XRP könnte sich laut dem Analysten Will Taylor (Cryptoinsightuk) auf eine Phase vorbereiten, in der viele Short Positionen auf einmal liquidiert werden, was den Kurs deutlich nach oben treiben kann. In einem Video vom 24. März betont Taylor aber auch: Kurzfristig bleibt die Lage wackelig, und ein klarer Boden sei noch nicht sicher.
Warum Taylor bei XRP weiter Chancen nach oben sieht
Im Zentrum seiner Einschätzung stehen Daten aus dem Derivatehandel, also vor allem Hebelpositionen, Funding Raten und sogenannte Liquidation Maps. Taylor sagt, dass es zwar unter dem aktuellen Kurs durchaus Liquidität gibt, insbesondere im Bereich um 1,25 bis 1,21 US Dollar. Dort könnten bei einem Rutsch nach unten Positionen abgeholt werden.
Entscheidender sei jedoch das große Bild: Auf höheren Zeitebenen zeige sich laut Taylor, dass oberhalb des aktuellen Preisniveaus deutlich mehr Liquidität liegt als darunter. Diese Ansammlung kann im Fall einer Aufwärtsbewegung wie ein Magnet wirken, weil steigende Kurse Shorts unter Druck setzen und Zwangskäufe auslösen können.
Taylor nennt dazu konkrete Größenordnungen: Auf der Unterseite sieht er etwa 20 Millionen US Dollar an kurzfristiger Liquidität rund um 1,24 US Dollar. Auf der Oberseite seien es dagegen jeweils etwa 300 Millionen US Dollar um 3,38 US Dollar und nochmals rund 300 Millionen US Dollar nahe 3,60 US Dollar. Genau dieses Ungleichgewicht sei für ihn ein Argument, trotz aktuell schwacher Stimmung eher bullish zu bleiben.
Negative Funding seit Wochen, aber der Ausbruch muss nicht sofort kommen
Ein weiterer Punkt: Taylor verweist auf inzwischen acht Wochen in Folge mit negativem aggregiertem Funding bei XRP. Sollte auch die laufende Woche negativ schließen, wären es neun. Einen vergleichbaren Zeitraum habe es laut ihm zuletzt am Tiefpunkt des Bärenmarkts 2022 gegeben. Für Taylor ist das ein Hinweis darauf, dass viele Marktteilnehmer positioniert sind, als stünde eher weiterer Druck nach unten bevor, was später eine Gegenbewegung verstärken könnte.
Trotzdem warnt er vor zu viel Optimismus auf kurze Sicht. XRP könne weiter in einer Art abwärts gerichteter Keilstruktur oder einer bull flag ähnlichen Formation verharren. Auch ein tieferer Rücksetzer sei möglich, zum Beispiel in Richtung 1 US Dollar bis in den Frühsommer. Das würde laut Taylor die Volatilität weiter komprimieren, und wenn diese Phase endet, könnten die anschließenden Bewegungen umso heftiger ausfallen.
Mögliche Auslöser: Gesetzgebung, Fed, US Politik
Als potenzielle Katalysatoren nennt Taylor unter anderem Fortschritte bei US Krypto Gesetzen wie den Clarity Act, außerdem eine lockerere Geldpolitik der US Notenbank oder andere politische Maßnahmen, die die Liquidität an den Märkten verbessern könnten. Er rechnet damit, dass im weiteren Verlauf des Zyklus ein positives Narrativ entstehen könnte, das Risiko Anlagen wieder stärker antreibt.
Zum Zeitpunkt der genannten Einschätzung lag der XRP Kurs bei etwa 1,42 US Dollar.