits eine Rekordserie von 60 negativen Tagen. Damit wird Bitcoin auf Coinbase seit Wochen günstiger gehandelt als auf Binance. Solange dieser Abschlag bestehen bleibt, fehlt der Erholung ausgerechnet dort die Unterstützung, wo ein großer Teil der professionellen US-Nachfrage vermutet wird.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jeder institutionelle Anleger verkauft. Es zeigt jedoch, dass Käufer auf dem US-Markt bislang nicht bereit sind, einen höheren Preis für Bitcoin zu zahlen als Händler auf internationalen Plattformen. Genau diese Zurückhaltung könnte neue Kursanstiege schnell wieder ausbremsen.

Warum der Coinbase-Abschlag gefährlicher ist als gedacht

Der Coinbase Premium Index vergleicht den Bitcoin-Preis im BTC/USD-Handel auf Coinbase mit dem BTC/USDT-Preis auf Binance. Liegt der Wert über null, wird Bitcoin auf Coinbase teurer gehandelt. Das gilt häufig als Hinweis auf stärkere Nachfrage aus den USA. Ein negativer Wert signalisiert dagegen einen Abschlag und damit entweder erhöhten Verkaufsdruck oder eine schwächere Kaufbereitschaft auf Coinbase.

Über 900 Stunden im Minus - Bitcoin-Warnsignal wird jetzt gefährlich
Quelle CryptoQuant

Die ungewöhnlich lange Negativserie zeigt deshalb vor allem eines: Die Nachfrage auf der US-Seite konnte sich trotz zwischenzeitlicher Bitcoin-Erholungen nicht nachhaltig durchsetzen. Steigt der Kurs, während der Coinbase Premium Index negativ bleibt, fehlt der Rally eine wichtige Bestätigung. Der Anstieg kann dann stärker von internationalen Handelsplätzen, Derivaten oder kurzfristigen Spekulationen getragen werden.

Allerdings sollte der Indikator nicht als exakte Messung institutioneller Transaktionen verstanden werden. Coinbase Advanced steht nicht ausschließlich Banken, Fonds und professionellen Vermögensverwaltern offen. Die Plattform richtet sich laut Coinbase auch an erfahrene und anspruchsvolle Privatanleger. Der Index ist daher ein Näherungswert für professionelle und US-amerikanische Nachfrage, aber kein direkter Blick in die Orderbücher institutioneller Investoren.

Darum bleibt das Umfeld für große Käufer heikel

Die anhaltende Schwäche passt zu einem Marktumfeld, in dem große Anleger Risiken besonders kritisch prüfen. Die US-Notenbank hielt ihren Leitzins zuletzt unverändert. Gleichzeitig sorgt der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh mit seiner zurückhaltenden Kommunikation über den zukünftigen Zinskurs für zusätzliche Unsicherheit.

Warsh lehnt eine zu konkrete geldpolitische Vorabsteuerung ab und gibt den Märkten damit weniger Orientierung über kommende Entscheidungen. Für riskante Anlageklassen wie Bitcoin ist das heikel: Steigen die Zweifel über Inflation und Zinsen, reduzieren professionelle Investoren häufig zuerst Positionen mit hoher Schwankungsbreite.

Der negative Coinbase-Abschlag muss deshalb nicht allein durch direkte Verkäufe entstehen. Schon das Ausbleiben neuer Großkäufer reicht aus, um Bitcoin auf dem US-Handelsplatz hinter Binance zurückfallen zu lassen. Das Problem ist damit nicht nur aktiver Verkaufsdruck, sondern auch fehlender Kaufdruck.

Diese Nulllinie entscheidet jetzt über Erholung oder neuen Druck

Ganz eindeutig pessimistisch ist das institutionelle Bild dennoch nicht. Bei den US-Spot-ETFs wurden zuletzt an mehreren Handelstagen wieder Nettozuflüsse registriert. Das zeigt, dass Kapital in regulierte Bitcoin-Produkte zurückkehrt, obwohl der Coinbase Premium Index negativ bleibt.

Damit entsteht ein entscheidender Konflikt: Die ETF-Nachfrage verbessert sich, doch im direkten Coinbase-Handel bleibt Bitcoin weiterhin mit Abschlag bewertet. Erst wenn der Premium Index dauerhaft über die Nulllinie steigt, würde die Erholung eine deutlich stärkere Bestätigung aus dem US-Markt erhalten.

Bleibt der Index dagegen negativ, sind selbst kräftige Kurssprünge anfällig. Neue Käufer könnten fehlen, während bestehende Positionen bei steigenden Kursen weiter abgebaut werden. Dann wäre eine Erholung eher eine vorübergehende Bereinigung als ein belastbarer Stimmungswechsel.

Für Anleger zählt deshalb jetzt weniger ein einzelner positiver Ausschlag. Entscheidend ist, ob sich der Coinbase Premium Index mehrere Tage über null halten kann. Gelingt das, wäre die US-Nachfrage zurück. Bleibt der Abschlag bestehen, steht Bitcoin trotz jeder Erholung weiter unter institutionellem Verdacht.

Die Nulllinie ist jetzt die entscheidende Grenze: Darüber lebt die Chance auf eine bestätigte Erholung, darunter bleibt jeder Anstieg von neuem Verkaufsdruck bedroht.

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