XRP gehört seit Jahren zu den am heftigsten diskutierten Kryptowährungen. Viele schauen dabei fast nur auf den XRP/USD-Chart und fragen sich, warum der Kurs nicht „endlich“ durchstartet. Ein Analyst glaubt allerdings, dass ein wichtiger Hinweis komplett übersehen wird, und der steckt nicht im Dollar-Chart, sondern im Vergleich mit einem der beliebtesten Börsen-Trades der letzten Jahre: NVIDIA.
XRP bleibt im großen Bild in seiner Struktur
Der Krypto-Analyst Cryptollica hat auf X eine langfristige Betrachtung von XRP geteilt. In seiner Grafik (10-Tage-Zeitrahmen) wirkt es so, als würde XRP seit 2017 in einer übergeordneten, aufwärts gerichteten Struktur „mitlaufen“ statt daraus sauber auszubrechen oder komplett einzubrechen.
Was dabei auffällt: Die Kursentwicklung zeigt wiederkehrende Phasen. Erst kommt eine lange Seitwärts- oder Druckphase, dann eine Expansion nach oben und anschließend wieder eine längere Abkühlung. Solche Muster waren laut der Darstellung beim großen Move 2017 zu sehen, später im Zyklus rund um 2021 und erneut bei der Rallye 2025, die XRP zeitweise über eine mehrjährige Kompressionszone geschoben hat, bevor es wieder nachgab.
Aktuell läuft XRP seit Februar 2026 grob seitwärts und pendelt dabei zwischen etwa 1,30 und 1,60 US-Dollar. Der Punkt in der Analyse ist nicht, dass „alle bullish“ wären. Im Gegenteil. Gerade weil die Stimmung schwächer ist, wird es interessant: Die große Struktur ist bislang nicht eindeutig kollabiert. Für viele Trader ist die Seitwärtsphase frustrierend, aber Frust allein zerstört keine langfristige Chart-Struktur. Entscheidend ist eher, ob sich der Boden von Zyklus zu Zyklus anhebt, und genau das scheint laut Cryptollica weiterhin der Fall zu sein.
Das eigentliche Signal: XRP im Vergleich zu NVIDIA
Der ungewöhnliche Teil der Analyse: Cryptollica schaut nicht nur auf XRP in US-Dollar, sondern auf das Verhältnis XRP/NVIDIA. Dieser Vergleich soll zeigen, wie viel Kapital in den letzten Jahren lieber in den KI- und Tech-Bereich geflossen ist, statt in „vergessene“ Krypto-Assets.
NVIDIA ist einer der großen Gewinner des KI-Booms. Die Nachfrage nach Chips für KI-Anwendungen hat die Zahlen des Unternehmens stark nach oben getrieben. In den genannten Daten stieg der Quartalsumsatz zuletzt um 85 Prozent auf 81,62 Milliarden US-Dollar, nach 44,01 Milliarden US-Dollar zuvor. Solche Wachstumsstorys ziehen Anleger an, oft sehr gebündelt.
Im XRP/NVIDIA-Verhältnis sieht Cryptollica über mehrere Zyklen hinweg eine anhaltende Schwäche von XRP: Das Verhältnis hat demnach in drei markierten Phasen immer wieder tiefere Hochs ausgebildet. Vereinfacht gesagt: Während NVIDIA stark war, blieb XRP im Vergleich zurück.
Warum das für XRP jetzt wichtig werden könnte
Laut Cryptollica ist genau hier der spannende Punkt: Sollte das XRP/NVIDIA-Verhältnis anfangen zu drehen, wäre das nicht nur ein technisches Signal für XRP. Es könnte auch bedeuten, dass sich Risikobereitschaft verlagert, weg von überfüllten Tech-Trades und zurück in Bereiche, die viele lange ignoriert haben, zum Beispiel bestimmte Krypto-Strukturen.
Noch ist dieser Turnaround nicht bestätigt. Der Analyst sieht es eher als Beobachtungsliste, nicht als fertiges Kaufsignal. Trotzdem kann so ein Verhältnis-Chart Hinweise geben, ob eine Rotation im Markt beginnt. Gerade in Krypto starten größere Bewegungen nicht selten dann, wenn die Stimmung eher genervt oder skeptisch ist.
Zum Zeitpunkt der Einordnung liegt XRP bei rund 1,37 US-Dollar. Wer den Coin verfolgt, könnte neben dem klassischen XRP/USD-Chart auch das Kräfteverhältnis zu „Crowded Trades“ wie NVIDIA im Blick behalten, weil genau dort laut der Analyse die Überraschung stecken könnte.