107 Bitcoin verbrannt: Galaxy rätselt über Steuer, Zwang, Bug

107 Bitcoin verbrannt: Galaxy rätselt über Steuer, Zwang, Bug
107 Bitcoin verbrannt: Galaxy rätselt über Steuer, Zwang, Bug (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)

Eine ungewöhnliche Bitcoin-Transaktion sorgt gerade für Rätselraten: Fünf Adressen haben zusammen rund 107 BTC im Wert von etwa 8,3 Millionen US-Dollar an eine sogenannte „Burn Address“ geschickt. Das Besondere daran: Diese Coins gelten damit als endgültig zerstört und können nicht mehr ausgegeben werden. Das Research-Team von Galaxy versucht nun zu erklären, warum jemand so viel Geld absichtlich aus dem Verkehr zieht.

107 Bitcoin an eine Adresse ohne Rückweg

Galaxy Research machte den Fall in einem Thread auf X öffentlich und stellte die offensichtliche Frage: Warum sollte jemand Bitcoin im Millionenwert verbrennen, statt sie zu verkaufen, zu spenden oder einfach liegen zu lassen?

Die Zieladresse trägt den auffälligen Namen 1111111111111111111114oLvT2. Laut Galaxy ist das keine normale Wallet, bei der jemand vielleicht nur den privaten Schlüssel verloren hat. Technisch steckt dahinter ein Hash-Wert, der aus 20 Null-Bytes besteht. Um Coins von dort aus wieder auszugeben, müsste man einen passenden Public Key finden, dessen Hash genau dieses Muster ergibt. Galaxy bezeichnet das als praktisch unerreichbar.

Heißt übersetzt: Diese 107 BTC wurden nicht „aus Versehen irgendwohin geschickt“, wo sie vielleicht irgendwann wieder auftauchen. Sie wurden an ein Ziel geschickt, das dafür bekannt ist, Coins dauerhaft unspendierbar zu machen.

Welche Gründe Galaxy für den Bitcoin-Burn sieht

Galaxy listet mehrere mögliche Erklärungen auf, betont aber selbst, dass keine davon wirklich überzeugend ist. Ein Ansatz ist ein Steuer-Manöver: Jemand könnte versucht haben, durch das Vernichten der Coins einen Verlust auszuweisen. Allerdings passt das laut Galaxy nur begrenzt, weil viele der betroffenen Bitcoin offenbar schon sehr alt sind. Wer alte BTC verkauft, macht oft eher Gewinn als Verlust.

Dann wird es spekulativer. Galaxy erwähnt eine religiöse Motivation, also den bewussten Verzicht auf Besitz. Gleichzeitig weisen die Analysten darauf hin, dass Menschen in solchen Fällen typischerweise eher spenden oder verschenken, statt Vermögen komplett zu zerstören. Der Unterschied ist wichtig: Eine Spende verschiebt Geld zu jemand anderem, ein Burn nimmt es für immer aus dem Umlauf.

Eine weitere Theorie: Die Bitcoin könnten mit illegalen Aktivitäten zusammenhängen. Wenn der Besitzer überzeugt war, dass er die Coins nicht mehr sicher waschen oder ausgeben kann, könnte das Verbrennen eine Art Schadensbegrenzung sein. Kein Gewinn, aber auch kein zusätzliches Risiko durch weitere Transaktionen.

Galaxy spricht auch unangenehme Möglichkeiten an, etwa Zwang oder Erpressung. In einem extremen Szenario hätte jemand unter Druck gestanden und sollte sein Vermögen nicht an einen Täter transferieren, sondern es als „Beweis“ zerstören. Galaxy schreibt, man hoffe sehr, dass es nicht diese Erklärung ist. Ähnlich klingt die Idee eines „Initiationsrituals“, bei dem ein Proof-of-Burn verlangt wird.

Der vielleicht plausibelste Auslöser: ein automatisierter Fehler

Am interessantesten ist Galaxys These, dass es am Ende ein Systemfehler gewesen sein könnte. Die Analysten skizzieren ein Beispiel: Ein großes Trading- oder Bitcoin-Unternehmen nutzt ein agentisches System, um Transaktionen automatisch auszuführen. Jemand gibt die Anweisung „Sende dem Counterparty 107 BTC“. Das System verwechselt „Counterparty“ jedoch mit einer bekannten Burn-Adress-Referenz und schickt die Coins an die falsche Stelle. Ergebnis: unwiderruflich verloren.

Gerade weil es in der Bitcoin-Historie alte Burn-Mechanismen und bekannte Burn-Adressen gibt, wirkt diese „Verwechslung durch Automatisierung“ für Galaxy nicht völlig abwegig. Sicher ist aber nichts: Wer hinter den fünf Absenderadressen steckt und was wirklich der Auslöser war, ist bislang unklar.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs laut Bericht bei rund 72.828 US-Dollar.

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