XRP steht aktuell an einem der wichtigsten Punkte seit dem Ausbruch aus seinem mehrjährigen Abwärtstrend. Während der Kurs nach dem jüngsten Rücksetzer unter Druck geraten ist, sehen mehrere Analysten darin keine Trendwende nach unten, sondern einen möglichen Belastungstest für den nächsten Aufwärtsimpuls.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält XRP durch einen neuen Vorschlag für den XRP Ledger, der mehr Privatsphäre ermöglichen soll, ohne die Transparenz des Netzwerks zu gefährden.
Diese Zone entscheidet jetzt über die Zukunft des XRP-Ausbruchs
Nach einem Wochenverlust von rund 15 Prozent ist XRP auf etwa 1,11 US-Dollar gefallen und testet damit einen Bereich, den viele Marktbeobachter als entscheidende Unterstützungszone einstufen.

Der Chartanalyst Celal Kucuker verweist darauf, dass XRP aktuell einen klassischen Retest eines früheren Widerstandsbereichs durchführt. Solche Bewegungen treten häufig nach größeren Ausbrüchen auf. Der Markt kehrt dabei an eine ehemalige Widerstandszone zurück, um zu bestätigen, dass daraus nun eine tragfähige Unterstützung geworden ist.
This long-term $XRP chart suggests the recent pullback may be a retest of a multi-year breakout structure.
— XRP Update (@XrpUdate) June 4, 2026
Key levels:
🔹 Support: ~$1.20-$1.30
🔹 Target 1: ~$3.87
🔹 Longer-term projection: ~$17.50
If the structure holds, the broader uptrend remains intact. 💥 @CelalKucuker ℹ️ pic.twitter.com/NAmjnMPGel
Besonders wichtig bleibt der Bereich zwischen 1,20 und 1,30 US-Dollar. Kann XRP diesen Bereich zurückerobern und verteidigen, bleibt die langfristige Aufwärtsstruktur intakt. Fällt die Zone hingegen dauerhaft, könnte sich die laufende Korrektur deutlich ausweiten.
Für den nächsten Aufwärtsabschnitt sieht Kucuker ein mittelfristiges Kursziel bei 3,87 US-Dollar. Langfristige Zyklusmodelle und Fibonacci-Projektionen lassen sogar deutlich höhere Ziele von rund 17,50 US-Dollar zu. Voraussetzung dafür bleibt jedoch, dass die aktuelle Unterstützungszone nicht verloren geht.
Seltenes RSI-Signal weckt Erinnerungen an frühere Tiefpunkte
Zusätzlichen Rückenwind für die Bullen liefert ein technischer Indikator, der bei XRP nur äußerst selten auftritt.
Der Analyst Evan Clegg verweist darauf, dass der Relative-Stärke-Index (RSI) auf Wochenbasis unter die Marke von 30 gefallen ist. Dieser Bereich gilt traditionell als überverkauft und signalisiert häufig nachlassenden Verkaufsdruck.
$XRP weekly. Zoomed all the way out to 2017.
— Evan Clegg (@cleggzonehq) June 4, 2026
Pay close attention to the RSI at the bottom.
That green flash only happens when the RSI hits extreme lows.
In the entire history of this chart it has only happened twice.
The first time was 2022. You know what happened after.… pic.twitter.com/IwsIGbpnIY
Besonders bemerkenswert ist dabei die historische Seltenheit dieses Signals. In der Vergangenheit erreichte XRP vergleichbare Extremwerte nur einmal zuvor. Damals markierte der Markt anschließend einen bedeutenden langfristigen Boden.
Aus Sicht von Clegg könnte XRP aktuell die vierte Korrekturwelle eines Elliott-Wave-Zyklus abschließen. Sollte sich dieses Szenario bestätigen, wäre eine fünfte Aufwärtswelle denkbar. Daraus ergibt sich ein mögliches Kursziel von rund 4,47 US-Dollar.
Noch handelt es sich jedoch um ein bedingtes Szenario. Die technische Ausgangslage verbessert sich zwar, eine Bestätigung steht aber weiterhin aus.
XRPL setzt auf Privatsphäre – ohne die Fehler von Zcash zu wiederholen
Parallel zur Kursentwicklung sorgt auch eine neue Initiative innerhalb des XRP-Ökosystems für Aufmerksamkeit.
Der XRPL-Community-Vertreter Vet hat den Änderungsvorschlag XLS-0096 vorgestellt. Das Upgrade soll sogenannte vertrauliche Transaktionen für Multi-Purpose-Token ermöglichen und damit einen neuen Ansatz für Datenschutz auf der Blockchain schaffen.
Der Zeitpunkt ist interessant. Erst kürzlich geriet die Datenschutz-Kryptowährung Zcash massiv unter Druck, nachdem eine kritische Schwachstelle im Orchard-Pool bekannt wurde. Die Enthüllung löste Sorgen über mögliche unerkannte Inflation innerhalb des Netzwerks aus. Das Vertrauen der Anleger brach ein, der ZEC-Kurs verlor zeitweise fast die Hälfte seines Wertes innerhalb eines Tages.
Genau dieses Problem soll XLS-0096 vermeiden.
Der Vorschlag nutzt moderne Verschlüsselungstechnologien und Zero-Knowledge-Proofs, um Transaktionsbeträge und Wallet-Guthaben vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Gleichzeitig bleibt die gesamte Tokenmenge für Validatoren überprüfbar. Dadurch können Nutzer ihre Privatsphäre schützen, ohne dass die Transparenz über die tatsächliche Umlaufmenge verloren geht.
Zusätzlich sieht das Konzept sogenannte View Keys vor. Diese ermöglichen Unternehmen und institutionellen Teilnehmern, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Transaktionsdaten bei Bedarf offenzulegen, während sensible Geschäftsinformationen geschützt bleiben.
Zunächst soll die Funktion für Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte auf dem XRP Ledger eingesetzt werden. Langfristig könnte die technische Grundlage jedoch den Weg für weitergehende Datenschutzfunktionen innerhalb des gesamten XRPL-Ökosystems ebnen.
Warum für XRP jetzt beides zusammenkommt
Der Markt beobachtet derzeit zwei Entwicklungen gleichzeitig: Einerseits kämpft XRP um eine charttechnisch entscheidende Unterstützungszone. Andererseits arbeitet das Netzwerk an neuen Funktionen, die den XRP Ledger für institutionelle Nutzer und Unternehmen attraktiver machen könnten.
Genau diese Kombination macht die aktuelle Lage so interessant. Das seltene RSI-Signal deutet auf eine mögliche Erschöpfung des Verkaufsdrucks hin, während die XRPL-Entwickler an einer Infrastruktur arbeiten, die Datenschutz und regulatorische Transparenz miteinander verbinden soll.
Für Anleger bleibt die Lage dennoch klar: Solange XRP die aktuelle Unterstützungszone nicht nachhaltig verteidigt, bleibt das bullische Szenario unter Druck. Hält der Bereich jedoch stand, könnte sich genau hier entscheiden, ob die laufende Korrektur nur eine Zwischenstation war oder der Startschuss für die nächste große Erholung.
Auch interessant:
- XRP kaufen: Schritt-für-Schritt Anleitung
- XRP-Kurs fällt ab trotz Wal-Bewegung