XRP fällt unter 1 Dollar Bärenwetten und Bridge-Ärger

XRP fällt unter 1 Dollar Bärenwetten und Bridge-Ärger
XRP fällt unter 1 Dollar Bärenwetten und Bridge-Ärger (BitcoinBasis.de | Image GPT - KI generiert)
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XRP ist erstmals seit dem Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 wieder unter die Marke von 1 US-Dollar gefallen. Der Rückgang kommt nicht überraschend: An den Terminmärkten nehmen bärische Wetten zu, auf Spot- und Perpetual-Börsen überwiegt der Verkaufsdruck, und zusätzlich sorgt ein Vorfall rund um die Coreum-Bridge für Verunsicherung im XRP-Umfeld.

Verkaufsdruck wächst, während Trader wieder mehr Hebel einsetzen

Im Verlauf der Sitzung fiel XRP bis auf 0,99 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit November 2024. Besonders bemerkenswert ist das, weil die Marke von 1 Dollar nach der US-Wahl als wichtiger psychologischer Wendepunkt galt. XRP hatte diese Schwelle damals am 16. November 2024 überschritten und war später bis auf 3,42 US-Dollar im Juli 2025 gestiegen.

Aktuell zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Daten von CryptoQuant deuten darauf hin, dass Händler auf Binance ihre gehebelten Positionen zuletzt wieder deutlich ausgebaut haben. Das Open Interest bei XRP drehte innerhalb weniger Tage von einem Rückgang ins Plus. Gleichzeitig verschlechterte sich jedoch die sogenannte Cumulative Volume Delta (CVD), also das Verhältnis von aggressiven Kauf- zu Verkaufsorders.

Ein negativerer CVD-Wert bedeutet, dass Verkäufer den Markt dominieren. Genau das war zuletzt sowohl bei Binance-Perpetuals als auch am Spotmarkt zu beobachten. Auch Daten von CoinGlass bestätigen die vorsichtige bis bärische Haltung: Das Verhältnis von Long- zu Short-Positionen lag zuletzt unter 1, was darauf hindeutet, dass mehr Trader auf fallende Kurse setzen als auf steigende.

Hinzu kommt, dass der Markt insgesamt dünner geworden ist. Das Handelsvolumen bei XRP-Futures liegt klar unter den Hochphasen zu Jahresbeginn. Geringere Liquidität bedeutet, dass bereits vergleichsweise kleine Verkaufsorders den Kurs stärker bewegen können. Genau das macht die Lage unterhalb von 1 Dollar zusätzlich brisant, weil dadurch Long-Positionen leichter liquidiert werden könnten.

Coreum-Bridge-Vorfall sorgt zusätzlich für Nervosität

Belastet wurde die Stimmung außerdem durch einen Sicherheitsvorfall rund um die Verbindung zwischen dem XRP Ledger und Coreum. Am 9. August wurden 199.916,3 XRP aus dem XRPL-Konto der Coreum-Bridge auf zwei neu erstellte Wallets verteilt. Laut Analyse von XRPL.to erfolgten die Abflüsse in 94 einzelnen Transaktionen.

Zunächst kursierten in der Community Spekulationen, dass ein Problem auf Ledger-Ebene oder mit einer XRPL-Funktion namens „Rippling“ zusammenhängen könnte. Diese Befürchtungen konnten später jedoch weitgehend entkräftet werden. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass nicht der XRP Ledger selbst betroffen war, sondern offenbar ein Fehler in der Logik der Coreum-Bridge.

Demnach erkannte die Relayer-Software offenbar Transaktionen zwischen Wallets des Angreifers fälschlich als echte Einzahlungen an. Dadurch konnten nicht gedeckte Guthaben erzeugt und später gegen echte XRP eingelöst werden. Auch wenn der Fehler also nicht bei XRP oder dem XRPL selbst lag, traf die Nachricht den Markt zu einem ungünstigen Zeitpunkt und verstärkte die Unsicherheit zusätzlich.

Trotz schwachem Kurs bleiben institutionelle Zuflüsse stabil

So schwach die kurzfristige Marktstruktur auch wirkt, im Hintergrund gibt es weiter positive Signale. US-notierte XRP-Anlageprodukte verzeichneten in den vergangenen vier Monaten durchgehend Zuflüsse. Von April bis Juli summierten sich diese auf mehr als 300 Millionen US-Dollar. Die gesamten kumulierten Zuflüsse liegen inzwischen bei rund 1,5 Milliarden US-Dollar.

Auch bei größeren Wallets zeigt sich weiter Interesse. Laut Santiment ist die Zahl der Adressen mit mehr als 1 Million XRP in den vergangenen drei Monaten um 32 Wallets gestiegen. Das spricht dafür, dass größere Marktteilnehmer und institutionell orientierte Investoren den Rücksetzer bislang nicht grundsätzlich als Warnsignal für das gesamte Ökosystem deuten.

Dazu kommt, dass Ripple seinen regulatorischen und geschäftlichen Ausbau fortsetzt. Das Unternehmen erhielt zuletzt eine vollständige Zulassung als Krypto-Dienstleister im Rahmen der europäischen MiCA-Regulierung. Außerdem wächst die Rolle des XRP Ledgers im Bereich tokenisierter Real-World-Assets und institutioneller Anwendungen weiter.

Unterm Strich zeigt sich damit ein gespaltenes Bild: Kurzfristig steht XRP klar unter Druck, weil Verkäufer dominieren, die Liquidität dünner geworden ist und der Verlust der 1-Dollar-Marke neues Abwärtspotenzial eröffnet. Langfristig bleiben die Signale aus dem institutionellen Bereich und aus dem breiteren XRP-Ökosystem jedoch vergleichsweise stabil.

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