Auf dem XRP Ledger steht eine wichtige Entscheidung an: Validatoren bereiten sich darauf vor, über die sogenannte XLS,66 Amendment abzustimmen. Diese Änderung soll ein neues, institutionelles Lending Modell auf XRPL einführen. Für viele XRP Holder stellt sich vor allem eine Frage: Kann man damit künftig Rendite auf seine XRP erzielen, und wenn ja, wie genau?
Was XLS,66 für XRP Holder bedeutet
Der Krypto Kommentator James stellt klar, dass es bei XLS,66 nicht um ein simples Prinzip wie „einzahlen und automatisch Zinsen kassieren“ geht. Stattdessen handelt es sich um ein strukturiertes Lending Protokoll für institutionelle Nutzung. Renditen entstehen dabei innerhalb eines sogenannten Single Asset Vaults und werden erst dann realisiert, wenn Nutzer ihre Einzahlung wieder einlösen.
Wichtig ist: Es gibt keine automatischen Zinszahlungen und keine dividendenähnlichen Ausschüttungen. Wer XRP in einen solchen Vault einzahlt, erhält im Gegenzug einen MPT Token, der den Anteil am eingezahlten Vermögen repräsentiert. Mit der Zeit steigt der Einlösewert dieser MPT Anteile, weil die Zinserträge im Vault verbleiben und den Pool vergrößern.
James betont außerdem, dass die typischen Kreditnehmer in diesem Modell keine Retail Trader sind, sondern eher Banken, Market Maker, Fintechs und Zahlungsanbieter, die kurzfristig Liquidität benötigen. Die Idee dahinter: XRP Holder nehmen an transparenten On Chain Pools teil, die auf institutionelle Nachfrage ausgerichtet sind. Über das regelmäßige Einlösen und erneute Anlegen in mehrere Vaults können Nutzer Risiko streuen und Erträge in Etappen realisieren, statt alles auf unbestimmte Zeit zu binden.
So funktionieren die Vaults und Kredite
Auch der Analyst Bodhi hat den Mechanismus genauer erklärt. Wenn Kreditnehmer ihre Darlehen zurückzahlen, zahlen sie Kapital plus Zinsen zurück. Die Zinsen bleiben im Vault, dadurch steigen die gesamten XRP Bestände im Pool. Genau das führt dazu, dass ein MPT Anteil im Laufe der Zeit mehr wert wird, wenn man ihn später gegen XRP zurücktauscht.
Die Kreditvergabe läuft über eine Instanz, die als LoanBroker beschrieben wird. Dieser bündelt die XRP aus dem Vault und stellt sie für Kredite bereit. Die Darlehen sind als Fixlaufzeit,Loans geplant, typischerweise zwischen 30 und 180 Tagen. Auffällig ist: Diese Kredite sind unkollateralisiert, es wird also kein On Chain Collateral hinterlegt. Die Bonitätsprüfung und Kreditentscheidung erfolgt stattdessen off chain durch klassische Underwriter.
Warum einige Validatoren zustimmen wollen
Fig, Mitgründer von Squid’s UNL Validator, hat bereits angekündigt, bei XLS,66 mit Ja stimmen zu wollen. Er sieht einen Vorteil darin, dass die schwierigen Teile, vor allem die Kreditprüfung, bewusst aus dem Smart Contract Bereich herausgehalten werden. Das sei ein moderner Ansatz, der in der DeFi Entwicklung zunehmend Zustimmung bekommt.
Zur Einordnung verweist Fig darauf, dass viele frühere DeFi Modelle versucht haben, Zinsen und Kreditlogik vollständig autonom über Smart Contracts zu steuern. Genau diese Komplexität könne aber manipulierbar sein und sorge oft für zusätzliche Angriffsflächen. Das XLS,66 Modell setzt deshalb stärker auf klare On Chain Transparenz bei den Pools, kombiniert mit off chain Kreditprozessen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der XRP Kurs laut CoinMarketCap bei rund 1,46 US Dollar, ein Plus von über 2 Prozent innerhalb von 24 Stunden.