Ethereum notiert am Sonntagmorgen im Bereich von rund 2.580 Dollar und hält damit einen Großteil des kräftigen Anstiegs vom 18. September. Doch die spannendste Entwicklung findet nicht im Kurs statt: Auf Binance wird massiv Liquidität aufgebaut, während ausgerechnet der US-Spotmarkt weiterhin kaum Kaufdruck liefert.
Stablecoins stehen bereit, aber US-Käufer fehlen
Der 7-Tage-Durchschnitt der Stablecoin-Nettozuflüsse auf Binance liegt nach den vorliegenden On-Chain-Daten bei +86,1 Millionen Dollar, fast 500 Prozent höher als eine Woche zuvor. Gleichzeitig ist der sogenannte Fund Premium auf 0,12 gestiegen.
Das deutet darauf hin, dass erhebliches Kapital für mögliche Käufe bereitsteht.
Der Haken: Der Coinbase Premium Index blieb 14 Sitzungen in Folge negativ und fiel zeitweise auf -0,09. Da der Index die Preisdifferenz zwischen Coinbase und Binance misst, spricht ein negativer Wert für vergleichsweise schwachen Kaufdruck auf Coinbase.
Die Antwort auf die Frage aus der Überschrift lautet damit: Geld ist vorhanden, aber die Nachfrage kommt bislang nicht breit genug aus dem US-Spotmarkt.
Warum die Rallye trotzdem gesünder aussieht
Positiv ist, dass die Funding Rates mit etwa 0,00 bis 0,01 nahezu neutral blieben. Der Sprung von ETH auf über 2.600 Dollar wurde damit nicht primär durch aggressiv gehebelte Long-Positionen getragen.
Zusätzlich steigt die ETH-Staking-Quote laut den vorliegenden Daten weiter auf 35,56 Prozent. Dadurch wird das frei handelbare Angebot strukturell knapper.
Gleichzeitig erscheint ein Warnsignal: Nach Nettoabflüssen von 152.000 ETH am 15. September drehten die Börsenflüsse auf +64.000 ETH am 16. September und sogar +138.000 ETH am 18. September. Steigende Einzahlungen während einer Rally können auf Verkaufsbereitschaft hindeuten.
Diese Zone entscheidet jetzt über Ethereum
Auch das Makroumfeld bleibt schwierig. Die US-Inflation lag im August bei 3,4 Prozent, die Produzentenpreise stiegen um 5,4 Prozent. Am 16. September erhöhte die Fed ihren Leitzinskorridor zudem um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent.
Für ETH wird deshalb die Zone um 2.600 Dollar entscheidend. Ein Ausbruch über das jüngste Hoch nahe 2.660 Dollar würde zeigen, dass Käufer das zusätzliche Börsenangebot absorbieren können.
Kritisch würde es dagegen, wenn erneut mehr als 100.000 ETH an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf Krypto-Börsen fließen, ohne dass Ethereum ein neues Hoch erreicht. Dann könnte aus der aktuellen Erholung schnell eine Verteilungsphase werden.
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