XRP fällt trotz Whale-Rückzug: Derivate-Liquidationen drücken

XRP fällt trotz Whale-Rückzug: Derivate-Liquidationen drücken
XRP fällt trotz Whale-Rückzug: Derivate-Liquidationen drücken (BitcoinBasis.de | Image GPT)

XRP steht unter Druck: Obwohl große Anleger auf Binance offenbar kaum noch verkaufen, rutscht der Kurs weiter ab. Neue Daten deuten darauf hin, dass sogenannte Wale ihre Bestände in großem Stil von der Börse abziehen. Normalerweise ist das ein gutes Zeichen, weil weniger Coins auf Handelsplätzen liegen und damit weniger unmittelbares Verkaufsangebot existiert. Doch aktuell sprechen mehrere Faktoren gegen eine schnelle Erholung.

XRP-Wale ziehen sich von Binance zurück

Der Marktbeobachter Pumpius hat auf X darauf hingewiesen, dass die Whale-Aktivität bei XRP auf Binance nahezu auf Null gefallen ist. Grundlage sind Auszahlungsdaten (Outflows), unter anderem aus Auswertungen von CryptoQuant. Die Kernaussage: Große Wallets, die zuvor regelmäßig auf Binance verkauft haben, scheinen damit aufgehört zu haben und verlagern ihre Token stattdessen in private Wallets.

In der Community kursieren dazu verschiedene Erklärungen. Einige Nutzer bringen die früheren Bewegungen mit Gerüchten in Verbindung, Binance habe bestimmte XRP-Handelsaktivitäten eingeschränkt oder zeitweise gebremst. Außerdem wird spekuliert, dass die XRP-Chain auf der Plattform zeitweise teilweise ausgesetzt gewesen sein könnte. Ob das tatsächlich der Grund ist, bleibt offen. Klar ist aber: Unsicherheit rund um Ein- und Auszahlungen kann Anleger dazu bringen, Coins von einer Börse abzuziehen.

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Pumpius erinnert zudem an ein historisches Muster: Schon einmal seien die Binance-Outflows in ähnlich geringem Ausmaß gewesen und danach folgte eine starke Rally. Damals sprang XRP laut seiner Darstellung von rund 0,40 US-Dollar auf 3,20 US-Dollar, also um mehr als 700 Prozent. Daraus leitet er ab, dass sich wieder eine Akkumulationsphase bilden könnte. Das ist jedoch keine Garantie, sondern eher ein Vergleich mit einer früheren Marktphase.

Warum der Kurs trotzdem fällt

Trotz ausbleibender Whale-Verkäufe bleibt der kurzfristige Trend klar bearish. Laut CoinMarketCap verlor XRP innerhalb von 24 Stunden mehr als 10 Prozent und rutschte von über 1,20 US-Dollar auf etwa 1,15 US-Dollar (zum Zeitpunkt der Auswertung). Der wichtigste Punkt: Der aktuelle Abverkauf wirkt weniger wie ein klassischer Spot-Verkauf durch Wale, sondern eher wie ein Dominoeffekt aus dem Derivatehandel.

Demnach wurden in kurzer Zeit viele gehebelte Long-Positionen liquidiert. In den Berichten ist von über 25 Millionen US-Dollar die Rede, die durch solche Liquidationen ausgelöscht wurden. Wenn Trader mit Hebel aus dem Markt gedrückt werden, kann das zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen, weil Positionen automatisch geschlossen werden. Das verstärkt Abwärtsschübe oft, auch wenn auf der Spot-Seite weniger aktiv verkauft wird.

Hinzu kommt der schwache Gesamtmarkt. Bitcoin fiel in diesem Umfeld zeitweise unter 63.000 US-Dollar, was viele Altcoins mit nach unten zieht. Außerdem werden steigende geopolitische Spannungen zwischen den USA und Iran als zusätzlicher Belastungsfaktor genannt. In solchen Phasen gehen viele Anleger lieber Risiko aus dem Markt, statt neue Positionen aufzubauen.

Wichtige Kursmarken: Verkäufer bleiben am Drücker

Der Analyst „That Martini Guy B“ betonte auf X, dass XRP weiterhin unter starkem Verkaufsdruck steht. In den vergangenen Monaten bewegte sich der Kurs demnach häufig in einer Zone zwischen 1,30 und 1,40 US-Dollar. Diese Stabilität ist nun gebrochen: XRP fiel erst unter 1,20 US-Dollar und erreichte in der Woche laut den genannten Kommentaren den bisher niedrigsten Stand des Jahres.

Auch wenn mehr XRP von Börsen abgezogen wird und das Angebot dort sinkt, reicht das kurzfristig nicht unbedingt für einen Turnaround. Solange die Marktstimmung schwach bleibt und Liquidationen den Handel treiben, könnten weitere Unterstützungen getestet werden. Für Anleger heißt das: Der Rückzug der Wale wirkt zwar grundsätzlich positiv, doch das aktuelle Umfeld wird vor allem von Makro-Stimmung und Derivate-Dynamik bestimmt.

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